Südwall
historische Küstenbefestigung in Südfrankreich
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Der Südwall (auch Mittelmeerwall genannt) war eine 864 Kilometer lange Verteidigungslinie entlang der Küste des Mittelmeers. Sie wurde im Zweiten Weltkrieg von den deutschen Besatzern in Frankreich ab 1943 geplant und teilweise erbaut. Der Südwall sollte eine Invasion der Westalliierten verhindern.

Konzept des Südwalls
Die deutsche 19. Armee mit Hauptquartier in Avignon hatte sieben Küstenverteidigungsabschnitte (KVA) entlang der französische Mittelmeerküste von der spanischen bis zur italienischen Grenze:
- Küstenverteidigungsabschnitt A (271. Infanterie-Division), von der spanischen Grenze über die Häfen von Port-Vendres und Collioure bis zum Cap Leucate
- Küstenverteidigungsabschnitt B (277. Infanterie-Division), von La Palme über Port-la-Nouvelle, Gruissan und Narbonne-Plage bis zur Mündung der Aude
- Küstenverteidigungsabschnitt C (271. Infanterie-Division), von der Mündung der Aude über Portiragnes Plage, Cap d’Agde und Sète bis zur Westseite der Camargue
- Küstenverteidigungsabschnitt D (338. Infanterie-Division), vom Mündungsbereich der Rhône über Port-de-Bouc bis nach Carry-le-Rouet
- Küstenverteidigungsabschnitt E (244. Infanterie-Division), von Carry-le-Rouet über die Region Marseille bis nach Le Port d'Alon
- Küstenverteidigungsabschnitt F (242. Infanterie-Division), von Bandil über Toulon bis nach Cap Benat bei Bormes-les-Mimosas
- Küstenverteidigungsabschnitt G (148. Reserve-Division), über Cannes und Nizza bis zur italienischen Grenze
An den Südwall schloss im Osten an der italienischen Grenze der an der ligurischen Küste errichtete Vallo Ligure (dt. Ligurischer Wall) an. Der Südwall umfasste Schützengräben und Geschützstellungen entlang der Strände, eine etwa 32 Kilometer landeinwärts verlaufende Verteidigungslinie, Rommelspargel und Sprengfallen unter der Wasserlinie.
- Batterie Karine, Regelbau M272 bei Port-Vendres
- Blockhaus 2 auf Sainte-Marguerite
- Schiffsgeschütz bei Toulon
- Bunker L’Estaque bei Marseille
Operation Dragoon
Die Deutschen hatten ihre Verteidigungsstrategie auf der Hypothese aufgebaut, es sei den Alliierten nicht möglich, zwei Landeoperationen in Frankreich gleichzeitig vorzubereiten und durchzuführen. Sie hatten bei Marseille und Toulon Truppen zusammengezogen und durch befestigte Stützpunkte eine Landung an den übrigen für unwahrscheinlich gehaltenen Stellen zu erschweren versucht. Ab dem 15. August 1944 landeten zwei Armeen der Westalliierten an der französischen Côte d’Azur zwischen Toulon und Cannes zur Vertreibung der deutschen Truppen aus Südfrankreich. Sie bildete das südliche Gegenstück zu der am 6. Juni 1944 mit der Landung in der Normandie begonnenen Operation Overlord.
Zur Zeit der Landung der Alliierten in der Provence bestand die Verteidigungslinie aus etwa 500 fertigen Bunkern, während etwa 200 weitere noch im Bau waren.[1][2][3]