Suzanne Duchamp

französische Malerin From Wikipedia, the free encyclopedia

Suzanne Marie Germaine Duchamp-Crotti (* 20. Oktober 1889 in Blainville-Crevon; † 11. September 1963 in Neuilly-sur-Seine) war eine französische Malerin unter anderem des Dadaismus.

Louise Norton-Varèse, Edgard Varèse, Suzanne Duchamp, Jean Crotti und Mary Reynolds (1924)

Leben und Werk

Duchamp war Tochter des Notars Eugène Duchamp. Ihre Mutter Lucie war Tochter eines bekannten Malers, Émile Nicolle, ihre Brüder waren Raymond Duchamp-Villon, Jacques Villon und Marcel Duchamp. Suzanne Duchamp wuchs in ihrem Geburtsort Blainville-Crevon in der Normandie auf. Im Jahr 1905 zog die Familie der damals 16-Jährigen nach Rouen, wo sie die Kunstschule École des Beaux-Arts besuchte. Bereits 1910 stellte Duchamp eines ihrer Gemälde, Portrait de Jacques Villon. bei dem avantgardistischen Kollektiv „Société Normande de peinture moderne“ aus.[1]

Sie verbrachte ihre Jugend in einem außergewöhnlichen Künstlerumfeld des 20. Jahrhunderts, unter anderem bei den Künstlertreffen ihrer Brüder in Puteaux, bei denen auch wichtige Figuren der Avantgarde wie Guillaume Apollinaire, Marie Laurencin, Francis Picabia, Gabrielle Buffet-Picabia und Jean Crotti anwesend waren.[2]

Im Jahr 1919 heiratete sie in zweiter Ehe den Schweizer Maler und Grafiker Jean Crotti. Ihr Umfeld war von einer europäischen und globalen Internationalität geprägt und bestimmte ihre künstlerische Entwicklung von der Epoche des Dadaismus über gegenständliche Kunst und endete in Abstraktionen. Als ein Hauptwerk ihrer dadaistischen Arbeit gilt das Gemälde Multiplication brisée et rétablie[3] (englisch: Broken and Restored Multiplication) aus den Jahren 1918–1919.

Das Familiengrab Duchamp in Rouen

Duchamp blieb bis zu ihrem Lebensende als Künstlerin aktiv. Ab den 1950er-Jahren war sie in den ersten internationalen Überblicksausstellungen zur Dada-Bewegung vertreten, unter anderem in New York (1953), Paris (1957) und Düsseldorf (1958). Ihre Kunst blieb weitreichend figurativ, umfasste aber auch späte abstrakte Landschaften wie Au coin de ciel bleu von 1962.[4]

Vermächtnis

Im Jahr 1967 richtete das Musée des beaux-arts de Rouen unter Mithilfe von Marcel Duchamp als einzigem lebenden Familienmitglied eine Ausstellung aus unter dem Titel Les Duchamps: Jacques Villon, Raymond Duchamp-Villon, Marcel Duchamp, Suzanne Duchamp.[5]

Ein Großteil ihres Schaffens wird vom Philadelphia Museum of Art bewahrt, Ausstellungen wurden im Münchner Haus der Kunst, im Centre Pompidou und im Museum of Modern Art in New York gezeigt.

Suzanne Duchamp-Crottis Grabstein befindet sich auf dem Friedhof von Rouen, wo sie im Familiengrab mit ihren Geschwistern bestattet wurde.

Ausstellungen

  • 1911: Salon des Indépendants, Paris
  • 1921: Exposition des oeuvres de Suzanne Duchamp et Jean Crotti: Tabu. Galerie Montaigne, Paris
  • 1924: Brooklyn Armory Show, New York
  • 1928: Exposition des oeuvres récentes de Suzanne Duchamp, Galerie René Zivy, Paris
  • 1933: Exhibition of Watercolors by Suzanne Duchamp, Delphic Studios, New York
  • 1939: Suzanne Duchamp, Galerie Zak, Paris
  • 1967: Les Duchamps, Musée des Beaux-Arts, Rouen
  • 1983: Tabu Dada. Jean Crotti & Suzanne Duchamp: 1915–1922, Kunsthalle Bern, Musée National d’Art Moderne, Paris u. a.
  • 2025: Suzanne Duchamp. Retrospektive, Kunsthaus Zürich[6], Schirn Kunsthalle Frankfurt[7]

Werke (Auswahl)

Literatur und Ausstellungskataloge

  • Tabu Dada : Jean Crotti & Suzanne Duchamp : 1915–1922. Kunsthalle Bern, 22. Januar – 27. Februar 1983; Centre Georges Pompidou, Musée national d'art moderne, Paris, 6 avril – 30 mai 1983; Houston Museum of Fine Arts, July 29 – October 16 1983.
  • William A. Camfield: Suzanne Duchamp and Dada in Paris. In: Naomi Sawelson-Gorse (Hrsg.): Women in DADA. Essays on sex, gender, and identity. The MIT Press, Cambridge, Mass. 1998, ISBN 0-262-19409-0, S. 82–103, 633–634 Lückenhafte Vorschau auf Google Books
  • Britta Jürgs (Hrsg.): Etwas Wasser in der Seife: Portraits dadaistischer Künstlerinnen und Schriftstellerinnen. Aviva Verlag, Grambin u. a. 1999, ISBN 3-932338-06-5.
  • Ruth Hemus: Dada's women. Yale University Press, New Haven, London 2009, ISBN 978-0-300-14148-1.
  • Marie Ollier: Duchamp-Crotti, Suzanne. In: AKL Online. Allgemeines Künstlerlexikon Online/Artists of the World Online. DeGruyter/Saur, Berlin u. a., 2009/2021.

Einzelnachweise

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