Taylor Starck

US-amerikanischer Sprachwissenschaftler From Wikipedia, the free encyclopedia

Taylor Adolf Ludwig Starck (* 15. Oktober 1889 in Independence/Missouri; † 30. Mai 1974 in Hyannis/Massachusetts) war ein US-amerikanischer germanistischer Mediävist, Sprachwissenschaftler und Hochschullehrer.[1]

Leben und Wirken

Nach dem Schulbesuch in Kansas City studierte Taylor Starck von 1911 bis 1916 Germanistik und Literaturwissenschaft an der Johns Hopkins University; 1914/15 studierte er an der Universität Berlin. Von 1913 bis 1914 war er wissenschaftlicher Assistent für Germanistik an der Johns Hopkins University, wo er 1916 zum Ph.D. bei Hermann Collitz promovierte. Von 1915 bis 1918 unterrichtete er am Smith College in Northampton (Massachusetts). Kurze Zeit war er 1919 Assistenzprofessor an der New York University. Von 1919 bis 1920 hielt er sich in Madrid auf, unterrichtete dort und setzte seine Studien fort. Von 1920 bis 1956 lehrte er dann an der Harvard University, seit 1929 als außerordentlicher und seit 1952 als ordentlicher Professor für deutsche Sprache und Kultur. 1956 trat er in den Ruhestand. Von 1956 bis 1957 war er Gastprofessor an der Universität Leiden, von 1958 bis 1959 an der Universität des Saarlandes in Saarbrücken und 1961 an der Johns Hopkins University.

Im Jahre 1955 wurde ihm der schwedische Nordstern-Orden verliehen. Die Universität Saarbrücken verlieh ihm 1960 die Ehrendoktorwürde. 1964 wurde Starck mit dem Großen Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Seit 1957 war er korrespondierendes Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. Außerdem gehörte er seit 1945 der American Academy of Arts and Sciences an.

Taylor Stark veröffentlichte vor allem über alt- und mittelhochdeutsche Literatur, insbesondere über Notker III.

Veröffentlichungen (Auswahl)

  • Der Alraun. Ein Beitrag zur Pflanzensagenkunde (= Ottendorfer memorial series of Germanic monographs, Bd. 14). Furst, Baltimore 1917 (= Dissertation an der Johns Hopkins University) (Nachdruck: Express-Ed., Berlin 1987, ISBN 3-88548-542-7).
  • Der Wortschaft des ahd. Tatian und die Übersetzerfrage. In: Studies in honor of Hermann Collitz. The Johns Hopkins University Press, Baltimore 1930, S. 190–203.
  • (Mithrsg.): Notkers des Deutschen Werke. Bd. 1ff. Niemeyer, Halle/S. 1933ff.
  • Unpublished old High German glosses to Boethius and Prudentius. In: Urban T. Holmes (Hrsg.): Mediaeval Studies in honor of Jeremiah Denis Matthias Ford. Harvard University Press, Cambridge, Mass. 1948, S. 301–317.
  • (mit Edward H. Sehrt): Notker-Wortschatz. Das gesamte Material. Niemeyer, Halle/S. 1955.
  • The fate of old low German printings. In: Wayland D. Hand (Hrsg.): Humaniora. Essays in literature, folklore, bibliography. Honoring Archer Taylor on his 70. birthday. Augustin, Locust Valley/New York 1960, S. 69–77.
  • (Mitbearb.): Althochdeutsches Glossenwörterbuch. Winter, Heidelberg 1972, ISBN 3-533-02204-8.

Festschrift

  • Werner Betz (Hrsg.): Taylor Starck. Festschrift 1964. Mouton, London 1964.

Einzelnachweise

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