Tapering
Trainingsruhe vor dem Wettkampf
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Der Begriff englisch Tapering ‚Rückzug oder Verringerung oder Reduktion‘ hat mehrere Bedeutungen, bezeichnet im Allgemeinen jedoch eine Reduzierung oder Verringerung von einer Sache oder einer Aktivität.
Tapering in der Finanzwirtschaft – Quantitative Straffung
Im Kontext der Finanzwirtschaft bedeutet „Tapering“ eine Reduktion einer expansiven Zins- bzw. Geldpolitik bzw. eine Rückführung oder Beendigung der Niedrigzinspolitik durch die jeweilige Zentralbank.[1][2] Dabei handelt es um das Gegenteil der Quantitativen Lockerung (QE)[3], was auch als Quantitative Straffung (QT) (englisch quantitative tightening) bezeichnet wird.[4] Die eine Policy weitet das Volumen der Zentralbankbilanz aus, während die andere Maßnahme es reduziert. Es findet beispielsweise eine Reduktion der Staatsanleihenkäufe statt, manchmal auch um eine Anhebung des Leitzinses oder um einen Verkauf von Staats- und Unternehmensanleihen sowie von Aktien und anderen Wertpapieren[5][6] als Maßnahmen zur Einleitung einer restriktiven Geldpolitik. Steigen als Reaktion auf die Reduktion der Anleihekäufe einer Zentralbank die Zinssätze der Staatsanleihen stark an, sprechen Fachleute von einem „Taper tantrum“ (englisch tantrum ‚Tobsucht‘).
Tapering in den Sportwissenschaften
Im Sport bezeichnet Tapering die Reduktion des Trainingsumfangs vor einer großen Ausdauerbelastung (Wettkampf).[7][8][9]
Der Umfang des Taperings wird unterschiedlich gehandhabt und es gibt hier keine Regeln. Grundsätzlich kann wohl gesagt werden, dass die Dauer der Vorbereitung gegensätzlich zur Dauer der Wettkampf-Belastung steht.
Während der letzten zwei oder drei Wochen vor einem Wettkampf reduzieren Ausdauersportler (z. B. Marathon, Schwimmen, Duathlon oder Triathlon) üblicherweise ihren Trainingsumfang und pausieren im Amateurbereich manchmal auch tagelang völlig, damit sich der Körper von der harten Trainingsbelastung noch einmal erholen kann und kleinere Verletzungen kuriert werden. Gemischt mit gezielten Trainingsreizen soll der Körper dann optimal vorbereitet in den Wettkampf starten.
Bei Sportarten mit kurzer, intensiver Belastung (z. B. Gewichtheber, Sprintläufer) dauern die Taper-Perioden üblicherweise länger. Tapering soll auch die Menge der aeroben Enzyme sowie des Muskelglykogens erhöhen.[10]
Parallel erfolgt in dieser Zeit auch oft gezielte Ernährung (z. B. Carboloading), um die Nährstoffspeicher im Körper zu füllen.