Susan Kiefel

australische Juristin und Richterin From Wikipedia, the free encyclopedia

Susan Mary Kiefel (* 1954 in Cairns) ist eine australische Juristin. Von 2017 bis 2023 war sie als 13. Chief Justice of Australia Präsidentin des High Court of Australia.

Susan Kiefel (2011)

Leben und Wirken

Nach dem Besuch öffentlicher Schulen verließ Kiefel als 15-Jährige die Schule und durchlief eine Ausbildung zur Sekretärin an einem technischen College in Brisbane. Diese schloss sie 1971 ab und arbeitete in der Folge als Sekretärin bei verschiedenen Unternehmen und letztlich einem Rechtsanwalt. Dort nahm sie parallel zu ihrer Arbeit ein Studium der Rechtswissenschaften auf.[1] Nach dem erfolgreichen Abschluss ihres Studiums wurde sie 1975 in Queensland zur Rechtsanwaltschaft zugelassen und praktizierte anschließend als angestellte Rechtsanwältin. 1984 erwarb sie an der University of Cambridge den Titel Master of Laws. Für ihre Masterarbeit erhielt sie den C.J. Hamson Prize in vergleichender Rechtswissenschaft und den Jennings Prize. Zurück in Australien wurde sie 1987 als erste Frau zur Kronanwältin und gleichzeitig zum Mitglied der Australischen Menschenrechtskommission ernannt.

Im Mai 1993 wechselte Kiefel in die Richterschaft und wurde an den Supreme Court of Queensland berufen, ab 1994 war sie auch am Supreme Court of Norfolk Island tätig. Am 17. Oktober 1994 wurde sie als zweite Frau nach Deirdre O’Connor zur Richterin am Federal Court of Australia ernannt. Am 3. September 2007 wurde Kiefel als Richterin an den High Court of Australia berufen. Am 30. Januar 2017 wurde Kiefel als Nachfolgerin von Robert French zur 13. Chief Justice of Australia und damit Präsidentin des High Court of Australia berufen. Sie war damit die erste Frau in dieser Position.[2] 2019 wurde ihr von der University of the Sunshine Coast der Ehrendoktortitel verliehen.[3] In ihre Amtszeit fällt eine Untersuchung gegen den ehemaligen High-Court-Richter Dyson Heydon wegen des Verdachts sexueller Belästigungen.[4] Zudem war sie an der Entscheidung Love v Commonwealth beteiligt, in der der High Court darüber zu entscheiden hatte, ob Aborigines als Ausländer im Sinne der Verfassung von Australien seien.[5]

Im Oktober 2023 trat Kiefel vorzeitig in den Ruhestand.[6] Ihr Nachfolger als Chief Justice wurde Stephen Gageler.[7]

Commons: Susan Kiefel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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