Sunny Dancer
Tragikomödie und Coming-of-Age-Film von George Jaques aus dem Jahr 2026
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Sunny Dancer ist eine Tragikomödie von George Jaques. In dem Coming-of-Age-Film mit Bella Ramsey, James Norton, Daniel Quinn-Toye, Ruby Stokes, Earl Cave, Jasmine Elcock, Conrad Khan, Neil Patrick Harris und Jessica Gunning erzählt er die Geschichte einer 17-Jährigen, die auf ein „Chemo-Camp“ geschickt wird, nachdem sie sich seit zehn Monaten in Remission befindet. Die britische Produktion feierte im Februar 2026 bei den Internationalen Filmfestspielen in Berlin ihre Premiere, wo sie die Sektion Generation 14plus eröffnete.
| Film | |
| Titel | Sunny Dancer |
|---|---|
| Produktionsland | Vereinigtes Königreich |
| Originalsprache | Englisch |
| Erscheinungsjahr | 2026 |
| Länge | 106 Minuten |
| Stab | |
| Regie | George Jaques |
| Drehbuch | George Jaques |
| Produktion | George Jaques, Ken Petrie |
| Musik | Este Haim, Zachary Dawes |
| Kamera | Oliver Loncraine |
| Schnitt | Caitlin Spiller |
| Besetzung | |
| |
Handlung

Die 17-jährige Ivy kann nichts mit dem Begriff einer „normalen Kindheit und Jugend“ anfangen. Nachdem sie eine Krebsbehandlung überstanden hat und sich seit zehn Monaten in Remission befindet, geht sie vier Wochen in ein Ferienlager für krebserkrankte Jugendliche, wo sie einen unbeschwerten Sommer erleben soll. Der Vorschlag kommt von ihren Eltern, und Ivy stimmt widerwillig zu. Eigentlich möchte sie ihren letzten Sommer vor ihrem 18. Geburtstag nicht dort verbringen, aber besser, als mit ihren Eltern, denen sie vorwirft, die Geschichte ihrer „kranken Tochter“ dazu zu gebrauchen, interessanter zu wirken. Geleitet wird das „Chemo-Camp“ von Patrick. Es fällt Ivy zuerst schwer, sich dort an die Regeln zu gewöhnen.
Ivy wird in der „Orion“-Hütte untergebracht, zusammen mit Ella, die in Tristan, den 24-jährigen Leiter der Outdoor-Aktivitäten des Camps, verliebt ist. Nach einigen Anlaufschwierigkeiten beginnt Ivy in der zweiten Woche sich in die Gruppe zu integrieren, und sie und der Camp-Teilnehmer Jake teilen einen leidenschaftlichen ersten Kuss. Die letzte Woche beginnt mit Ellas 18. Geburtstag, und sie hat ein Date mit Tristan. Ivy beginnt, ganz sie selbst zu sein, und auch Patrick gegenüber öffnet sie sich.
Das Camp endet mit einem großen Finale, der Talentshow, zu der auch Ivys Eltern Bob und Karen kommen.[1][2][3][4]
Produktion
Regie, Drehbuch und Filmschnitt
„Ich möchte, dass das Publikum lacht, bis es weint, dann tatsächlich weint und mit einer neuen Perspektive darauf nach Hause geht, wie junge Menschen im Kampf ums Leben gesehen werden – nicht als Opfer, sondern als mutig, vielschichtig und voller Leben.“

Regie führte der Brite George Jaques, der auch das Drehbuch schrieb. Sein Debütfilm Black Dog feierte beim London Film Festival seine Weltpremiere und war dort für den Best First Feature Award nominiert.[1][2] Zuvor war Jaques Schauspieler in Fernsehserien und Fernsehfilmen.
Als er ein Teenager war, litt seine Mutter längere Zeit unter einem Krebsleiden. Er war 15 Jahre alt, als bei ihr Brustkrebs diagnostiziert wurde.[6] Diese Erfahrung in seiner Jugend und ihre Diagnose hätten seine Weltsicht massiv geprägt. Jaques trat in Kontakt mit dem Teenage Cancer Trust und lernte über diesen viele junge Menschen kennen, die ihre Kindheit und Jugend in Krankenhäusern verbrachten. Er wurde von ihnen zu einem dreitägigen Camp mit dem Slogan „Find Your Sense of Tumour“ mit Übernachtung eingeladen und tauschte sich dort mit den jungen Menschen aus: „Junge Leute erzählten mir, wie sie früher mit ihren Infusionen durch die Gänge rannten oder wie sie auf der Station ihren ersten Handjob bekamen, und man denkt nur: ‚Ich kann es nicht fassen, dass ihr mir das erzählt, das ist unglaublich.‘ Und in diesem Moment wurde mir klar, dass Krebs das Uninteressanteste an ihnen war.“ Daher wollte der Regisseur in seinem Film den Krebs in den Hintergrund rücken.[3]
Mit Filmeditorin Caitlin Spiller arbeitete Jaques bereits für Black Dog zusammen.
Besetzung und Choreografie
Bella Ramsey, bekannt aus den Fernsehserien Game of Thrones und The Last of Us, spielt die 17-jährige Ivy, die sich von einer Krebserkrankung erholt hat. James Norton spielt ihren Vater Bob. Neil Patrick Harris spielt den Camp-Leiter Patrick.[7] Shalom Brune-Franklin spielt die Camp-Therapeutin Lucy und Josie Walker die Krankenschwester Brenda.[3] Louis Gaunt ist in der Rolle des 24-jährigen Tristan zu sehen, der die Outdoor-Aktivitäten des Camps leitet.[3] Ella, mit der sich Ivy die „Orion“-Hütte teilt, wird von Ruby Stokes gespielt. In weiteren Rollen sind Jasmine Elcock als die Tarot-interessiert Maisie, Earl Cave als Ralph, Conrad Khan als Archie und Daniel Quinn-Toye als Jake zu sehen.[8] Die Golden-Globe-Gewinnerin Jessica Gunning spielt Ivys Mutter Karen.[2] Das Casting übernahmen Lucy Allen, Daniel Edwards und Tom Payne.[1] In kleinen Rollen sind auch Olivia Isaacs und Finn Torkington zu sehen, die der Regisseur über den Teenage Cancer Trust kennenlernte. Sie spielen zwei Einheimische, die sich mit der Gruppe prügeln.[3]
Den „Familientanz“ entwickelten die Schauspieler gemeinsam mit dem Regisseur und der Choreografin Polly Bennett.[3]
Dreharbeiten und Szenenbild
Die Dreharbeiten fanden im Frühjahr 2025 in Schottland statt.[9] Die Aufnahmen entstanden zum Großteil in einem Erholungsgebiet in den schottischen Highlands auf halbem Weg zwischen Glasgow und dem Loch Lomond, dem größten See Schottlands. Das Auchengillan Outdoor Centre hatte sich als idealer Drehort von Sunny Dancer erwiesen. Das Team baute zusätzlich zu den bereits vorhandenen Hütten noch einige weitere auf. Das Haus von Bob und Karen wurde ebenfalls vor Ort in unmittelbarer Nähe des Camps gefilmt. Ein weiterer Drehort war die Gegend um den Lucifer’s Loch, ein kleiner See in den schottischen Kilpatrick Hills, nahe Milngavie. Dieser Ort war ideal für die Sequenz „Survival Island“, in der die Jugendlichen auf Abenteuerreise gehen.[3] Kameramann Oliver Loncraine war in der Vergangenheit überwiegend für Kurzfilme tätig.
Das Szenenbild gestaltete Pat Campbell, die ganz in der Nähe des Hauptdrehortes lebt.[3] In dieser Funktion war sie zuletzt für Filme wie Magic Mike: The Last Dance von Steven Soderbergh tätig.
Filmmusik, Marketing und Veröffentlichung
Die Filmmusik komponierten Zachary Dawes, Bassist von Lana Del Rey, und Este Haim, die Bassistin und Sängerin der von ihr mitgegründeten US-amerikanischen Pop-Rock-Band Haim.[3] Neben ihrer Musik verwendet Sunny Dancer auch eine Vielzahl bekannter Dance-Tracks, darunter I Don’t Feel Like Dancin’ von den Scissor Sisters und Musik von Jamie XX, Fred Again und The Cranberries. Bei einem Gastauftritt im Camp gibt der Singer-Songwriter James Blunt You’re Beautiful zum Besten.[3] Im Vorspann ist The Hardest Part von Olivia Dean zu hören.[4]
Die Premiere des Films war am 13. Februar 2026 bei den Internationalen Filmfestspielen Berlin.[1] Dort eröffnete Sunny Dancer die Sektion Generation 14plus. Zu dieser Zeit wurde auch ein erster Teaser-Trailer veröffentlicht.[5]
Rezeption
Kritiken

Matthias Hopf schreibt in seiner Kritik für moviepilot.de, Sunny Dancer komme mit außerordentlichem Gespür für die Archetypen des Coming-of-Age-Films daher und berge ein nicht weniger beachtliches Wissen in sich, wie die vorgestellten Fronten mit bestmöglichem Timing aufeinandertreffen können. Ein herzlicher Humor ziehe sich durch den Film und verleihe diesem Rhythmus und Tempo. Regisseur und Drehbuchautor George Jaques schürfe aber noch tiefer, denn eigentlich habe er ein Sick-Teen-Movie gedreht, im Gegensatz zu prominenten Vertretern dieser Gattung war es Jaques jedoch ein Anliegen, Krankenhäusern so fern wie möglich zu bleiben. Der Regisseur schaue sich seine Figuren genau an und gebe diesen Zeit, sich zu entfalten. Obwohl Sunny Dancer in großen Teilen den dramaturgischen Konventionen ähnlich gelagerter Filme folgt, warte das Drehbuch mit vielen Szenen auf, die roh und echt wirkten. Es sei nicht nur die emotionale Intelligenz des Drehbuchs und Jaques' feinfühlige Inszenierung, die das breit aufgeschlüsselte Gefühlspektrum der Geschichte transportiert. Ein sagenhaftes Ensemble erwecke die Figuren zum Leben, angeführt von Bella Ramseys grandioser Lead-Performance, die sich zu keiner Sekunde vor Prestige-TV-Titanen wie Game of Thrones und The Last of Us zu verstecken brauche.[2]

Serena Seghedoni schreibt in ihrer Kritik für loudandclearreviews.com, Bella Ramsey gelinge es hervorragend, Ivys Schmerz genau im richtigen Moment zum Ausdruck zu bringen und gleichzeitig die Entwicklung der Figur im Laufe des Films zu verdeutlichen. Man habe Ramsey noch nie so authentisch erlebt, und einige der berührendsten Szenen würden einem noch lange nach dem Abspann im Gedächtnis bleiben. Trotz seiner begrenzten Leinwandpräsenz glänze auch Neil Patrick Harris mit einer Reihe von Schlüsselszenen, die das wahre Wesen seiner Figur eindrücklich vermitteln. Als Patrick beginnt, Ivy seine Geschichte zu erzählen, genüge allein sein Gesichtsausdruck, um die vielen Narben zu zeigen, die er vor der Welt verbirgt. Dank Harris’ nuancierter Darstellung seiner Emotionen berühre diese Szene den Zuschauer so tief. Auch die Nebenrollen seien hervorragend besetzt. Besonders Ella durchlaufe eine fantastische Entwicklung im Film, und Ruby Stokes verkörpere sie wunderbar. Sie liefere einige der lustigsten, aber auch einige der berührendsten Szenen des gesamten Films. Der mitreißende Soundtrack von Este Haim und Zachary Dawes und die Liebe zum Detail in Szenenbild und Kostümdesign machten die Welt von Sunny Dancer zu einem Ort, an dem man sich gerne aufhält. So sei Sunny Dancer der Coming-of-Age-Film über ein Chemotherapie-Camp, von dem man nicht wusste, dass man ihn braucht.[4]
Christian Pogatetz bemerkt in seiner Kritik für uncut.at, als Generationenporträt sei Sunny Dancer hoch anzurechnen, dass hier spürbar Menschen am Werk saßen, die den Zeitgeist der Gen Z glaubhaft nachempfinden können. Meist frei von kitschigen Abzweigungen, schöpfe das gewitzte Drama aus einer glaubhaften Atmosphäre sommerlicher Unbeschwertheit. Doch auch vor der bitteren Realität, der Ungewissheit, dass der Krebs jederzeit zurückkommen könnte, scheue Sunny Dancer nicht zurück und verleite das Publikum auf falsche Fährten, ehe der Film diesem den Boden unter den Füßen wegzieht.[10]
Auszeichnungen
Internationale Filmfestspiele Berlin 2026
- Lobende Erwähnung beim Gilde-Filmpreis in der Sektion Generation 14plus[11]
Weblinks
- Sunny Dancer bei IMDb
- Sunny Dancer im Programm der Internationalen Filmfestspiele Berlin