Systemtechnik
Fachrichtung der Ingenieurwissenschaften
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Die Systemtechnik ist eine Fachrichtung der Ingenieurwissenschaften und in gewisser Weise synonym mit dem Systems Engineering (SE). In beiden Disziplinen geht es um die Planung, Entwicklung und das Management komplexer Systeme bzw. Produkte.[1] Der Fokus liegt dabei auf der Integration und Interaktion von Komponenten.
Im Unterschied zu Spezialisten, die sich auf den Entwurf von Teilsystemen konzentrieren, versucht die Systemtechnik, mit einem ganzheitlichen Ansatz an den Entwurf komplexer Systeme heranzugehen. Dabei geht es um die technische Analyse, Beschreibung und Verknüpfung von Einzelelementen und dem Gesamtsystem als Teil einer Systemarchitektur.[2]
Anwendungsbereiche
Systemtechnik kann auf Technologien (einschließlich digitaler Services), Geräte und Anlagen angewendet werden. Dabei wird eine systematische und meist formelle Vorgehensweise gewählt, um Lösungen für komplexe Systeme zu entwickeln. Die Methoden und Konzepte der Systemtechnik finden mindestens in den folgenden Bereichen Anwendung (Auswahl):
- Anlagentechnik
- Aufbau- und Verbindungstechnik
- Automobiltechnik
- Automatisierungstechnik
- Bahntechnik bzw. im Schienenverkehr[3]
- Biowissenschaften (Life Sciences)
- Computer- bzw. Rechnertechnik
- Energietechnik
- Fördertechnik bzw. Stückgutförderung
- Mikrosystem- bzw. Mikrotechnik
- Raumplanung bzw. -analyse[4]
- Verfahrenstechnik, dort bekannt als Verfahrenssystemtechnik[5]
- Wehrtechnik
Studium
Das Studium der Systemtechnik fundiert auf mathematisch-naturwissenschaftlichem Grundwissen. Zum Studium gehören alle oder einige der folgenden Fächer: Mechatronik und Robotik, Ingenieurinformatik, Elektronik und Regelungstechnik.
Im Studium und in der Praxis kommen zunehmend digitale Designmethoden, Modelle und Techniken zum Einsatz, um die Komplexität ganzheitlicher Entwurfsansätze effektiv zu bewältigen. Dies ist eine Grundvoraussetzung für die Herstellung und den kompletten Lebenszyklus komplexer Systeme. Neben dem Produktlebenszyklus[6] spricht man auch von einem Systemlebenszyklus bzw. den entsprechenden Modellen.[7]
Siehe auch
Literatur
- Gerold Patzak: Systemtechnik — Planung komplexer innovativer Systeme: Grundlagen, Methoden, Techniken. Springer Berlin Heidelberg, Berlin, Heidelberg 1982, ISBN 3-540-11783-0, doi:10.1007/978-3-642-81893-6.