Susan Richter

deutsche Historikerin From Wikipedia, the free encyclopedia

Susan Richter (* 1971 in Karl-Marx-Stadt)[1][2] ist eine deutsche Historikerin und Professorin für die Geschichte der Frühen Neuzeit.

Werdegang

Richter studierte von 1994 bis 2002 Geschichte und Germanistik an der Universität Heidelberg. 2002 schloss sie das Studium mit dem Magister ab. Für ihre Dissertation Fürstentestamente der Frühen Neuzeit. Politische Programme und Medien intergenerationeller Kommunikation erhielt sie 2008 den Ruprecht-Karls-Preis[3] und 2010 den Eberhard-Freiherr-von-Künßberg-Preis für Rechtshistorische Forschungen[4] sowie den Johann-Daniel-Schöpflin-Preis.[5]

Nach der Promotion 2007 war sie seit April 2008 Nachwuchsgruppenleiterin einer vierköpfigen Forschergruppe im Exzellenz-Cluster Asia and Europe in a Global Context (Projekt A4: The Fascination of Efficiency. Migrating Ideas and Emerging Bureaucracies since the Early Modern Era). Nach der Erteilung der venia legendi für Neuere und Neueste Geschichte 2013 vertrat sie aufgrund der Berufung von Thomas Maissen als Direktor des DHI Paris bis zum Ende des Wintersemesters 2018/19 den Lehrstuhl für die Geschichte der Frühen Neuzeit in Heidelberg. Seit Sommersemester 2019 ist sie ordentliche Professorin (W3) für die Geschichte der Frühen Neuzeit an der Universität Kiel. Einen Ruf an die Universität der Bundeswehr in München auf die Professur für die Geschichte der Frühen Neuzeit lehnte sie 2020 ab.

Ihre Forschungsinteressen liegen im Bereich von Zeit und frühmoderner Zeitdiagnose, der globalen Ideengeschichte, der Kulturgeschichte des Politischen mit Fokus auf dem Alten Reich, Frankreich und den Niederlanden, Austauschbeziehungen Europas mit Ost- und Südostasien und der Rechtsgeschichte. Seit dem Jahrgang 2026 ist sie Mitherausgeberin der Zeitschrift für Geschichtswissenschaft (ZfG), gemeinsam mit Wolfgang Benz, Peter Steinbach und Claudia Weber.[6]

Schriften (Auswahl)

  • Fürstentestamente der Frühen Neuzeit. Politische Programme und Medien intergenerationeller Kommunikation. (Diss.) Vandenhoeck, Göttingen 2009, ISBN 978-3-525-36073-6.
  • mit Dirk Dirbach (Hrsg.): Thronverzicht. Die Abdankung vom Mittelalter bis in die Neuzeit. Böhlau, Köln, Weimar, Wien 2010, ISBN 978-3-412-20535-5.
  • mit Heidrun Rosenberg (Hrsg.): Heidelberg nach 1693. Bewältigungsstrategien einer Zerstörten Stadt. VDG, Weimar 2010, ISBN 978-3-89739-683-8.
  • mit Armin Schlechter: Zwischen allen Welten. Die Lebenserinnerungen der ersten Heidelberger Professorin Gerta von Ubisch. Ostfildern 2011, ISBN 978-3-7995-0890-2.
  • mit Antje Flüchter (Hrsg.): Structures on the Move. Technologies of Governance in Transcultural Encounter. Springer, Heidelberg, New York, Dordrecht, London 2012, ISBN 978-3-642-19287-6.
  • Pflug und Steuerruder. Zur Verflechtung von Herrschaft und Landwirtschaft in der Aufklärung. (Habil.) Böhlau, Köln 2015, ISBN 3-412-22355-7.
  • mit Angela Siebold und Urte Weeber: Was ist Freiheit? Eine historische Perspektive. (Gemeinsame Monografie), Campus, Frankfurt am Main 2016, ISBN 3-593-50621-1.
  • mit Armin Kohnle (Hrsg.): Herrschaft und Glaubenswechsel. Die Fürstenreformation im Reich und in Europa in 28 Biografien. Universitätsverlag Winter, Heidelberg 2016, ISBN 978-3-8253-6656-8.
  • mit Michael Roth, Sebastian Meurer (Hrsg.): Konstruktionen Europas in der Frühen Neuzeit. geographische und historische Imaginationen. Heidelberg University Publishing, Heidelberg 2017, ISBN 978-3-946054-50-4.
  • (Hrsg.): Verfolgter Unglaube. Atheismus und gesellschaftliche Exklusion in historischer Perspektive. Campus, Frankfurt am Main 2018, ISBN 978-3-593-39060-4.
  • mit Laila Abu Er Rub, Christiane Brosius, Sebastian Meurer, Diamantis Panagiotopoulos (Hrsg.): Engaging Transculturality. Concepts, Key Terms, Case Studies. Routledge, London and New York 2019, ISBN 978-1-138-22664-7.
  • (Hrsg.): Entsagte Herrschaft. Mediale Inszenierungen fürstlicher Abdankungen im Europa der Frühen Neuzeit. Böhlau, Wien, Köln, Weimar 2019, ISBN 978-3-41251563-8.
  • mit Thomas Maissen, Manuela Albertone (Hrsg.): Languages of Reform in the Eighteenth Century. When Europe lost its fear of change. Routledge, Research in Early Modern History, London and New York 2019, ISBN 9781032087597.
  • (Hrsg.): Amo te solo. Briefe der Kurfürstin Elisabeth Augusta an Clemens Franz, Herzog in Bayern 1743-1770. Edition, Übersetzung, Kommentar. heiBOOKS, Heidelberg 2021, ISBN 978-3-948083-53-3.
  • mit Sven Externbrink (Hrsg.): Königskinder. Lebenswege und Handlungsspielräume einer Dynastie im Europa des 17. Jahrhunderts. Universitätsverlag Winter, Heidelberg 2024, ISBN 978-3-8253-4899-1.
  • mit Gideon Stiening und Björn Spiekermann (Hrsg.): Voltaire. Die deutschsprachige Rezeption im 18. Jahrhundert in europäischer Perspektive, in: Aufklärung. Interdisziplinäres Jahrbuch zur Erforschung des 18. Jahrhunderts und seiner Wirkungsgeschichte 37 (2025), Felix Meiner, Hamburg 2025, ISBN 978-3-7873-5065-0.
  • Vom Besteck des Zeitgenossen. Gegenwartsdiagnose im 18. Jahrhundert. (Monografie), Campus, Frankfurt am Main/New York 2025, ISBN 978-3-593-51391-1.

Einzelnachweise

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