Suzerain

Computerspiel aus dem Jahr 2020 From Wikipedia, the free encyclopedia

Suzerain ist eine textbasierte englischsprachige Strategie-Politiksimulation, die von dem in Berlin ansässigen Studio Torpor Games für Microsoft Windows, PlayStation 4 und 5, Xbox One, Xbox Series, Android, iOS, macOS und Nintendo Switch entwickelt und je nach Betriebssystem in den Jahren von 2020 bis 2025 als Indie-Spiel und Visual Novel veröffentlicht wurde. Suzerain erhielt lobende Rezensionen und wurde im Jahr 2021 mit dem Deutschen Computerspielpreis in der Kategorie Bestes Expertenspiel und dem Publikumspreis bei den Games for Change ausgezeichnet.

EntwicklerTorpor Games
PublisherTorpor Games, Fellow Traveller, Teyon
KomponistJames Spence
VeröffentlichungmacOS, Windows:
4. Dezember 2020
Switch:
23. September 2021[1]
Android, iOS:
8. Dezember 2022
PlayStation 4/5, Xbox Series, Xbox One
11. November 2025[2]
Schnelle Fakten Entwickler, Publisher ...
Suzerain
Entwickler Torpor Games
Publisher Torpor Games, Fellow Traveller, Teyon
Komponist James Spence
Veröffentlichung macOS, Windows:
4. Dezember 2020
Switch:
23. September 2021[1]
Android, iOS:
8. Dezember 2022
PlayStation 4/5, Xbox Series, Xbox One
11. November 2025[2]
Plattform Android, iOS, macOS, Nintendo Switch, Windows
Spiel-Engine Unity
Genre Rundenbasiertes Strategiespiel, Politiksimulation, Visual Novel[3]
Spielmodus Einzelspieler
Medium Download, digitale Distribution
Sprache Englisch
Altersfreigabe
USK
USK ab 12 freigegeben
USK ab 12 freigegeben
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Mit Suzerain: Rizia, auch Suzerain: Kingdom of Rizia genannt[4], wurde eine Erweiterung veröffentlicht.[5] Eine weitere Erweiterung ist in Arbeit. Mit The Conformist befindet sich außerdem ein weiteres Vollspiel, das in derselben fiktiven Welt angesiedelt ist, bei Torpor Games in Entwicklung.[6][7]

Setting und Kampagnen

Suzerain

Im Basisspiel Suzerain schlüpft der Spieler in die Rolle von Anton Rayne, einem neu gewählten Staatspräsidenten der fiktiven Republik Sordland. Die nominell demokratisch geprägte Nation erholt sich von zwanzig Jahren autoritärer Herrschaft unter dem Regime des ehemaligen Präsidenten Tarquin Soll und einer schweren Wirtschaftsrezession unter Raynes erfolglosen Vorgänger Ewald Alphonso. Als Präsident muss der Spieler entscheiden, wie er Sordland regieren will. Dabei wird er mit verschiedenen strukturellen Problemen und Krisen konfrontiert, die das Land angesichts zunehmender globaler Spannungen treffen. Obwohl die Handlung weitgehend auf eine Amtszeit bzw. eine Kampagne begrenzt bzw. konzentriert ist, entscheidet die Art und Weise des Regierens über die Zukunft des Landes und die von Anton Rayne persönlich.

Die weltpolitische Lage in Suzerain weist deutliche Parallelen zu der in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts auf; dem Vorhandensein einer geopolitischen Rivalität zwischen kapitalistischen und kommunistischen Supermächten, die sich zunehmend miteinander in einem Kalten Krieg befinden. Sordland ist zu Beginn des Spiels ein blockfreier Staat, der sowohl an Bündnisstaaten der beiden Supermächte grenzt als auch an Rumburg; eine kriegerische Monarchie mit eigenen globalen Ambitionen. Der Spieler kann versuchen, sich entweder auf die Seite der westlichen (kapitalistischen) oder östlichen (kommunistischen) Fraktion zu stellen oder Neutralität zu wahren.

Kingdom of Rizia-Erweiterung

In der Rizia-Erweiterung übernimmt der Spieler die Rolle von Romus Toras, einem jungen, frisch gekrönten Monarchen des Königreichs Rizia, das weiter südlich von Sordland liegt und kein direkter Nachbarstaat ist. Das Königreich hält natürliche Ressourcen wie Gold und fossilen Brennstoffen vor. Aufgrund einer ineffektiven Führung von Romus’ verstorbenem Vater, Valero Toras „dem Gebrechlichen“, und dem Verlust zweier Landesteile befindet sich das Königreich jedoch wie Sordland in einer prekären wirtschaftlichen und angespannten innen- und außenpolitischen Lage. Der Spieler steht sowohl vor der Entscheidung, ob und falls ja wie er als Monarch fortregieren will, wie er sich zum Verlust der Landesteile verhält und wie er das Land sonst geopolitisch ausrichtet.

Der Spieler trifft in der Erweiterung außerdem auf mehrere Charaktere aus dem Basisspiel, darunter Anton Rayne, als dieser gerade Präsident ist. Der Spieler kann seine Sicherungsdatei/dem letzten Savegame aus dem Basisspiel verwenden, um der Version von Rayne zu begegnen, die zuvor in der Rizia-Kampagne gespielt wurde.

Gameplay

Das Gameplay von Suzerain funktioniert hauptsächlich über ein englischsprachiges textbasiertes Dialogssystem; der Spieler interagiert über dieses mit Ministern, Beratern und anderen wichtigen Persönlichkeiten, um die verschiedenen Situationen seines Landes zu verstehen. Ihm werden kontinuierlich Multiple-Choice-Fragen gestellt, durch die wiederum sowohl Charakter als auch Politikstil manifestiert wird. In Sordland umfassen diese Entscheidungen wichtige Reformen der Staatsverfassung, die Verfolgung einer marktorientierten oder zentral geplanten Wirtschaftspolitik sowie die Reaktion auf Sicherheitsbedrohungen und Probleme des öffentlichen Wohls. Auch die Familie spielt eine wichtige Rolle in der Geschichte und verleiht den Entscheidungen des Spielers, der versucht, seine Verantwortung als Staatsoberhaupt mit seinem Privatleben in Einklang zu bringen, größeres persönliches Gewicht.

Ergänzt werden die Dialoge durch visuelle Hilfsmittel wie politische Karten, Berichte bzw. Zeitungsartikel, Statistiken zum verfügbaren Budget und den verfügbaren Ressourcen sowie eine Bibliothek mit Informationsbroschüren zu Personen, Orten, Organisationen, Religionen, zur Geschichte zu verschiedenen Themen.

Den Entwicklern zufolge beinhaltet das Spiel 450.000 Wörter – so lang ist etwa auch die Fantasytrilogie Der Herr der Ringe.[3] Allerdings müssen die Zeitungsartikel, die zu dem vielen Text beitragen, nicht zwingend gelesen werden, um einen Spielfortschritt zu erzielen; laut Howlongtobeat lässt sich das Basisspiel auch in 11 ½ Stunden statt 36 ½ Stunden durchspielen.[8]

Bei der Rizia-Erweiterung gibt es optional, je nach Regierungsstil, ein interaktives Kriegskapitel mit entsprechenden Spielmechaniken, die es dem Spieler ermöglicht, seine Streitkräfte zu organisieren und durch einen Krieg zu führen.

Da sowohl Basisspiel als auch Erweiterung über einige verschiedene Enden verfügen, weisen beide Spiele bzw. Kampagnen einen hohen Wiederspielwert auf. Nach dem Ende der Erzählung folgt ein Ergebnisbildschirm, der die politische Ausrichtung des Spielers und einen Politikstil-Vergleich mit anderen Charakteren des Spiels anzeigt, sowie eine Liste mit Statistiken bereithält.

Entwicklung

Bei der Entwicklung ließen sich die Macher des Spiels eigenen Angaben zufolge von Max Webers Essay Politik als Beruf, Niccolò Machiavellis Werk Il Principe, den Politserien House of Cards und West Wing sowie Politiksimulationen wie Tyranny und Orwell inspirieren.[3]

Sowohl Basisspiel als auch Erweiterung wurden auch nach Veröffentlichung mehrmals um Inhalte ergänzt und mit Patches bzw. Bugfixes versehen.[9] Stand 2025 befindet sich aufgrund einer gewissen Popularität des Spiels in der Volksrepublik China eine Sprachausgabe in Mandarin in Entwicklung.[10]

Auszeichnungen und Bewertungen

Weitere Informationen Metawertungen, Datenbank ...
Metawertungen
DatenbankWertung
Metacritic81/100[11]
OpenCritic75/100[12]
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Suzerain wurde im Jahr 2021 in der Kategorie Bestes Expertenspiel mit dem Deutschen Computerspielpreis ausgezeichnet.[13] Im selben Jahr erhielt das Spiel den People's Choice Award bei den Games for Change. Dort war es auch in der Kategorie „Innovativstes Spiel“ nominiert.[14][15]

In Der Spiegel wurde Suzerain als „das vielleicht realistischste Videospiel über Politik“ bezeichnet. Das Spiel ist laut Spiegel, „explizit politisch, nicht im Sinne von politischer Parteinahme, sondern weil es trotz seiner fiktiven Welt, die entfernt an ein Mitteleuropa der Fünfzigerjahre erinnert, die reale Welt der Politik als Vorlage hat.“[3] Das Onlinemagazin Rock Paper Shotgun lobte die Spielwelt als beeindruckend detailliert und nannte es insgesamt ein „hervorragendes“ Spiel.[16] PC Gamer bezeichnete es als „faszinierendes“ und „wirklich einzigartiges“ Spiel.[17] Das Magazin Vice kommentierte, das Spiel biete „scharfe historische Einblicke und Kommentare zur heutigen Politik“.[18] Das türkische Computerspielemagazin Oyungezer lobte den Aufbau der Welt, die Charakterdesigns und den Wiederspielwert. Kritisch merkte es an, dass das Tutorial und die Benutzeroberfläche besser sein könnten, und nannte die Musik repetitiv.[19] The Escapist sagte, das Spiel „[...] sorgt für eine interessante und emotional anstrengende Erfahrung“.[20] Im Jahr 2024 listete PCGamesN Suzerain als eines der besten politischen PC-Spiele auf.[21]

Einzelnachweise

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