Ted Honderich

kanadisch-britischer Philosoph From Wikipedia, the free encyclopedia

Ted Honderich (* 30. Januar 1933 als Edgar Dawn Ross Honderich in Baden, Kanada; † 12. Oktober 2024[1][2]) war ein kanadisch-britischer Philosoph. Er war Grote Professor of the Philosophy of Mind and Logic am University College London und verfasste zahlreiche Bücher, die sich unter anderem mit den Themen Determinismus, Problematik der Willensfreiheit, sowie dem Geist-Gehirn-Problem befassen.[3]

Ted Honderich (2007)

Biographie

Ted Honderich war der jüngere Bruder des kanadischen Zeitungsverlegers Beland Honderich. Er studierte Philosophie und englische Literatur an der University of Toronto (B.A. hons. 1959) und ab 1959 am University College London. Er lebte seitdem in England und nahm die britische Staatsbürgerschaft an. 1962 wurde er Lektor für Philosophie an der University of Sussex. 1964 kehrte er als Lektor ans University College London zurück (Ph.D. 1968), wo er bis zu seiner Emeritierung 1998 blieb. Er wurde 1972 Dozent, 1983 Professor und war von 1988 bis 1998 Grote Professor. Daneben bekleidete er Gastprofessuren an der Yale University (1970), der City University of New York (1971), der University of Lethbridge und an der University of Bath (2003). Er war von 1995 bis 2005 stellvertretender Vorsitzender des Royal Institute of Philosophy, und von 2005 bis 2009 dessen Vorsitzender. Honderich war in vierter Ehe mit Ingrid Coggin Honderich verheiratet und hatte zwei Kinder aus zweiter Ehe.[3]

Ted Honderich starb im Oktober 2024 im Alter von 91 Jahren.[2]

Kontroverse um das Buch Nach dem Terror

Der Suhrkamp-Verlag nahm im Jahre 2003 Honderichs Buch Nach dem Terror. Ein Traktat wegen der Haltung des Autors zum palästinensischen Terrorismus aus dem Programm.[4] Micha Brumlik, Leiter des Frankfurter Fritz-Bauer-Instituts, hatte Honderichs Traktat zuvor wegen des angeblich darin enthaltenen „antisemitischen Antizionismus“ kritisiert. Honderich schreibt u. a., dass „die Palästinenser mit ihrem Terrorismus gegen die Israelis ein moralisches Recht ausgeübt haben“. In einem offenen Brief verteidigte der Politikwissenschaftler Norman Paech Honderich und kritisierte Brumlik, dass dieser den Tenor des Buches missinterpretiert und verkürzt wiedergegeben habe. Gegenstand seien die Phänomene des Terrorismus und nicht das jüdische Volk als solches.[5] Auch der Philosoph Jürgen Habermas, der das Buch dem Verlag zur Übersetzung vorgeschlagen hatte, verteidigte Honderich und sein Werk vor Brumliks Vorwurf.[6]

2004 erschien das Buch in einer Neuübersetzung im Melzer Verlag.[7]

Werke

Monographien (Auswahl)

Herausgeberschaft (Auswahl)

  • Philosophers of Our Times. Royal Institute of Philosophy Annual Lectures, 2015, ISBN 978-0-19-871250-3.
  • The Oxford Companion to Philosophy. Oxford University Press, Oxford, New York 1995, ISBN 0-19-866132-0.
  • Morality and Objectivity: A Tribute to J. L. Mackie. Routledge and Kegan Paul, London, 1985, ISBN 0-7100-9991-6.
  • Philosophy As It Is. Penguin, London, ISBN 0-7139-1184-0.
  • Social Ends and Political Means. Routledge and Kegan Paul, London, 1976, ISBN 0-7100-8370-X.
  • Essays on Freedom of Action. Routledge and Kegan Paul, London, 1973, ISBN 0-7100-7392-5.

Einzelnachweise

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