Televisionale

jährlicher deutscher TV-Film-Wettbewerb der deutschsprachigen Fernsehsender From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Televisionale – Film- und Serienfestival Weimar (Eigenschreibweise: TeleVisionale[1]; vorherige Namen: TeleVisionale – Film- und Serienfestival Baden-Baden (2022–2024), FernsehfilmFestival Baden-Baden (2013–2021),[2][3] Fernsehfilm-Festival Baden-Baden (2000–2012),[4] Baden-Badener Tage des Fernsehspiels (1989–1999)) wird jährlich im November oder Dezember gemeinsam von der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste und dem Sender 3sat veranstaltet. Nach vielen Jahren im Kurhaus Baden-Baden wechselte das Festival 2025 nach Weimar in die Weimarhalle.

Die Weimarhalle, ab 2025 der Ort der Veranstaltung
Öffentliche Jurydiskussion beim Festival 2013 im Kurhaus Baden-Baden

Deutschsprachige Fernsehsender und Streamingdienste präsentieren über vier Tage verteilt aktuelle Fernsehfilme sowie seit 2022 Fernsehserien. Zehn Filme und fünf Serien nehmen am Wettbewerb teil und werden gleich nach der Vorführung von zwei Jurys öffentlich in Anwesenheit der Filmteams und des Publikums diskutiert. Am Ende des Festivals vergeben die Jurys den Fernsehfilmpreis der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste und den Deutschen Serienpreis. Einer der zehn Wettbewerbsteilnehmer erhält den 3satPublikumspreis. Die Jury verleiht weitere undotierte Sonderpreise an herausragende Leistungen sowie den VFF FernsehfilmMusikPreis für die beste Komposition in einem Fernsehfilm. Außerdem wird auf dem Festival der Nachwuchspreis MDM Debütpreis für das Fernsehregiedebüt vergeben sowie der Ehrenpreis der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste (ehemals Hans Abich Preis) für besondere Verdienste im Bereich Fernsehfilm. Seit 2025 wird außerdem der Kinderserienpreis, der Jugendfernsehfilmpreis sowie der MDM Filmgewerkepreis verliehen. Parallel zu den Wettbewerben finden die TeleVisionale Branchentage statt, bei denen aktuelle Themen der großen Filmverbände auf medienpolitische Diskussionen treffen.

Geschichte

Seit 1964 verleiht die Deutsche Akademie der Darstellenden Künste einen Fernsehfilmpreis. Die Veranstaltung fand bis 1978 an wechselnden Orten statt und von 1979 bis 1988 im Filmmuseum Frankfurt.

Auf Betreiben von Hans Abich, Gertraud Linz, Hermann und Lore Naber sowie Dietmar N. Schmidt wurde eine feste Bleibe für den Preis gesucht und durch die Beziehungen der Beteiligten zu dieser Stadt in Baden-Baden gefunden. Im November 1989 fanden die ersten Baden-Badener Tage des Fernsehspiels im Kurhaus statt, Veranstalter waren die Akademie, die Stadt Baden-Baden und die Bäder- und Kurverwaltung. Die Vorführung der Fernsehfilme und die Diskussionen der Jury waren ab nun öffentlich, Podiumsdiskussionen und Retrospektiven ergänzten das Festival. 1997 wurde der Sender 3sat Mitträger des Festivals und erstmals wurden die deutschen privaten Fernsehsender einbezogen.

Von 2000 bis 2012 übernahm der Journalist Karl-Otto Saur die Leitung der Veranstaltung, die seitdem den Namen Fernsehfilm-Festival Baden-Baden trug.[5][6][4]

Festival-Logo 2013

Von 2013 bis 2015 war Klaudia Wick Festivalleiterin und prägte die Eigenschreibweise FernsehfilmFestival Baden-Baden.[2] Cathrin Ehrlich[7] übernahm die Festivalleitung im Jahr 2015 bis zur Einberufung des neuen Leitungsteams, Urs Spörri und Daniela Ginten.[8]

Von 2022 bis 2024 trug das Festival den Namen TeleVisionale – Film- und Serienfestival Baden-Baden[1], seit 2025 heißt es nach dem Umzug nach Weimar TeleVisionale - Film- und Serienfestival Weimar.

Fernsehfilmpreis der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste und Sonderpreise

Der undotierte Fernsehfilmpreis der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste ist der Hauptpreis der Televisionale. Alle Sender, Streamingdienste und Produktionsfirmen sind einreichberechtigt. Unter allen eingereichten Spielfilmen wählen die Mitglieder der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste per Mehrheitsentscheid drei Nominierte, über die sieben weiteren Nominierungen entscheidet eine unabhängige Auswahlkommission. Eine jährlich wechselnde, unter anderem mit Schauspielern und Filmemachern besetzte Jury ermittelt die Preisträger.[9]

Preisträger

1964–1969

1970–1979

1980–1989

Georg Stefan Troller
Heinrich Breloer

1990–1999

Edgar Reitz
Jürgen Tarrach
Andreas Dresen
Anna Loos und Jan Josef Liefers
Matthias Schweighöfer

2000–2006

2007

2008

2009

2010

2011

2012

2013

2014

2015

2016

2017

2018

2019

2020

2021

2022

2023

2024

2025

3satPublikumspreis

Der undotierte 3satPublikumspreis wird seit 1996 im Rahmen der Televisionale an einen am Wettbewerb teilnehmenden Filme vergeben, die für den Fernsehfilmpreis der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste nominiert wurden. Die Zuschauer des Fernsehprogramms 3sat, das die Filme während des Festivals ausstrahlt, können im Internet abstimmen.[37] Der Preis geht an den Film, der die meisten Stimmen erhält.[38]

Preisträger

Fernsehfilmpreis der Studierenden

Der Fernsehfilmpreis der Studierenden wird von Studierenden deutscher und schweizerischer Filmhochschulen unter den am Festival-Wettbewerb teilnehmenden Filmen vergeben. Dazu gehören Vertreter der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin, der Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf, der Hochschule für Fernsehen und Film München, der Internationalen Filmschule Köln, der Hamburg Media School sowie der Zürcher Hochschule der Künste.[42]

Preisträger

Deutscher Serienpreis

Der undotierte Deutsche Serienpreis wird seit 2022 vergeben. Einreichberechtigt sind alle Sender, Streamingdienste und Produktionsfirmen. Eine unabhängige Auswahlkommission entscheidet über die fünf nominierten Serienstaffeln. Eine jährlich wechselnde, unter anderem mit Schauspielern und Filmemachern besetzte Jury ermittelt die Preisträger.[45]

Preisträger

2022: Der Pass – Staffel 2 (Sky)

Nominiert waren außerdem:

Jury Deutscher Serienpreis 2022: Lavinia Wilson (Jurypräsidentin), Karimah El-Giamal, Robert Hunger-Bühler, Hanna Huge, Johannes Naber[46]

2023: Safe (ZDFneo)

Nominiert waren außerdem:

Jury Deutscher Serienpreis 2023: Maren Kroymann (Jurypräsidentin), Roshanak Khodabakhsh, Sebastian Colley, Lothar Mikos, Sabine Steyer-Violet[47]

2024: Angemessen Angry (RTL+)

Nominiert waren außerdem:

Jury Deutscher Serienpreis 2024: Fritzi Haberlandt (Jurypräsidentin), Mimi Klein, Vic So Hee Alz, Oliver Rihs, Tobias Rüther[48]

2025: Schwarze Früchte (ARD DEGETO)

  • Sonderpreis Serie für das herausragende junge Ensemble: Chabos (ZDFneo)

Nominiert waren außerdem:

Jury Deutscher Serienpreis 2025: Désirée Nosbusch (Jurypräsidentin), Toby Ashraf, Sarah Blaßkiewitz, Duc Ngo Ngoc, Sophie von Uslar[49]

Serienpreis der Studierenden

Der Serienpreis der Studierenden wird seit 2025 von Studierenden und Absolventen der Bauhaus-Universität Weimar unter den am Festival-Wettbewerb teilnehmenden Filmen vergeben. Bis 2024 entschieden Studierende der Filmakademie Baden-Württemberg über den Preis.[50]

Preisträger

MDM Debütpreis

Der mit 7.500 Euro dotierte MDM Debütpreis der Mitteldeutschen Medienförderung zeichnet die beste Fernsehregiedebüt-Leistung im deutschsprachigen Fernsehen und Streaming aus. Nominiert werden können sowohl Fernsehfilme als auch Serien. Über den Preisträger entscheidet ein Alleinjuror.[51]

Jugendfernsehfilmpreis

Der mit 2.500 Euro dotierte Jugendfernsehfilmpreis zeichnet einen Fernsehfilm aus, der sich inhaltlich in besonderer Weise an Jugendliche ab 14 Jahren richtet. Eine Jugendjury der Deutschen Film- und Medienbewertung (FBW) entscheidet über den Preisträgerfilm.[52]

Preisträger

2025: Die Nichte des Polizisten (SWR/NDR)

Kinderserienpreis

Der undotierte Kinderserienpreis zeichnet eine Serie aus, die sich in besonderer Weise an Kinder zwischen vier und zwölf Jahren richtet. Eine Kinderjury des Deutschen Kinder Medien Festivals Goldener Spatz entscheidet über die Preisträgerserie.[53]

MDM Filmgewerkepreis

Der mit 2.500 Euro dotierte MDM Filmgewerkepreis der Mitteldeutschen Medienförderung zeichnet eine besondere Leistung eines filmischen Gewerks aus Mitteldeutschland aus.[54]

  • 2025: Svenja Vanhoefer, Olivia Sieranski, Sophie Kühne als Producerinnen-Team von Vena (Regie: Chiara Fleischhacker)
  • Nominiert für den MDM Filmgewerkepreis 2025 waren außerdem:
  • Jury MDM Filmgewerkepreis 2025: Peter Hartwig (Jurypräsident), Paul Hasel, Anne King, Olaf Mehl, Katrin Weikart

Ehrenpreis der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste (ehemals Hans Abich Preis)

Der undotierte Hans Abich Preis wurde erstmals auf dem Fernsehfilm-Festival seit 2004 für besondere Verdienste im Bereich Fernsehfilm vergeben. Er war nach dem 2003 verstorbenen Film- und Fernsehproduzenten, Medienmanager, langjährigen ARD-Programmdirektor und Mitgründer des Festivals Hans Abich benannt. Seit 2022 wird der Preis als Ehrenpreis der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste vergeben.

Preisträger

MFG-Star Baden-Baden

Der MFG-Star Baden-Baden ist eine Auszeichnung, die jährlich im Rahmen des Fernsehfilm-Festivals Baden-Baden von der MFG Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg an einen Nachwuchs-Regisseur verliehen wurde. Eine Jury nominierte vier Erstlings- oder Zweitlingswerke von Filmregisseuren, die noch nicht im Fernsehen ausgestrahlt wurden. Nach der öffentlichen Vorführung der Filme auf dem Festival fand eine Diskussion mit den Regisseuren statt. Als Juror wurde von der Festivalleitung und der Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg eine einzelne Person ausgewählt, die ihre Entscheidung in einer Laudatio begründete. Der Preisträger erhielt eine von der MFG zur Verfügung gestellte Sonderleistung zur Weiterbildung, seit 2009 ein Stipendium für einen dreimonatigen Aufenthalt in der Villa Aurora in Los Angeles, ab 2022 ein Preisgeld in Höhe von 7.500 Euro. Im Jahr 2000 wurde der Nachwuchspreis erstmals als MFG Shooting Star vergeben, von 2001 bis 2024 als MFG-Star Baden-Baden.

Preisträger

Aelrun Goette, Preisträgerin des MFG-Stars 2005, als Jury-Mitglied des Hauptwettbewerbs 2009
Oliver Kienle (links), Preisträger 2010, und Moderator Knut Elstermann bei der Vorstellung des Films Bis aufs Blut – Brüder auf Bewährung

Einzelnachweise

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