Tattendorf

Gemeinde im Bezirk Baden, Niederösterreich From Wikipedia, the free encyclopedia

Tattendorf ist eine Gemeinde mit 1456 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2025) im Bezirk Baden in Niederösterreich.

Schnelle Fakten Wappen, Österreichkarte ...
Tattendorf
WappenÖsterreichkarte
Wappen von Tattendorf
Tattendorf (Österreich)
Tattendorf (Österreich)
Basisdaten
Staat: Osterreich Österreich
Land: Niederösterreich Niederösterreich
Politischer Bezirk: Baden
Kfz-Kennzeichen: BN
Fläche: 14,35 km²
Koordinaten: 47° 57′ N, 16° 18′ O
Höhe: 226 m ü. A.
Einwohner: 1.456 (1. Jän. 2025)
Bevölkerungsdichte: 101 Einw. pro km²
Postleitzahl: 2523
Vorwahl: 02253
Gemeindekennziffer: 3 06 36
Adresse der Gemeinde-
verwaltung:
Hauptplatz 2
2523 Tattendorf
Website: www.tattendorf.at
Politik
Bürgermeister: Alfred Reinisch (UHL)
Gemeinderat: (Wahljahr: 2025)
(19 Mitglieder)
12
4
3
12 4 3 
Insgesamt 19 Sitze
Lage von Tattendorf im Bezirk Baden
Lage der Gemeinde Tattendorf im Bezirk Baden (anklickbare Karte)BadenBerndorfHeiligenkreuzPottensteinSeibersdorf
Lage der Gemeinde Tattendorf im Bezirk Baden (anklickbare Karte)
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Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria
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BW

Geografie

Tattendorf liegt im Industrieviertel in Niederösterreich. Durch den Westen der Gemeinde fließt die Triesting, nahe der Grenze im Osten die Piesting. Das Gemeindegebiet ist flach und liegt rund 220 Meter über dem Meer. Die Fläche umfasst 14,35 Quadratkilometer. Davon sind beinahe zwei Drittel landwirtschaftliche Nutzfläche, 16 Prozent sind Weingärten und sieben Prozent der Fläche sind bewaldet.[1]

Gemeindegliederung

Es existieren keine weiteren Katastralgemeinden.

Innerhalb der Gemeindefläche liegt der abgekommene Ort Hadwartesdorf und möglicherweise auch Kaltengang.

Nachbargemeinden

Baden Oberwaltersdorf
Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt
Teesdorf Blumau-Neurißhof Pottendorf

Geschichte

Tattendorf (rechts unten) und Umgebung um 1873 (Aufnahmeblatt der Landesaufnahme)
Tattendorf
Tattendorf, Niederösterreich 1850

Tattendorf wurde vermutlich in der Mitte des 11. Jahrhunderts von den Babenbergern gegründet und besiedelt, um die Grenze gegen die Magyaren zu stärken. Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte 1114 im Klosterneuburger Traditionskodex, wo ein Adaloldus de Tatindorf als Zeuge einer Schenkung genannt wird. Das Stift Klosterneuburg war ab der Mitte des 12. Jahrhunderts bis 1848 Grundherr. Ein früher Hinweis auf Weinbau findet sich 1258 mit dem perchrecht (Weingartenordnung).

Im Zuge der Ersten Wiener Türkenbelagerung wurde 1529 die Kirche Maria Ellend zerstört. Bei der Zweiten Wiener Türkenbelagerung 1683 wurden viele Bewohner von Tattendorf getötet, weitere starben an den Seuchen Pest und Cholera.

In den Jahren 1825 bis 1828 baute Franz Girardoni eine Spinnfabrik. Als sie 1853 in Konkurs ging, kaufte Theodor Dumba diese auf und baute sie aus, sodass 180 Arbeiter beschäftigt waren. Als sein Cousin Nikolaus Dumba die Fabrik übernahm, engagierte er sich auch sozial und unterstützte Kinder und Arme. Die Firma arbeitete bis 1945, im Jahr 1991 wurden die Gebäude demoliert.

Zwischen 1972 und 1987 war Tattendorf in einem Gemeindeverbund mit Steinfelden. Seit 1. Jänner 1988 ist Tattendorf wieder selbständig.[2]

Religionen

1672 gab es eine Wallfahrt zu einem Marienbild bei einer Eiche, die aber schon 1673 verboten wurde.[3] 1688 wurde die Eiche gefällt und ausgegraben. Die Marienkapelle wurde 1903 wieder errichtet.

Einwohnerentwicklung

Tattendorf: Einwohnerzahlen von 1869 bis 2025
Jahr  Einwohner
1869
 
773
1880
 
829
1890
 
630
1900
 
743
1910
 
792
1923
 
862
1934
 
783
1939
 
803
1951
 
825
1961
 
760
1971
 
947
1981
 
981
1991
 
1.016
2001
 
1.206
2011
 
1.321
2021
 
1.434
2025
 
1.456
Quelle(n): Statistik Austria, Gebietsstand 1.1.2021

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Pfarrkirche Tattendorf
  • Katholische Pfarrkirche Tattendorf hl. Maria im Elend
  • Marienkapelle
  • Urbanuskapelle
  • Nepomukkapelle
  • Feuchtgebiet Oberwaltersdorf-Tattendorf

Wirtschaft und Infrastruktur

Bahnhof Tattendorf

Wirtschaftssektoren

Von den 34 landwirtschaftlichen Betrieben des Jahres 2010 waren 22 Haupterwerbsbauern. Im Produktionssektor waren 81 Erwerbstätige im Bereich Warenherstellung und 40 in der Bauwirtschaft beschäftigt. Die wichtigsten Arbeitgeber des Dienstleistungssektors waren die Bereiche Handel (124), soziale und öffentliche Dienste (52) und freiberufliche Dienstleistungen (39 Mitarbeiter).[4][5][6]

Weitere Informationen Wirtschaftssektor, Anzahl Betriebe ...
Wirtschaftssektor Anzahl Betriebe Erwerbstätige
2011 2001 2011 2001
Land- und Forstwirtschaft 1) 34 41 47 72
Produktion 18 14 121 104
Dienstleistung 117 52 260 106
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1) Betriebe mit Fläche in den Jahren 2010 und 1999

Arbeitsmarkt, Pendeln

Im Jahr 2011 lebten 692 Erwerbstätige in Tattendorf. Davon arbeiteten 168 in der Gemeinde, drei Viertel pendelten aus. Von den umliegenden Gemeinden kamen 260 Menschen zur Arbeit nach Tattendorf.[7]

Weinbau

Tattendorf ist Mitglied der „Weinland Thermen Region“. Von dreißig Weinbaubetrieben werden auf 200 Hektar vor allem Rotweine angebaut.[8]


 Arbeitsmarkt 
lokal beschäftigtAuspen...Auspendler anderer...Auspendler a...Einpendlerlokal beschäftigtAuspendler andere GemeindeAuspendler anderer BezirkAuspendler anderes BundeslandEinpendler

Energie

Die Gemeinde hat Anteil am 2016 eröffneten Windpark Pottendorf/Tattendorf.[9]

Verkehr

  • Eisenbahn: Tattendorf liegt an der Aspangbahn zwischen Wien und Wiener Neustadt.[10]

Bildung

In Tattendorf befindet sich ein Kindergarten.[11]

Politik

Die Wikipedia wünscht sich an dieser Stelle ein Bild vom hier behandelten Ort.

Motiv: Gemeindeamt/Rathaus der Gemeinde

Falls du dabei helfen möchtest, erklärt die Anleitung, wie das geht.
BW

Gemeinderat

Der Gemeinderat hat 19 Mitglieder.

Bürgermeister

Bürgermeister seit 1945 waren:[10]

  • 1945–1957 Franz Moutschka
  • 1957–1971 Josef Gisperg
  • 1971–1987 Josef Gisperg?, zusammengelegt mit Steinfelden
  • 1988–2005 Erich Schneider (UHL)
  • 2005–2015 Dietrich Reinfrank (SPÖ)[19]
  • seit 2015 Alfred Reinisch (UHL),[20]

Wappen

Der Gemeinde wurde 1998 folgendes Wappen verliehen: Gespalten von Rot und Gold, vorne über einem schwarzen Adler mit ausgebreiteten Flügeln eine rote Sturzkrücke, hinten aus dem Schildfuß wachsend ein belaubter goldener Weinstock mit drei Trauben. Gleichzeitig wurden die Gemeindefarben Gelb-Rot genehmigt.[2]

Persönlichkeiten

Ehrenbürger der Gemeinde

  • 1870[21] Nikolaus Dumba (1830–1900) (1870 auch Nicolaus), österreichischer Industrieller und liberaler Politiker
  • 2005 Mag. Peter Honzak, Vizebgm.a.D (posthum)
  • 2006: Erich Schneider, Altbürgermeister[22]

Söhne und Töchter der Gemeinde

Literatur

  • Franz Xaver Schweickhardt: Darstellung des Erzherzogthums Österreich unter der Ens, durch umfassende Beschreibung aller Burgen, Schlösser, Herrschaften, Städte, Märkte, Dörfer, Rotten etc. etc., topographisch-statistisch-genealogisch-historisch bearbeitet und nach den bestehenden vier Kreis-Vierteln [alphabetisch] gereiht. [Teil:] Viertel unterm Wienerwald. 7 von 34 Bänden. 6. Band: Schöngraben bis St. Valentin. Schmidl, Wien 1833, S. 207 (TattendorfInternet Archive).
Commons: Tattendorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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