Tetradifon

chemische Verbindung From Wikipedia, the free encyclopedia

Tetradifon ist ein Wirkstoff zum Pflanzenschutz und eine chemische Verbindung aus der Gruppe der Sulfone.

Schnelle Fakten Strukturformel, Allgemeines ...
Strukturformel
Strukturformel von Tetradifon
Allgemeines
Name Tetradifon
Andere Namen

2,4,4',5-Tetrachlordiphenylsulfon

Summenformel C12H6Cl4O2S
Kurzbeschreibung

weißer geruchloser Feststoff[1]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 116-29-0
EG-Nummer 204-134-2
ECHA-InfoCard 100.003.759
PubChem 8305
ChemSpider 8004
Wikidata Q413684
Eigenschaften
Molare Masse 356,06 g·mol−1
Aggregatzustand

fest[1]

Dichte

1,515 g·cm−3[1]

Schmelzpunkt

146 °C[1]

Dampfdruck

0,043 hPa (20 °C)[2]

Löslichkeit
  • praktisch unlöslich in Wasser[3]
  • löslich in Chloroform und Xylol[3]
Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung[1]
Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Achtung

H- und P-Sätze H: 302410
P: 273301+312+330[1]
Toxikologische Daten
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0°C, 1000 hPa).
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Gewinnung und Darstellung

Tetradifon kann durch Reaktion von 1,2,4-Trichlorbenzol mit Chlorsulfonsäure und anschließend mit Chlorbenzol oder durch Reaktion von Tetrasul mit Wasserstoffperoxid gewonnen werden.[4]

Eigenschaften

Tetradifon ist ein weißer, geruchloser, brennbarer, nicht flüchtiger Feststoff.[1] Es ist stabil gegenüber Hydrolyse in alkalischer und saurer Lösung. Das technische Produkt besteht zu mehr als 94 % aus Tetradifon mit Verunreinigungen von 2,4,5-Trichlorphenoxyessigsäure (2,4,5-T) und mehrfach chlorierten Dibenzodioxinen, jedoch nicht 2,3,7,8-TCDD.[5]

Verwendung

Tetradifon wird als Akarizid verwendet. Es ist toxisch für Milbeneier und nicht ausgewachsene Milben. Die Wirkung beruht auf der Hemmung der oxidativen Phosphorylierung. Es wird im Gartenbau, einschließlich in Hobbygewächshäusern, vor allem bei Obst, Gemüse, Zierpflanzen, Hopfen, Baumwolle und Zuckerrohr, sowie in der Forstwirtschaft verwendet.[3]

Zulassung

Die Verbindung war zwischen 1971 und 1985 in der BRD und bis 1992 in der DDR zugelassen.[6]

Tetradifon ist nicht auf der Liste der in der Europäischen Union zulässigen Pflanzenschutzmittel-Wirkstoffe enthalten.[7] In Deutschland, Österreich und der Schweiz sind keine Pflanzenschutzmittel mit diesem Wirkstoff zugelassen.[8]

Das Europäische Arzneibuch legt als Grenzwert für Tetradifon-Rückstände in pflanzlichen Drogen 0,3 mg·kg−1 fest.[9]

Einzelnachweise

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