Tartufo di Pizzo

kalabrische Eisspezialität From Wikipedia, the free encyclopedia

Tartufo di Pizzo, auch Tartufo Nero oder kurz Tartufo, ist eine italienische Eisspezialität, die den Trüffelpralinen nachempfunden ist und ihren Ursprungsort im kalabrischen Pizzo hat. Tartufo di Pizzo ist ein Prodotto agroalimentare tradizionale.[1] Der Name basiert auf dem italienischen Wort für Trüffel.

Tartufo
Tartufo (Ansicht der Füllung)
Tartufo Artigianale

Entstehung

Im Jahr 1940 übernahm der Konditormeister Dante Veronelli aus den Händen von Pasquale Jennarelli aus Neapel die Gran Bar Excelsior im Zentrum von Pizzo. Später wurde das Lokal zu Ehren seines neuen Besitzers in Gelateria Dante umbenannt.[2] Zur Unterstützung bei der Weiterführung des Geschäfts holte Veronelli den jungen Konditor Giuseppe De Maria aus Messina hinzu, der unter dem Namen „Don Pippo“ bekannt war. Nach Veronellis Tod führte De Maria die Eisdiele als alleiniger Inhaber weiter. Der Tartufo, wie man ihn heute kennt, entstand um 1952 durch einen glücklichen Zufall: Als De Maria bei einer Hochzeit keine geeigneten Formen mehr hatte, um das Eis zu portionieren, formte er kurzerhand mit der Hand eine Kugel aus Haselnusseis, setzte sie auf eine Schicht Schokoladeneis, füllte flüssige Schokolade hinein und wickelte das Ganze in Zuckerpapier, um eine Bombe zu machen. Nach dem Abkühlen erhielt die Kreation ihre charakteristische Trüffelform.[3] Für den sizilianischen Konditor war die Herstellung des Tartufo Nero nicht anders als Arancini – anstatt die Kugeln mit Paniermehl zu bestäuben, bestäubte er sie mit Zucker und Kakao, was ihnen das Aussehen von Trüffeln gab.[4]

Bereits 1950 begannen Giorgio und Gaetano Di Iorgi, Neffen von Giuseppe De Maria, die zuvor als Kellner in der Eisdiele gearbeitet hatten, die Kunst der Eisherstellung zu erlernen. Nach dem Ruhestand von Maestro De Maria übernahm Giorgio rund 15 Jahre später im Zentrum von Pizzo die Gelateria Dante, während Gaetano im gegenüberliegenden Lokal – der Bar Ercole, die er 1965 gemeinsam mit seinem Bruder Antonio erwarb – die Produktion des berühmten Tartufo di Pizzo fortsetzte. Sie beanspruchen das Originalrezept.[3] Die in deutschen Medien vielfach genannte Hintergrund, dass das Tartufo di Pizzo Anfang der 1930er Jahre anlässlich eines überraschenden Besuches von Prinz Umberto, dem späteren König Umberto II., in aller Eile ein Dessert für ein Festmahl kreiert wurde, ist eine Legende, die dem Eis einen royale Bedeutung verleihen sollte. Umberto II. hatte bereits ab 1948 ein Aufenthaltsverbot in Italien, eine Kalabrien-Reise des Prinzen in den 1930er Jahren nicht belegt und die Schöpfung der Speiseeisspezialität war in den 1950er.[5][6][7][8][9]

Herstellung

Das traditionelle Tartufo-Eis wird aus Nuss- sowie Schokoladeneis hergestellt, das mit einer Schokoladensoße gefüllt, eingewickelt in den Gefrierschrank gelegt und vor dem Servieren in einer Mischung aus Kakaopulver und Zucker gewälzt wird. Es wird ohne Zusätze oder moderne Stabilisatoren hergestellt.[5][10]

Geschützte geografische Angabe

2007 wurde erwogen, Tartufo di Pizzo als geschützte geografische Angabe in der EU registrieren zu lassen.[11] Eine Antragstellung ist bisher nicht erfolgt (Stand 13. September 2025).

Varianten

Inzwischen gibt es Tartufo in zahlreichen Variationen, darunter Tartufo Cioccolato aus Schokoladeneis und Tartufo Mokka aus Mokkaeis. In Restaurants wird es neben Kakao auch häufig mit Schokoladensauce, Sahne, Früchten, Schokostreuseln oder Eierlikör garniert.

Commons: Tartufo – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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