Susan Carey

US-amerikanische Psychologin und Kognitionswissenschaftlerin From Wikipedia, the free encyclopedia

Susan Elizabeth Carey (* 1942) ist eine US-amerikanische Kognitionswissenschaftlerin, Psychologin und Hochschullehrerin an der Indiana University.

Leben und Wirken

Carey studierte am Radcliffe College mit dem Bachelorabschluss 1964, studierte danach mit einem Fulbright-Stipendium an der Universität London und wurde 1971 an der Harvard University in experimenteller Psychologie promoviert. 1972 wurde sie Assistant Professor, 1977 Associate Professor und 1984 Professor für Psychologie am Massachusetts Institute of Technology. 1996 wurde sie Professorin an der New York University und 2001 an der Harvard University.

1999/2000 war sie Guggenheim Fellow. 2008 erhielt sie den David-E.-Rumelhart-Preis. Sie ist Mitglied der American Academy of Arts and Sciences (2001), der American Philosophical Society (2007), der National Academy of Sciences (2002) der National Academy of Education und korrespondierendes Mitglied der British Academy. 1998 erhielt sie den Jean-Nicod-Preis.

Sie befasst sich mit Entwicklungspsychologie (kognitive Entwicklung von Kindern) und Wissenschaftsphilosophie (historische Entwicklung von Konzepten). Neben Kindern untersuchte sie experimentell auch kognitives Lernen bei Affen wie deren Zahlbegriff (den sie auch bei Kindern erforschte). Sie vertritt die Auffassung, dass sich Kinder und Erwachsene durch konzeptuale Änderungen bei der Entwicklung von Wissensrepräsentationssystemen unterscheiden (dargelegt in ihrem Buch Conceptual Changes in Childhood).

1978 entwickelte sie mit Elsa Bartlett das Fast Mapping Konzept, ein hypothetischer neuronaler Prozess, mit dem Kinder ein neues Konzept schon nach einmaliger Präsentation lernen können und was insbesondere die Geschwindigkeit des Sprachenlernens erklären würde.[1]

Zu ihren Lehrern gehörte George A. Miller. Sie arbeitete in Harvard mit Elizabeth Spelke zusammen, mit der sie ein Developmental Studies Lab gründete.

Sie ist mit dem Philosophie-Professor an der New York University Ned Block verheiratet.

Auszeichnungen

Schriften (Auswahl)

  • Conceptual Change in Childhood. MIT Press, 1985, ISBN 0-262-03110-8.
  • R. Diamond, S. Carey: Why faces are and are not special: an effect of expertise general. In: Journal of experimental psychology. Band 115, Nr. 2, 1986, S. 107–117.
  • R. Saxe, S. Carey, N. Kanwisher: Understanding other minds: linking developmental psychology and functional neuroimaging. In: Annu Rev Psychol. Band 55, 2004, S. 87–124. doi:10.1146/annurev.psych.55.090902.142044
  • Susan Carey: Bootstrapping & the origin of concepts. In: Daedalus. Band 133, Nr. 1, 2004, S. 59–68.
  • L. Feigenson, S. Dehaene, E. Spelke: Core systems of number. In: Trends in Cognitive Sciences. Band 8, Nr. 7, 2004, S. 307–314.
  • The Origin of Concepts. Oxford University Press, 2009 (Zusammenfassung: S. Carey: Précis of the origin of concepts. In: Behavioral and Brain Sciences. Band 34, Nr. 3, 2011, S. 113–124)
  • mit Rhea Diamond: From piecemeal to configurational representation of faces. In: Science. Band 195, 1977, S. 312–313.
  • mit E. Markman: Cognitive Development. In: D. E. Rumelhart, B. O. Martin (Hrsg.): Cognitive Science. (= Handbook of Cognition and Perception. Vol. 1). Academic Press, 1999, ISBN 0-12-601730-1, S. 201–254.

Einzelnachweise

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