Tarsdorf

Gemeinde im Bezirk Braunau, Oberösterreich From Wikipedia, the free encyclopedia

Tarsdorf ist eine österreichische Gemeinde mit 2123 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2025) im Westen des Bezirks Braunau im Innviertel.

Schnelle Fakten Wappen, Österreichkarte ...
Tarsdorf
WappenÖsterreichkarte
Wappen von Tarsdorf
Tarsdorf (Österreich)
Tarsdorf (Österreich)
Basisdaten
Staat: Osterreich Österreich
Land: Oberösterreich Oberösterreich
Politischer Bezirk: Braunau
Kfz-Kennzeichen: BR
Fläche: 32,34 km²
Koordinaten: 48° 5′ N, 12° 50′ O
Höhe: 429 m ü. A.
Einwohner: 2.123 (1. Jän. 2025)
Bevölkerungsdichte: 66 Einw. pro km²
Postleitzahl: 5121
Vorwahl: 06278
Gemeindekennziffer: 4 04 43
Adresse der Gemeinde-
verwaltung:
Tarsdorf 160
5121 Tarsdorf
Website: tarsdorf.at
Politik
Bürgermeisterin: Andrea Holzner (ÖVP)
Gemeinderat: (Wahljahr: 2021)
(19 Mitglieder)
12
3
4
12 3 4 
Insgesamt 19 Sitze
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria
Schließen

Geografie

Blick von Eckldorf Richtung Tarsdorf

Tarsdorf liegt auf 429 m Höhe im Innviertel. Die Ausdehnung beträgt von Nord nach Süd 7,1 km, von West nach Ost 6,8 km. Die Gesamtfläche beträgt 32,2 km². 37,9 % der Fläche sind bewaldet, 54,7 % der Fläche sind landwirtschaftlich genutzt.[1] Auf dem Gemeindegebiet befindet sich das Filzmoos, ein Hochmoor.[2]

Gemeindegliederung

Das Gemeindegebiet umfasst 23 Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2025[3]):

  • Am Anger (64)
  • Döstling (51)
  • Eckldorf (67)
  • Ehersdorf (200)
  • Eichbichl (77)
  • Fugging (116)
  • Haid (50)
  • Hofstadt (91)
  • Hofweiden (104)
  • Hörndl (220)
  • Hucking (73)
  • Leithen (68)
  • Neues Dorf (98)
  • Ölling (17)
  • Schmidham (44)
  • Sensberg (85)
  • Sinzing (6)
  • Staig (27)
  • Tarsdorf (516)
  • Wimm (1)
  • Winham (54)
  • Wolfing (47)
  • Wupping (47)

Die Gemeinde besteht aus den drei Katastralgemeinden Eichbichl, Hofstadt und Hörndl.

Der zuständige Gerichtsbezirk ist der Gerichtsbezirk Mattighofen, bis 2004 gehörte die Gemeinde zum Gerichtsbezirk Wildshut.

Nachbargemeinden

Hochburg-Ach
St. Radegund Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt Geretsberg
Ostermiething

Geschichte

Funde im Weilhart-Forst zeigen, dass das Gemeindegebiet von Tarsdorf bereits in der Jungsteinzeit besiedelt war. Aus der Hallstattzeit sind Hügelgräber entdeckt worden. Um 500 vor Christus wurde das Gebiet von Kelten besiedelt.

In der Zeit der Römischen Vorherrschaft führte die Straße von Salzburg nach Burghausen durch Tarsdorf. Sie verlief durch Hofweiden, Tarsdorf, Hörndl. Aus diesen ersten vier nachchristlichen Jahrhunderten fand man zwischen den Orten Hofweiden und Tarsdorf die Reste einer villa rustica, einen Mühlstein, Scherben von Schüsseln, Ziegel der Fußbodenheizung, mit Pflanzenornamenten bemalte Putzstücke von Wänden und eine Silbermünze.

Die im 6. Jahrhundert einwandernden Bajuwaren rodeten große Teile des Weilhartforstes. Als um 700 die kirchliche Einteilung Bayerns vollzogen wurde, lag Tarsdorf nahe der Nordgrenze des Erzbistums Salzburg.

Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte 1070 als Taritsdorf, das „Dorf des (Edelmannes) Tarit“, in den Büchern des Klosters Ranshofen.

In der Zeit von 1460 bis 1476 wurde die spätgotische Kirche erbaut und dem hl. Michael geweiht. Die Glocke trägt die Jahreszahl 1453. 1786 wurde Tarsdorf von der Pfarre Ostermiething getrennt und eine eigene Pfarre. 1834 wurde die Zenz-Kapelle errichtet, fünf Jahre später unterrichtete der Lehrer Nepomuk Sander im neu erbauten Schulhaus.

Zwei Jahre nach dem Revolutionsjahr 1848 wurde die politische Gemeinde Tarsdorf gegründet.

Die Installation des ersten Telefons in Tarsdorf erfolgte 1939, im Jahr 1950 wurde ein neues Schulhaus errichtet und 1951 daran das Gemeindehaus angebaut.[4]

Einwohnerentwicklung

Tarsdorf: Einwohnerzahlen von 1869 bis 2025
Jahr  Einwohner
1869
 
1.115
1880
 
1.128
1890
 
1.172
1900
 
1.246
1910
 
1.231
1923
 
1.259
1934
 
1.274
1939
 
1.202
1951
 
1.380
1961
 
1.343
1971
 
1.517
1981
 
1.652
1991
 
1.793
2001
 
1.938
2011
 
1.998
2021
 
2.112
2025
 
2.123
Quelle(n): Statistik Austria, Gebietsstand 1.1.2021

1991 hatte die Gemeinde laut Volkszählung 1793 Einwohner, 2001 dann 1938 Einwohner. Da auch bis 2011 sowohl Geburtenbilanz als auch Wanderungsbilanz positiv blieben, stieg die Bevölkerungszahl auf 1.998 im Jahr 2011.[5] und auf den Höchststand von 2123 im Jahr 2025 (Stand 2025).

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Pfarrkirche Tarsdorf
Marienkapelle

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaftssektoren

Von den 106 landwirtschaftlichen Betrieben des Jahres 2010 wurden 64 im Haupterwerb geführt. Diese bewirtschafteten achtzig Prozent der Flächen. Im Produktionssektor arbeiteten drei Viertel der Beschäftigten im Bereich Warenherstellung, über zwanzig Prozent in der Bauwirtschaft und zwölf Personen im Bergbau. Die größten Arbeitgeber im Dienstleistungssektor waren die Bereiche Handel und soziale und öffentliche Dienste.[6][7][8]

Weitere Informationen Wirtschaftssektor, Anzahl Betriebe ...
Wirtschaftssektor Anzahl Betriebe Erwerbstätige
2011 2001 2011 2001
Land- und Forstwirtschaft 1) 106 127 123 122
Produktion 21 19 420 333
Dienstleistung 62 37 148 126
Schließen

1) Betriebe mit Fläche in den Jahren 2010 und 1999

Arbeitsmarkt, Pendeln

Im Jahr 2011 lebten 1092 Erwerbstätige in Tarsdorf. Davon arbeiteten dreißig Prozent in der Gemeinde, siebzig Prozent pendelten aus.[9]

Politik

Die Wikipedia wünscht sich an dieser Stelle ein Bild vom hier behandelten Ort.

Motiv: Gemeindeamt/Rathaus der Gemeinde

Falls du dabei helfen möchtest, erklärt die Anleitung, wie das geht.
BW

Der Gemeinderat hat seit 2021 19 Mitglieder. Nach den Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen in Oberösterreich hatte/hat der Gemeinderat folgende Verteilungen:

Weitere Informationen Partei, Prozent ...
Partei 2015[12] 2009[13] 2003[14] 1997[15]
Prozent Mandate % Mandate % Mandate % Mandate
ÖVP 55,99 14 50,50 13 51,20 13 43,62 11
SPÖ 15,62 4 18,98 5 28,00 7 11,29 3
FPÖ 28,39 7 20,87 5 8,05 2 24,61 6
Tarsdorfer Bürgerliste 9,65 2 12,75 3 20,48 5
Schließen

Bürgermeister

Bürgermeister seit 1850 waren:[16]

  • 1850–1855 Georg Schuster
  • 1855–1858 Georg Leidl
  • 1858–1861 Thomas Damoser
  • 1861–1864 Sebastian Sommerauer
  • 1864–1867 Philipp Damoser
  • 1867–1870 Johann Hollersbacher
  • 1870–1874 Michael Stadler
  • 1874–1876 Jakob Sommerauer
  • 1876–1879 Johann Hollersbacher
  • 1879–1885 Johann Spitzauer
  • 1885–1894 Michael Thanner
  • 1894–1909 Georg Neuhuber
  • 1909–1912 Leopold Peterlechner
  • 1912–1919 Josef Schuster
  • 1919–1924 Georg Wengler
  • 1924–1929 Johann Bachmaier
  • 1929–1935 Konrad Sinzinger
  • 1935–1938 Wolfgang Hager
  • 1938–1945 Eduard Schuster
  • 1945–1946 Johann Hager
  • 1946–1949 Franz Sommerauer
  • 1949–1955 Franz Auer
  • 1955–1979 Peter Klinger
  • 1979–1991 Ernst Bachmaier
  • 1991–2003 Siegfried Höppl
  • 2003–2015 Franz Meindl (ÖVP)
  • seit 2015 Andrea Holzner (ÖVP)

Wappen

Offizielle Beschreibung des Gemeindewappens:

In Rot ein goldenes Flammenschwert, begleitet rechts von einer silbernen Waldmeisterblüte mit silbernem Stiel und silbernen Blättern, links von einer silbernen Rosmarinheideblüte mit silbernem Stiel und einem silbernen Blatt.

Die Gemeindefarben sind Grün-Weiß-Rot.[16]

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Gemeinde

Commons: Tarsdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI