Temnitzquell

Gemeinde im Landkreis Ostprignitz-Ruppin From Wikipedia, the free encyclopedia

Temnitzquell ist eine Gemeinde im Landkreis Ostprignitz-Ruppin in Brandenburg. Sie wird vom Amt Temnitz verwaltet.

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Wappen Deutschlandkarte
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Temnitzquell
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Temnitzquell hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 53° 1′ N, 12° 39′ O
Bundesland:Brandenburg
Landkreis: Ostprignitz-Ruppin
Amt: Temnitz
Höhe: 60 m ü. NHN
Fläche: 65,75 km²
Einwohner: 756 (31. Dez. 2024)[1]
Bevölkerungsdichte: 11 Einwohner je km²
Postleitzahl: 16818
Vorwahl: 033924
Kfz-Kennzeichen: OPR, KY, NP, WK
Gemeindeschlüssel: 12 0 68 425
Adresse der Amtsverwaltung: Bergstraße 2
16818 Walsleben
Website: www.Amt-Temnitz.de.
Bürgermeister: Bernd Müller
Lage der Gemeinde Temnitzquell im Landkreis Ostprignitz-Ruppin
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Temnitzkirche Netzeband

Geographie

Die Gemeinde liegt ca. 15 km nordwestlich der Kreisstadt Neuruppin und 70 km von Berlin entfernt. Südlich des Ortsteils Katerbow liegt der etwa 2 km lange Katerbower See, der zu den Ausläufern der Mecklenburgischen Seenplatte gehört.

Gemeindegliederung

Zur Gemeinde Temnitzquell gehören folgende Ortsteile und Wohnplätze:[2]

Ortsteile
Katerbow, Netzeband, Rägelin
Wohnplätze
Buchenhaus, Bütow, Darsikow, Dünamünde, Eichengrund, Horst, Katerbower Mühle, Pfalzheim

Geschichte

Darsikow entwickelte sich als Gutsort in der Hand verschiedener Adelsgeschlechter, teils auch in bürgerlichen Händen der Familie des Theodor Vielhaack[3] oder briefadeliger Familien. Zuletzt stellten die 1906 und dann 1908[4] in den Preußischen Adelsstand nobilitierten Brüder Theodor von Rautenstrauch (1873–1907) und als dessen Erbe der Bankier Eugen Adolf Wilhelm von Rautenstrauch (1879–1956),[5] den jeweiligen Gutsherrn, bis zur Bodenreform 1945. Das Gutshaus Darsikow bewohnte der Verwalter und Förster Wilhelm Lichte. Familie Rautenstrauch lebte in Köln und trat dort als Mäzen des Rautenstrauch-Joest-Museum aktiv in Erscheinung.

Das Gutsareal des Wohnplatzes Horst gehörte zum Gut in Darsikow, zuletzt Waldgut Darsikow genannt.

Katerbow und Rägelin gehörten seit dem 14. Jahrhundert zur Herrschaft Ruppin und seit 1524 zum Kreis Ruppin in der Mark Brandenburg.

Netzeband wurde erstmals am 2. Mai 1232 urkundlich als Nyzzebant erwähnt. Es gehörte lange Zeit zu Mecklenburg-Schwerin und war zeitweise die südlichste mecklenburgische Gemeinde. Bis 1937 war es eine Enklave innerhalb der preußischen Provinz Brandenburg.[6] Im Ort entwickelte sich ein Gutssitz in Händen von Adelsfamilien, dessen Besitzer über die Zeit zunächst häufig wechselten. Die letzten zwei Jahrhunderte stelle die gräfliche Familie von Königsmarck, auch auf Schloss Plaue, den Besitzer, u. a. Hans von Königsmarck. Um 1928 betrug für dessen Nachfahren die Größe des Gutes Netzeband etwa 2290 ha.[7][8] Es unterlag im Jahr 1945/46 der Bodenreform in der Sowjetischen Besatzungszone. Nach der deutschen Wiedervereinigung waren Teile von Netzeband in den 1990er Jahren von Verfall bedroht. Durch die Initiative eines Investors erlebte der Ort eine Revitalisierung.[9]

Ab 1952 gehörten die Orte zum Kreis Neuruppin im DDR-Bezirk Potsdam. Seit 1993 liegen sie im brandenburgischen Kreis Ostprignitz-Ruppin.

Die Gemeinde Temnitzquell entstand am 30. Dezember 1997 durch den freiwilligen Zusammenschluss der bis dahin selbständigen Gemeinden Katerbow, Netzeband und Rägelin.[10]

Bevölkerungsentwicklung

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
Jahr Einwohner
1997858
2000852
2005857
2010811
2015756
Jahr Einwohner
2020800
2021803
2022775
2023774
2024756
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Gebietsstand des jeweiligen Jahres, Einwohnerzahl: Stand 31. Dezember[11][12][13], ab 2011 auf Basis des Zensus 2011, ab 2022 auf Basis des Zensus 2022

Politik

Gemeindevertretung

Die Gemeindevertretung von Temnitzquell besteht aus zehn Gemeindevertretern und dem ehrenamtlichen Bürgermeister. Die Kommunalwahlen am 26. Mai 2019 und am 9. Juni 2024 führten zu folgenden Ergebnissen:[14][15]

Weitere Informationen Wählergruppe/Einzelbewerber, Stimmenanteil 2024 ...
Wählergruppe/Einzelbewerber Stimmenanteil 2024 Sitze 2024 Stimmenanteil 2019 Sitze 2019
Wählergruppe Brandenburgische Gemeinde Temnitzquell 45,3 % 5 24,2 % 2
Einzelberwerberin Gabriela Wäbersky 11,3 % 1 11,6 % 1
Einzelbewerber Ulf Gentikow 09,5 % 1 07,3 % 1
Einzelbewerberin Marianne Kramer 06,6 % 1
Einzelbewerber Harri Graf 06,4 % 1 11,6 % 1
Einzelbewerber Florian Schrader 05,2 % 1
Einzelbewerber Rico Schindler 05,1 %
Einzelbewerber Dr. Henrik Stamer 04,3 %
Einzelbewerber Tino Schulze-Brandies 03,6 % 05,5 % 1
BVB/Freie Wähler 02,6 %
Bürger für Temnitzquell 15,0 % 2
Einzelbewerber Rüdiger Rogge 05,4 % 1
Einzelbewerberin Charis Riemer 04,0 %
Einzelbewerber Martin Bülow 03,8 %
Wählergruppe Kreisbauernverband Ostprignitz-Ruppin 03,2 %
Einzelbewerber Wolf-Peter Kageler 02,0 %
Einzelbewerber Remo Kohlhase 01,4 %
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Bürgermeister

  • 1998–2014: Helmut Braun[16]
  • 2014–2019: Johannes Oblaski (SPD)[17]
  • seit 2019: Bernd Müller (Wählergruppe Brandenburgische Gemeinde Temnitzquell)[18]
„Parzival I“

Müller wurde bei der Bürgermeisterwahl am 9. Juni 2024 ohne Gegenkandidat mit 81,2 % der gültigen Stimmen für eine weitere Amtszeit von fünf Jahren zum ehrenamtlichen Bürgermeister gewählt.[19]

Sehenswürdigkeiten

Verkehr

Die Gemeinde liegt an der Landesstraße L 18 zwischen Herzsprung und Neuruppin. Die Autobahn A 24 Berlin–Hamburg verläuft durch das Gemeindegebiet. Bis zur Anschlussstelle Herzsprung sind es etwa 10 km.

Der Haltepunkt Netzeband liegt an der Bahnstrecke Wittstock (Dosse)–Neuruppin. Er wird von der Regional-Express-Linie RE 6 WittenbergeBerlin-Charlottenburg, dem Prignitz-Express, bedient.

Commons: Temnitzquell – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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