Söllereckbahn

Luftseilbahn bei Oberstdorf, Deutschland From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Söllereckbahn ist eine 2025 Meter lange Kleinkabinenbahn in der Nähe von Oberstdorf am 1706 m hohen Berg Söllereck.

Schnelle Fakten Bergbahn ...
Bergbahn
Söllereckbahn
Bergstation der Söllereckbahn
Bergstation der Söllereckbahn
Hersteller Leitner
Baujahr 2020
Höhe der Talstation 990 m
Höhe der Bergstation 1360 m
Höhendifferenz 370 m
Länge 2025 m
Fahrzeit 7 Minuten 47 Sekunden
Maximale Geschwindigkeit 6 m/s
Schließen

Geschichte

Im Jahre 1912 baute Wilhelm Liebherr aus Dietmannsried Am Höllrücken auf Schrattenwang das Gasthaus „Berghotel Schönblick“. Die idealen Bedingungen für Wintersport wurden schon ab Beginn des 20. Jahrhunderts genutzt. Nach einer kriegsbedingten Zäsur, in der der Tourismus in Oberstdorf nahezu ausblieb, leitete der Gemeinderat 1948 mit dem Erschließungsbeschluss für ein Skigebiet Walserbrücke–Söllereck den Wiederaufbau ein. Am 14. Januar 1950 wurde mit einem Gründungskapital von 160.000 DM eine Aktiengesellschaft zur Erschließung der Strecke Wanne Schrattenwang gegründet. Die in Oberstdorf ansässige Firma ABIG erhielt den Zuschlag für den Bau der Seilbahn. Nachdem das Unternehmen schon beim Karatsbichl-Lift überzeugt hatte, realisierte es dieses neue Projekt unter Verwendung des renommierten Schweizer System Von Roll, einer automatisch kuppelbaren Einseilumlaufbahn, welche für einen bequemen Ein- und Ausstieg die Sessel an den Stationen automatisch vom Seil lösen. Nach der Eröffnung am 11. Juli 1950 – zeitgleich mit dem Berghaus am Söller – entwickelte sich die Bahn schnell zum Publikumsmagneten. Schon sechs Jahre später, im Jahr 1956, knackte man bereits die Marke von einer Million Fahrgästen.

Die Söllerbahn AG, die sich aus der Marktgemeinde Obstdorf, dem Verkehrs- und Kulturverein, dem Breitachklammverein, der Nebelhorn AG und einigen Oberstdorfern Geschäftsleuten zusammensetze, erwarb 1957 von Georg Joas den Schrattenwang-Sessellift, der 1959 zu einem Schlepplift und 1969 vollkommen neu aufgebaut wurde. Der Höllwieslift aus dem Jahre 1962 erschloss bis zum Jahr 2020 das Söllereck-Skigebiet vom Ziegelbach her, der Tellerlift wurde 1971 aus dem Besitz der Familien Max Maile und Franz Jäger übernommen und 1975 zu einem Schlepplift umgebaut. Der Ochsenhöflelift aus dem Jahr 1964 wurde 1979 von einem Ein-Mann-Tellerlift in einen leistungsfähigeren Schlepplift umgebaut. Gemeinsam mit dem 1977 errichteten Wannenlift und der ersten eigenen Pistenraupe, die bereits 1970 angeschafft wurde, war das Wintersportangebot abgerundet.

Eine Weiterentwicklung in Sachen Komfort und Kapazität erfolgte im Jahr 1997, als die alte Söllereckbahn, seit 1969 ein Doppelsessellift mit Platz für 540 Personen pro Stunde, durch eine moderne 6er-Kabinenbahn ersetzt wurde. Damit konnte die Förderleistung auf 1.700 Gäste pro Stunde mehr als verdreifacht werden. Von April 2020 bis Dezember 2020 wurde die Söllereckbahn durch eine 10er-Kabinenbahn mit einer Stundenkapazität von 2.400 Personen ersetzt, die Bahn wurde um 260 Meter zur neuen Talstation wurde nordwestlich zur Bundesstraße 19 verlegt. Die 1998 installierte Beschneiungsanlage wurde 2015 erweitert. Die Sommerrodelbahn Allgäu Coaster ist seit 2005 in Betrieb.[1]

Panoramabild vom Söllereck bei der Bergstation der Söllereckbahn und beim Berghaus Schönblick

Bahnbetrieb

Sie überwindet einen Höhenunterschied von 345 Metern und galt bis zum Bau der Fellhornbahn II als die längste Einseilumlaufbahn Deutschlands. Die Söllereckbahn verfügt über Kabinen mit einem Fassungsvermögen von je zehn Personen. Das Seil der Söllereckbahn, das zugleich Zug- und Tragseil ist, hat einen Durchmesser von 41 mm und eine Länge von 4150 Metern. Von 1950 bis 1997 war die Söllereckbahn ein durch Von Roll gebauter, zweisitziger, kuppelbarer Sessellift. Im Sommer 1996 baute man die Beton-Fundamente für die neue Gondelbahn von Doppelmayr. Im April 1997 wurden der Sessellift stillgelegt und die Bauarbeiten für die neue Bahn fortgeführt, die im Juli 1997 in Betrieb ging. Das Gebäude des Sessellifts diente als Teil der Garage für die Kabinen der Gondelbahn. Im Jahre 2020 wurde die Bahn durch eine moderne Einseilumlaufbahn der Firma Leitner mit Kabinen für je zehn Personen ersetzt. Aufgrund des Corona-Lockdown im Winter 2020/21 konnte die Bahn jedoch erst Ende Mai 2021 für den Publikumsverkehr freigegeben werden.

Die Söllereckbahn ist ein Unternehmen der Oberstdorfer Bergbahn AG. Die Aktiengesellschaft steht mit jeweils 24,99 % im Eigentum des Marktes Oberstdorf und Behr Holdung GmbH, ferner halten die Leitner GmbH 18,21 % und der Verschönerungsverein Oberstdorf 14,44 % der Aktien, 17,4 % der Aktiengesellschaft befinden sich in Streubesitz.[2] Die Gesellschaft betreibt neben der Söllereckbahn unter anderem die Sommerrodelbahn Allgäu-Coaster, eine Allwetterrodelbahn vom Typ Alpine-Coaster mit etwa 900 m Länge. Neben der Söllereckbahn befinden sich noch vier Skilifte im Skigebiet Söllereck-Höllwies: Wannenköpflelift, Ochsenhöflelift, die ebenfalls erneuerte Schrattenwangbahn und Höllwieslift. Auch das Berghaus Schönblick steht im Eigentum der Oberstdorfer Bergbahn AG.

Nach einem dem finanziellen Einbruch des Gesamtumsatzes in der Saison 2019/2020 auf 2,8 Millionen Euro, schloss der Bergbahnbetrieb die Saison 2022/2023 mit 7,194 Millionen Euro ab, wobei die Gastronomiebetriebe bei schwierigen Wetterbedingungen in diesem Geschäftsjahr ihren Umsatz mit 659.000 Euro auf dem Vorjahresniveau halten konnten. Im Geschäftsjahr 2022/2023 wurden von Anfang Mai bis November 234.601 und 366.372 Besucher Gäste im Winterbetrieb gezählt. Am 30. November 2023 waren 39 Mitarbeiter auf der Söllereckbahn mit Nebenbetreiben beschäftigt.[2][3]

Der gesamte Energiebedarf am Söllereck wird mit 100 % Ökostrom aus alpiner Wasserkraft vom Versorger AllgäuStrom und mit der neu errichteten Fotovoltaikanlage gedeckt und soll mit neuesten Techniken weiter optimiert und noch effizienter werden. Die Oberstdorfer Bergbahn AG beteiligt sich im Rahmen der Marke „OK-Bergbahnen“ auch an der Initiative „MyMountainNature“, in der die verschiedenen, umfangreichen Maßnahmen zur Nachhaltigkeit, u. a. gegen Lichtverschmutzung und das übermäßige Heizen von Bahnstationen, zusammengefasst werden.[3]

Lage

Lage Talstation

Lage Bergstation

Quellen

  • Karl Hofmann: Oberstdorf baut eine Sesselbahn – Söllereckbahn. In: Unser Oberstdorf, Blätter zur Oberstdorfer Heimatgeschichte. Heft 2, 1982, S. 73.

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI