Suze Groshans

niederländische Aktivistin für Menschen-, Kinder- und Tierrechte From Wikipedia, the free encyclopedia

Alexandrina Petronella Johanna Suze Groshans (geboren 13. Juni 1863 in Hardenberg; gestorben 1. November 1944 in Bussum) war eine niederländische Aktivistin für Menschen-, Kinder- und Tierrechte.

Suze Groshans, 1913

Leben

Suze Groshans wurde am 13. Juni 1863 in Hardenberg geboren. Sie war die Tochter des Inspektors beim staatlichen Steueramt Frederik Casparus Michiel Groshans (1818–1902) und Wilhelmina Johanna Roldanus (1830–1903). Sie stammte aus einer großen Familie und war das mittlere Kind. Mehrere ihrer Geschwister starben in jungen Jahren. Aufgrund des Berufes ihres Vaters musste die Familie oft umziehen, da er häufig versetzt wurde. Sie lebte in ihrer Kindheit in ihrer Geburtsstadt Hardenberg, in Leeuwen (Gelderland), Coevorden und Zwartsluis. In Haarlem absolvierte sie eine Ausbildung zur Lehrerin und danach arbeitete sie mehrere Jahre in diesem Beruf in Scheveningen und in Den Haag. Dort wohnte sie bei ihrer Freundin Marie Jungius, vermutlich hatten sie sich bei der Lehrerinnenausbildung kennengelernt.[1]

Soziales Engagement

Suze Groshans (links) mit Marie Jungius im Industriesaal der Nationale Tentoonstelling Vrouwenarbeid (1898)

Sie engagierte sich in den 1890er Jahren in zahlreichen Initiativen oft zusammen mit Jungius. So setzte sie sich 1897 für die Abschaffung der Nachtarbeit für Bäcker ein und war an der Organisation der Nationale Tentoonstelling van Vrouwenarbeid beteiligt, die 1898 in Den Haag stattfand. Sie gehörte dem Vorstand der Gesellschaft zum Schutz der Tiere an, der Niederländischen Union zur Bekämpfung der Vivisektion, der Marie-Jungius-Stiftung und dem „Kinderbond“, einen Vorläufer des aktuellen, niederländischen Kinderschutzsystems tätig, die 1891 von Caroline van der Hucht-Kerkhoven nach dem Vorbild der englischen und amerikanischen „Bands of Mercy“ gegründet worden war. Groshans war viele Jahre lang die Vorsitzende des „Kinderbond“, der sich laut Satzung die Aufgabe gegeben hatte, „die Förderung von Gerechtigkeit und Mitgefühl für alle Lebewesen und die Bekämpfung von Brutalität und Unrecht“ anzustreben. Der Verein organisierte Kinderclubs an zahlreichen Orten, förderte die Einrichtung öffentlicher Bibliotheken und Kinderbibliotheken und stellte Informationen über Kinderbücher durch Buchlisten und Rezensionen im Correspondentieblad van den Nederlandschen Kinderbond bereit.[1]

Zeitweise war sie Vorstandsmitglied in 30 unterschiedlichen Vereinen, sie hielt Vorträge im ganzen Land und veröffentlichte zahlreiche Artikel und Broschüren. Dies zu den unterschiedlichsten Themen. Dabei erwarb sie sich den Ruf einer scheinbar unermüdlichen Frau, dabei lebte sie sehr bescheiden.[1]

Kinderliteratur

Für Suze Groshans war die Verbreitung guter Kinderliteratur ein Anliegen. Sie arbeitete bei der Organisation der Ausstellung De Vrouw 1813–1913 in dem Komitee mit, welches für die Kinderbuchsektion zuständig war. Sie leitete von 1918 bis 1938 den Vorstand des Jugendlesesaals in der Herman-Costerstraat in Den Haag und veröffentlichte zahlreiche Schriften zum Thema Kinderliteratur. Dabei war für Groshans ein Kinderbuch ein Mittel zur Förderung der intellektuellen Fähigkeiten von Kindern. In dem Heft „Het Kind“ (Das Kind) von 1904 schrieb sie,„Das Negative und Schädliche muss entschieden zurückgewiesen werden“. Sie hielt die Erzählungen von Gustave Aimard über den Wilden Westen für zu reißerisch und die Erzählungen von Top Naeff wie „School-idyllen“ für schädlich, da ihnen ein Mangel an „tieferer Empfindung“ anhaften würde.[1]

Spätes Leben

In den 1920er Jahren zog sie nach Arnheim. Anfang der 1930er Jahre erkrankte sie an Übermüdung. Sie kam zusammen mit einer ihrer Schwestern in das Pflegeheim der Krankenschwester Hendrika Johanna Vermazen. Das Heim wurde 1940 nach Oosterbeek verlegt. In den Kriegsjahren verschlechterte sich ihr körperlicher und geistiger Zustand deutlich. Besonders problematisch war für sie die Evakuierung des Pflegeheims nach Bussum im Herbst 1944.[1]

In Bussum starb Suze Groshans am 1. November 1944.

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI