Tatort: Ex-It

Fernsehfilm der Krimireihe Tatort From Wikipedia, the free encyclopedia

Ex-It ist ein Fernsehfilm aus der Krimireihe Tatort. Der vom Südwestrundfunk produzierte Beitrag ist die 1326. Tatort-Episode und wurde am 18. Januar 2026 im SRF, im ORF und im Ersten ausgestrahlt. Das Stuttgarter Ermittlerduo Lannert und Bootz ermittelt in seinem 36. Fall.

TitelEx-It
ProduktionslandDeutschland
OriginalspracheDeutsch
Länge89 Minuten
Schnelle Fakten Titel, Produktionsland ...
Folge 1326 der Reihe Tatort
Titel Ex-It
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Länge 89 Minuten
Altersfreigabe
Regie Friederike Jehn
Drehbuch Wolfgang Stauch
Kamera Michael Merkel
Schnitt Claudia Lauter
Premiere 18. Jan. 2026 auf Das Erste
Besetzung
Episodenliste
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Handlung

Das ehemalige It-Girl Pony Hübner gibt bei der Polizei an, nur kurz Zigaretten geholt zu haben, während ihr Fahrzeug mitsamt ihrem Sohn und der kleinen Tochter entwendet wurde. Der Wagen mit dem toten Kleinkind wird kurz darauf im Neckar aufgefunden, der Junge bleibt verschwunden. Die Stuttgarter Kommissare Lannert und Bootz nehmen die Ermittlungen auf. Im Zentrum steht die Familie mit öffentlicher Vergangenheit, deren innerfamiliäre Konflikte zunehmend in den Fokus geraten. Verleger Stefan Hübner hatte seine Frau einst berühmt gemacht. Nach der Geburt ihres Kindes hatte er ihre Karriere aber nicht mehr gefördert, so dass sie schnell in Vergessenheit geriet, worunter sie leidet. Beider Ehe steht vor dem Scheitern, Pony ist depressiv.

Bald nach Bekanntwerden des Verschwindens des Jungen gehen Erpresserbriefe ein - die meisten werden schnell als Werke von Trittbrettfahrern erkannt, eines der Schreiben erscheint jedoch authentisch. Es stellt sich heraus, dass der Junge wohlauf und in der Obhut seiner Tante ist. Deren Lebensgefährte hat die Hübners um ein Lösegeld erpresst. Er wird nach zunächst erfolgreicher Lösegeldübergabe verhaftet. Der Junge kehrt fast zeitgleich unversehrt nach Hause zurück.

Pony Hübner gesteht schließlich, einen erweiterten Suizid versucht zu haben. Sie steuerte das Fahrzeug absichtlich in den Fluss. Als sie dann doch noch die Kinder retten wollte, wurde sie von der Strömung fortgerissen, nachdem sie den Gurt ihres Sohnes lösen konnte. Dieser erreichte das Ufer und kehrte zu seiner Tante zurück, bei der Pony mit ihren Kindern zuvor zu Besuch gewesen war. Für das Mädchen im Kindersitz kam jede Hilfe zu spät.

Hintergrund

Der Film wurde vom 24. September 2024 bis zum 21. Oktober 2024 in Stuttgart, Karlsruhe und Baden-Baden gedreht.[1] Die Premiere erfolgte am 1. September 2025 auf dem Festival des deutschen Films in Ludwigshafen am Rhein.[2]

In der ARD Mediathek gibt es zusätzlich ein elfminütiges Video von Frank Bräutigam, das die rechtlichen Hintergründe und juristische Einordnung zur Folge thematisiert.[3]

Rezeption

Kritiken

„Fernsehen und Streaming sind voller Klischees für kaputte Beziehungen, die künstlich auf normal machen. (….) In diesem sehr tollen „Tatort“ ist es anders, da sieht man zwei als Paar extrem disfunktionale Menschen, die sich offen Scheiße finden. Und das ist erst der Anfang. (…) Dieser „Tatort“ bringt zwei Hauptdarsteller aus der Netflix-Serie „Liebes Kind“ wieder zusammen, und das ist eine fantastische Idee. Kim Riedle und Hans Löw reizen da etwas vor der Kamera aus, das brutal ist und spannend und unwiderstehlich wie ein Liebesfilm.“

Claudia Tieschky: sueddeutsche.de[4]

„Wieder einmal ist es der Stuttgart-Tatort, sind es in diesem Fall Friederike Jehn, Regie, und Wolfgang Stauch, Buch, die sich etwas trauen. Indem sie sich Zeit nehmen und Erwartungen unterlaufen (…) Kim Riedle und Hans Löw halten als Pony und Stefan ihre Charaktere in einer bemerkenswert nuancierten Balance – Buch und Regie geben ihnen die Chance, sich und ihre gemeinsame Geschichte zu erklären.“

Sylvia Staude: fr.de[5]

„Auch wenn es nur eine Momentaufnahme ist, gelingt doch ein emotional mitreißender Blick auf den Preis des schnellen Ruhms...Regisseurin Friederike Jehn gelingen starke, eindringliche Bilder, die das zerklüftete Innenleben der Protagonistin widerspiegeln. Der Reichtum, in dem Pony dank ihres Mannes lebt, wird von einer verheerenden inneren Leere des einstigen It-Girls begleitet (…) Sozialstudie, Beziehungsdrama, Psychogramm – beinahe möchte man vergessen, dass hier noch ein Fall um ein totes sowie ein mutmaßlich entführtes Kind geklärt werden muss. Aber hier hängt alles mit allem zusammen, und so gerät dieser „Tatort“ zu einem abgrundtiefen Drama auf verschiedenen Ebenen… Ein ganz großes Lob für das Gelingen dieses Krimis gebührt den beiden Episodenhauptdarstellern Riedle und Löw. Sie ergänzen sich perfekt als entfremdetes Ehepaar, das sich nach eigenen Angaben in einer Art Rosenkrieg befindet, gefangen zwischen echter Liebe und Abhängigkeit.“

Frank Jürgens: noz.de[6]

„Aber dafür bringt dieser Sonntagabendkrimi nun den raren Charme der permanenten Überraschung. Wenn die Kommissare Lannert (Richy Müller) und Bootz (Felix Klare) und wir alle immer wieder neu nicht wissen, was hier gerade Sache ist … In diesem Sinne: Himmel, was für einen super Kotzbrocken Hans Löw („Hedi Schneider steckt fest“, auch schon wieder zehn Jahre her) als Ponys Ehemann Stefan hinlegt. Und welchen Raum Stauch und Jehn dem Paar geben, sich spinnefeind im Luxusanwesen, inmitten der frischen Tragödie – und des älteren Dramas.“

Anne Haeming: taz.de[7]

„Als Kriminalfall ist "Ex-It" eine Katastrophe. Da werden die Künstlichkeit der Figuren, die Abgedroschenheit dieser Welt, die Friederike Jehns Regie noch zusätzlich betont, zum Problem: (…) hier ist nichts echt, und deshalb berührt nichts. Schade um die tollen Hauptdarsteller.“

Iris Alanyali: web.de[8]

„Die stark mit den Themen Medienwandel und Medienkritik überfrachtete Daniel-Küblböck-Geschichte könnte der Auftakt zu einem beklemmenden Kammerspiel sein, verliert sich aber in der Geräumigkeit der viel zu leeren Seelen seiner Protagonisten.“

Julia Stephan: St. Galler Tagblatt[9]

„Es ist ein tragisch grundiertes, elegisches Kammerspiel, das Regisserin Friederike Jahn hier sehr eindringlich in Szene setzt. Aber obwohl vor allem Riedle und Löw brillant spielen, wirkt es letztlich wie eine künstliche Versuchsanordnung – wie der Schatten einer Welt des Scheins.“

Brigitta Lamparth: Allgemeine Zeitung (VRM)[10]

„Schauspielerisch ist „Ex-It“ top! Vor allem Kim Riedle spielt die vergessene Ex-Prominente absolut überzeugend. Und auch Hans Löw als vermeintlich skrupelloser-Arschloch-Ehemann ist super.“

Simone Sarnow: SWR3[11]


Einschaltquoten

Die Erstausstrahlung von Ex-It am 18. Januar 2026 wurde in Deutschland von 8,70 Millionen Zuschauern gesehen und erreichte einen Marktanteil von 32,0 % für Das Erste.[12]

Auszeichnungen

Der Film wurde für den Rheingold Publikumspreis 2025 auf dem Festival des deutschen Films in Ludwigshafen am Rhein nominiert.[2]

Einzelnachweise

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