Tafenoquin
Arzneistoff
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Tafenoquin (WR-238605) ist ein Antimalariamittel. Es handelt sich um eine Weiterentwicklung des 8-Aminochinolins Primaquin durch das Walter Reed Army Institute of Research (WRAIR) der United States Army.[3] Das Medikament weist eine vergleichsweise lange Plasmahalbwertszeit auf. Tafenoquin ist wirksam gegen Gewebs- und Blutschizonten. Aus diesen Gründen ist es zur Malariaprophylaxe sowie zur Behandlung von Rezidiven durch Malaria Tertiana geeignet. In den USA und in Australien erhielten mehrere Tafenoquin-Produkte zwischen Juli und September 2018 die Marktzulassung.[4][5][6][7] Hingegen ist eine Zulassung in Europa laut Angaben der Deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit e. V. vorerst nicht zu erwarten.[8]
| Strukturformel | ||||||||||||||||
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| Vereinfachte Strukturformel ohne Stereochemie – Stoffgemisch | ||||||||||||||||
| Allgemeines | ||||||||||||||||
| Freiname | Tafenoquin | |||||||||||||||
| Andere Namen |
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| Summenformel |
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| Externe Identifikatoren/Datenbanken | ||||||||||||||||
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| Arzneistoffangaben | ||||||||||||||||
| Wirkstoffklasse |
Antiprotozoikum | |||||||||||||||
| Eigenschaften | ||||||||||||||||
| Molare Masse | 463,49 g·mol−1 (Tafenoquin) | |||||||||||||||
| Aggregatzustand |
fest | |||||||||||||||
| Schmelzpunkt | ||||||||||||||||
| Sicherheitshinweise | ||||||||||||||||
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| Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa). | ||||||||||||||||
Kontroverse
Aufgrund der potenziellen Neurotoxizität von 8-Aminochinolinen ist die Zulassung von Tafenoquin umstritten. So wurde die Notwendigkeit besonders sorgfältiger Tests vor einer möglichen Einführung des Medikaments betont.[9][10] Den Herstellern und der US-Armee nahestehende Forschung bezweifelt hingegen die Neurotoxizität von Tafenoquin in der zugelassenen Dosis.[11][12][13]
In Australien erfahren Studien zu Tafenoquin und Mefloquin, die an Angehörigen der australischen Streitkräfte durchgeführt wurden, seit 2015 aus ethischen Gründen massive Kritik in den Medien.[14][15][16][17] Der australische Senat setzte 2018 eine Untersuchung zu den von Teilnehmern vermeldeten Gesundheitsschäden ein.[18][19] Im Abschlussbericht, der im Dezember des gleichen Jahres veröffentlicht wurde, wird festgestellt, dass ihre Symptome authentisch sind, ohne sich eindeutig zur Ursache zu äußern.[20] Veteranen zeigten sich hierüber in der Presse überwiegend enttäuscht.[21]
Da Tafenoquin bei Patienten mit Glucose-6-phosphat-Dehydrogenase-Mangel (G6PD-Mangel) kontraindiziert ist, werden darüber hinaus Einschränkungen bei der praktischen Einsatzfähigkeit des Medikaments zur Malariaprophylaxe diskutiert.[22][23]
Stereochemie
Tafenoquin enthält ein Stereozentrum und besteht aus zwei Enantiomeren. Hierbei handelt es sich um ein 1:1-Stoffgemisch (Racemat) von (R)- und (S)-Form:
Literatur
- G. D. Shanks, A. J. Oloo, G. M. Aleman u. a.: A New Primaquine Analogue, Tafenoquine (WR 238605), for prophylaxis against Plasmodium falciparum malaria. In: Clin Infect Dis. 33, 2001, S. 1968–1974, PMID 11700577.
- B. Lell, J. F. Faucher, M. A. Missinou u. a.: Malaria chemoprophylaxis with tafenoquine: a randomised study. In: The Lancet. 355 (9220), 2000, S. 2041–2045, PMID 10885356.
- J. M. Karle, R. Olmeda: Rapid and sensitive quantitative analysis of the new antimalarial N4-[2,6-dimethoxy-4-methyl-5-[(3-trifluoromethyl)phenoxy]-8- quinolinyl]-1,4-pentanediamine in plasma by liquid chromatography and electrochemical detection. In: Journal of Chromatography. 424, 1988, S. 347–356, PMID 3372627.