Talo

Ort im Suco Hatolia Vila, Gemeinde Ermera, Osttimor From Wikipedia, the free encyclopedia

Talo ist ein osttimoresischer Ort im Suco Hatolia Vila (Verwaltungsamt Hatulia, Gemeinde Ermera).[1][2] Die kleine Siedlung liegt im Norden der Aldeia Simohei, in einer Meereshöhe von 1211 m.[1] Nördlich befindet sich der Foho Teuro (1340 m), südlich der Foho Talo (1220 m).[3]

Schnelle Fakten Basisdaten, Staat ...
Talo
Talo (Osttimor)
Talo (Osttimor)
Talo
Koordinaten  48′ S, 125° 21′ O

Karte des Sucos Hatolia Vila
Basisdaten
Staat Osttimor
Gemeinde Ermera
Verwaltungsamt Hatulia
Suco Hatolia Vila
Aldeia Simohei
Höhe 1211 m
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In Talo befindet sich eine Grundschule.[1]

Geschichte

Talo war früher Teil des Reiches von Deribate. 1867 versuchten Truppen der Portugiesen Krieger aus Deribate anzugreifen, die sich im heiligen Hain (Luten-Lulic) von Talo verschanzt hatten. Der Hain hatte einen Durchmesser von drei Kilometern. Die Portugiesen mussten sich schließlich nach mehreren erfolglosen Vorstößen zurückziehen.[4.1]

Als am 19. August 1896 Leutnant (alferes) Francisco Duarte erneut eine portugiesische Militärexpedition nach Deribate führte, wurde der Widerstand im heiligen Wald von Talo schnell niedergeschlagen. Duarte berichtet:

«Em Talo encontrava,-se parapeitos revestidos, taludes, travezes, blindagens de madeira grossa, defesas acessórias... Na orla do bosque, e a pequena distancia, eram secundadas por outras iguais, se nao mais fortes, e ainda por uma terceira ou quarta ordem, e nos pontos dominantes encontravam-se reduttos bem construídos em quasi todos os caminhos apareciam as célebres abatizes, completando assim a seguranca do bosque que por si só já nao é fraca posicao para oferecer dificuldade no ataque, até mesmo a forcas disciplinadas.»

„In Talo gab es verkleidete Brüstungen, Böschungen, Querbalken, dicke Holzverkleidungen, zusätzliche Verteidigungsanlagen... Am Waldrand und in geringer Entfernung wurden sie durch weitere, wenn nicht sogar stärkere Befestigungen ergänzt, und an den dominierenden Punkten befanden sich gut gebaute Redouten. Auf fast allen Wegen gab es die berühmten Abatizes, die die Sicherheit des Waldes vervollständigten, der an sich schon keine schwache Position ist, um selbst disziplinierten Truppen Schwierigkeiten beim Angriff zu bereiten.“

Francisco Duarte[4.1]

Die Portugiesen mussten 14 Tote und 25 Verwundete beklagen, während das Gefecht den Kriegern aus Deribate 90 Tote und 17 Gefangene kostete. Dazu kamen Verwundete und Tote, die man auf dem Rückzug mitnahm, darunter auch Dom José. Ihm soll laut dem Bericht Duartes Granatsplitter einen Arm zerschmettert haben, als er gerade sein Gewehr ergriff, um seine Truppen zum Angriff zu führen.[4.1] Dom José floh mit seinen Kriegern und der übrigen Bevölkerung in die Höhle von Dede-Pum, die zu einer Festung (Tranqueira) ausgebaut war.[5] Im Bericht von Duarte ist zu lesen:

«Em Dede-Pum, a pedra nao Ilhesfaltava para fazerem com a mesma arte as trincheiras, tendo os muros dois metros e mais de espessura, e construídas de maneira tal que punham o inimigo a coberto dos fogos, que fossem dirigidos de enfiada, deescarpas ou flancos, e tinham para se esconderem grandes subterrâneos, blindagens feitas no Talo.»

„In Dede-Pum fehlte es ihnen nicht an Steinen, um mit derselben Kunst Gräben anzulegen, wobei die Mauern zwei Meter und mehr dick waren und so gebaut waren, dass sie den Feind vor dem Feuer schützten, das von vorne, von den Flanken oder von den Seiten kam, und sie hatten große unterirdische Verstecke, Panzerungen, die in Talo hergestellt wurden.“

Francisco Duarte[4.1]

Da es in der Befestigung an Wasser fehlte, begannen bald die Belagerten nach und nach nachts rauszukommen, um an Wasser zu kommen. Wer aus der Tranqueira heraustrat, wurde von den Portugiesen erschossen. Nach acht Tagen baten die Krieger Deribates um Verhandlungen. 21 Personen, davon nur zwei Männer, kamen aus der Höhle und begaben sich in Gefangenschaft. Dom José und die anderen Belagerten weigerten sich, sich zu ergeben. Als nach zwölf Tagen keine Geräusche mehr aus der Höhle kamen, drang Duarte in die Tranqueira ein. Er fand die Leichen von über 400 Männern und Frauen.

«Quando em 5 de outubro de 1896, já nada se ouvia dentro do subterraneo, passei a mandá-lo revistar, e encontrava-se juncado de cadáveres de ambos os sexos e de todas as idades, a maior parte em completo estado de putrefacao, de maneira que mal permita a entrada nele, tornando-se assim impenetrável, no comeco do cerco, pela resistencia que os seus habitantes nos faziam, e ao terminá-lo pelo mau cheiro, que exalavam os mortos, o que me obrigou, como medida higiénica, mandar tapar alguns buracos do subterraneo e juntar grande quantidade do mato, que incendiei para queimar os caáveres. Em Dede-Pum, nao contando com muitos feridos que se escaparam para diferentes pontos, morreram fora do subterraneo 71 rebeldes e dentro dele 100, deixando o inimigo nas nossas maos apenas 43 prisioneiros.»

„Als am 5. Oktober 1896 nichts mehr aus dem Untergrund zu hören war, ließ ich ihn durchsuchen und fand ihn übersät mit Leichen beiderlei Geschlechts und jeden Alters, die meisten davon in einem Zustand völliger Verwesung, sodass man kaum hineinkommen konnte und er somit undurchdringlich war. zu Beginn der Belagerung aufgrund des Widerstands, den seine Bewohner uns leisteten, und am Ende aufgrund des üblen Geruchs, den die Toten verströmten, was mich aus hygienischen Gründen dazu zwang, einige Löcher im Untergrund verschließen zu lassen und eine große Menge Gestrüpp anzuhäufen, das ich anzündete, um die Leichen zu verbrennen. In Dede-Pum starben, abgesehen von vielen Verwundeten, die an verschiedene Orte flohen, 71 Rebellen außerhalb des Untergrunds und 100 innerhalb desselben, sodass der Feind nur 43 Gefangene in unseren Händen zurückließ.“

Francisco Duarte[4.2]

Dom José aber konnte nicht gefunden werden. Er entkam der Tragödie schwer verletzt. Dom João ergab sich und starb am 18. Januar 1897 im Gefängnis von Dili.[5][4.3]

Einzelnachweise

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