The Slaughterhouse

Album von Prince From Wikipedia, the free encyclopedia

The Slaughterhouse (englisch für Der Schlachthof) ist das 30. Studioalbum des US-amerikanischen Musikers Prince, der alle Songs arrangierte, komponierte und produzierte. Es trägt den Untertitel „Trax from the NPG Music Club Volume Two“ und erschien am 29. März 2004 über NPG Records ausschließlich als Download für registrierte Nutzer seiner damaligen Website. Zeitgleich veröffentlichte Prince sein 29. Studioalbum The Chocolate Invasion sowie sein drittes Livealbum C-Note.

Veröffent-
lichung

29. März 2004

Aufnahme

1997Ende 2000

Format(e)

Download

Schnelle Fakten Studioalbum von Prince, Veröffent-lichung ...
The Slaughterhouse
Studioalbum von Prince

Veröffent-
lichung

29. März 2004

Aufnahme

1997Ende 2000

Label(s)

NPG Records

Format(e)

Download

Genre(s)

Contemporary R&B, Funk, Pop

Titel (Anzahl)

10

Länge

55:01

Besetzung

s. Mitwirkende

Produktion

Prince
Executive Producer: Sam Jennings

Studio(s)

Paisley Park Studio (Chanhassen)

Chronologie
The Chocolate Invasion
(2004)
The Slaughterhouse 3121
(2006)
Singleauskopplungen
14. April 2001 Peace
14. April 2001 The Daisy Chain
Schließen

Stilistisch ist The Slaughterhouse dem Contemporary R&B, Funk und der Popmusik zuzuordnen; inhaltlich befassen sich die Liedtexte überwiegend mit der Musikindustrie und Prince’ eigenem künstlerischen Schaffen. Als Gastmusiker wirkten unter anderem das Blechbläserquintett Hornheads, Larry Graham, Najee und der Rapper DVS mit. Eine nennenswerte Musikpromotion fand nicht statt. Da das Album nicht in offiziellen Musikcharts geführt wurde, konnte es keinen Gold- oder Platinstatus erreichen. Die mediale Resonanz fiel gering aus, und Musikkritiker bewerteten das Album überwiegend negativ.

Im Dezember 2015 wurde The Slaughterhouse beim Musikstreamingdienst Tidal als kostenpflichtiger Download veröffentlicht; seit 2018 ist es auch über weitere Streamingplattformen verfügbar. Eine Veröffentlichung auf CD oder LP erfolgte bis heute (2026) nicht.

Entstehung

Die genauen Aufnahmedaten der zehn Albumtitel sind nicht vollständig bekannt; Prince nahm sie jedoch zwischen 1997 und Ende 2000 in seinem Paisley-Park-Studio in Chanhassen (Minnesota) auf. S&M Groove, ursprünglich unter dem Arbeitstitel Sado-Masochistic Groove, entstand vermutlich während der Sessions zu Newpower Soul im Jahr 1997.[1] Hypnoparadise nahm Prince Ende 1998 oder Anfang 1999 auf.[1] Y Should Eye Do That When Eye Can Do This? entstand im Frühjahr 1999 parallel zu den Arbeiten an Rave Un2 the Joy Fantastic,[1] das im November 1999 erschien. Die Bläsersätze des Quintetts Hornheads wurden am 17. Mai 1999 ergänzt. Die Stücke 2045: Radical Man, Peace und Silicon nahm Prince Ende 1999 oder Anfang 2000 auf.[2] Golden Parachute und The Daisy Chain spielte er im Frühjahr 2000 ein; sie waren für ein Album mit dem Arbeitstitel High vorgesehen, das er am 8. August 2000 ankündigte, jedoch nie veröffentlichte.[3][4] Northside entstand im Frühjahr bzw. Sommer 2000,[5] Props ‘N’ Pounds Ende desselben Jahres.[1]

Vor der Veröffentlichung von The Slaughterhouse im März 2004 waren alle Titel bereits über Prince’ Websites als Downloads verfügbar. Erste Ausschnitte der Stücke 2045: Radical Man und Peace stellte er am 4. März 2000 auf seiner damaligen Website NPG Online LTD.com bereit.[6] 2045: Radical Man erschien zudem am 26. September 2000 auf dem Soundtrack zum Film It’s Showtime von Regisseur Spike Lee.[7]

Mit dem Start der Website NPG Music Club.com am 14. Februar 2001 veröffentlichte Prince weitere Titel schrittweise als Downloads: The Daisy Chain am 22. März,[8] Northside am 22. April,[5] Props ‘N’ Pounds am 15. Mai,[1] Y Should Eye Do That When Eye Can Do This? am 11. Juni,[1] Hypnoparadise und S&M Groove am 7. Juli,[1] Golden Parachute am 28. August[4] sowie Silicon am 15. Dezember 2001.[9]

Am 15. Oktober 2003 kündigte Prince ein 7-CD-Set mit dem Titel The Chocolate Invasion an. Es sollte die Alben The Chocolate Invasion und The Slaughterhouse sowie die zuvor ausschließlich digital erschienenen Alben C-Note, One Nite Alone und Xpectation enthalten. Hinzu kommen sollten das bis heute (2026) unveröffentlichte Album The Glam Slam Club Mix sowie die CD The War, ein 26-minütiger Live-Track, der erstmals am 21. Juli 1998 als Download verfügbar gewesen war.[10] Das Projekt wurde jedoch nicht realisiert; am 4. Juli 2006 wurde die Website NPG Music Club.com ohne Vorankündigung eingestellt.[11]

Gestaltung des Covers

Wie bereits bei The Chocolate Invasion verantwortete der Artdirector Sam Jennings die Covergestaltung. Er arbeitete von 1998 bis 2007 mit Prince zusammen, zunächst als Webmaster seiner Websites, später auch als Artdirector für Albumcover, darunter Xpectation (2003), Musicology (2004), 3121 (2006) und Planet Earth (2007).

Das von Jennings bereits 2003 entworfene Artwork zu The Slaughterhouse wurde jedoch erst im Dezember 2015 veröffentlicht, als das Album beim Musikstreamingdienst Tidal verfügbar gemacht wurde. Über die Gestaltung erklärte Jennings, sie enthalte Charakterzeichnungen der Modedesignerin Debbie McGuan und greife den visuellen Stil der Website NPG Music Club.com aus dem Jahr 2001 auf. McGuan entwarf zwischen 1993 und 2007 wiederholt Bühnen- und Alltagsoutfits für Prince. Jennings wurde zudem als Executive Producer des Albums geführt, da er an der Auswahl von Titel und Titelliste beteiligt war.[12]

Musik und Liedtexte

Musikalisch ist das Album den Genres Contemporary R&B, Funk und Pop zuzuordnen. Die Liedtexte thematisieren überwiegend die Musikindustrie sowie Prince’ eigenes musikalisches Schaffen. Als Gastmusiker wirken das Blechbläserquintett Hornheads, Larry Graham, Najee und der Rapper DVS mit. Neben seinem charakteristischen Falsett setzt Prince auch tiefere Stimmlagen ein; vereinzelt nutzt er zudem Sprechgesang.

  1. Silicon
    Der Opener ist eine spannungsgeladene, kantige Funkkomposition mit einem rhythmisch komplexen, pulsierenden Drumcomputer-Pattern im Vordergrund. Das reduzierte Arrangement umfasst zudem einen tieffrequenten Bass sowie wenige, metallisch klingende Synthesizerklänge. Der Liedtext beginnt mit der Zeile „Welcome to the slaughterhouse“ und unterstreicht die insgesamt düstere Atmosphäre des Stücks. Prince trägt den Text überwiegend im Sprechgesang vor und propagiert darin eine vegane Ernährung als Bestandteil eines als „geheiligt“ dargestellten Lebensstils. So heißt es unter anderem: „Du kannst wetten, dass sie in Babylon chillen und darüber nachdenken, wie sie das Proton spalten können. Während du all das blutige Hähnchen und die toten Garnelen isst, einen Milchshake von McDonald’s und ein Filet Mignon“. Später warnt er vor gesundheitlichen Folgen des Fleischkonsums und formuliert dies unter anderem mit den Worten: „Lass das Blut in Ruhe! Weißt du denn nicht, dass abgestorbenes Blut Interferone zerstört? Dadurch wird das Immunsystem geschwächt, und jedes bekannte Virus kann sich aktivieren und eindringen“. Die erste Strophe von Silicon ist identisch mit Prince’ zweitem Rap in The Greatest Romance Ever Sold (Adam & Eve Remix) aus dem Jahr 1999.[13]
  2. S&M Groove
    Der Funk-/Dance-Titel ist experimentell und unkonventionell angelegt und wird von einem unerbittlichen Drumcomputer-Beat getragen. Prince’ Stimme ist stark verfremdet und wirkt maschinenartig. Der Liedtext weist keinen inhaltlichen Bezug zum Sadomasochismus auf, sondern thematisiert Prince’ Selbstinszenierung als Rockstar. Er erklärt darin, er werde „weiter rocken und grooven, auf meine ganz eigene Art“, verweist auf seinen Kleidungsstil („meine Klamotten sind der Hammer“) und formuliert selbstbewusst: Wenn er dem Schöpfer begegne, werde dieser „nach dem Namen meines Schneiders fragen“. Die abschließende Aussage „Dieser Groove ist sadomasochistisch“ fungiert dabei als metaphorische Selbstbeschreibung. Wiederholt verwendet Prince zudem die Zeile „Freaks werden dazu abrocken“.[14]
  3. Y Should Eye Do That When Eye Can Do This?
    Prince rappt über einen schnellen, treibenden und stark perkussiven Beat; ein jazziges Bläserarrangement ergänzt die Rhythmusstruktur. Der Track enthält zudem ein wiederkehrendes Sample aus Family Affair (1971) von Sly & the Family Stone. Inhaltlich stellt Prince seine musikalischen Fähigkeiten heraus und kritisiert Musiker, die keine Instrumente beherrschen und stattdessen auf Computermusik zurückgreifen. In einer Textpassage äußert er, man könne das Musikgeschäft erst verstehen, wenn man „vor 70.000 Menschen“ auftrete, und richtet diese Aussage in provokativer Sprache an jüngere Künstler. Daneben nennt er in positivem Zusammenhang mehrere Personen aus seinem Umfeld und der Musik- und Medienbranche, darunter seinen damaligen Rechtsanwalt L. Londell McMillan (* 1966), die damalige MTV-Moderatorin Ananda Lewis (* 1973; † 2025), Chaka Khan, Chuck D, Doug E. Fresh, Mary J. Blige, Spike Lee sowie The New Power Generation. Die auf The Slaughterhouse enthaltene Fassung von Y Should Eye Do That When Eye Can Do This? unterscheidet sich geringfügig von der am 11. Juni 2001 online veröffentlichten Version; dabei wird die Verwendung des N-Worts durch eine leichte Überlagerung mit Bläserklängen abgeschwächt.[15]
  4. Golden Parachute
    Das ruhige, entspannte R&B-Stück verbindet einen funky Groove mit Jazz-Einflüssen. Die überwiegend instrumentale Anlage dient als Grundlage für melodische Variationen und ornamentale Einwürfe, darunter Improvisationen auf der Querflöte, gedämpfte Trompetenpassagen, Harfenverzierungen, Wah-Wah-Gitarren-Licks sowie jazzige Gitarrenläufe. Der sparsam gehaltene Liedtext kritisiert den sogenannten „goldenen Fallschirm“, also Vertragsklauseln, die Führungskräften hohe Abfindungen oder Boni bei ihrem Ausscheiden zusichern. Prince singt unter anderem: „Hier sind 50 Millionen Dollar, die deine Entlassung begleiten. Halt einfach die Klappe und sprich nie über den Plan, die Seele des Menschen zu erobern und zu kontrollieren“. Inhaltlich bezieht sich der Text auf die Entlassung von Clive Davis bei Arista Records im Mai 2000, bei dem Prince 1999 und 2000 selbst unter Vertrag stand und sich mit Davis überwarf. Gegenüber der am 28. August 2001 veröffentlichten Fassung enthält Golden Parachute auf The Slaughterhouse zu Beginn eine zusätzliche Trompetenpassage von Najee, ist ansonsten jedoch identisch.[4][16]
  5. Hypnoparadise
    Der beschwingte, temporeiche Titel gilt als einer der herausragenden ausschließlich online veröffentlichten Songs von Prince. Zentrales Gestaltungselement ist ein eingängiger, tranceartig wirkender Refrain. Der spirituell geprägte Liedtext kreist um die Frage „Bin ich im Himmel oder im Hypnoparadise?“ und beschreibt eine weibliche oder geistartige Figur, die dem Erzähler in Momenten der Verzweiflung Beistand leistet. „Hypnoparadise“ wird dabei als metaphorische Chiffre für ein vorbestimmtes Schicksal oder einen Zustand innerer Erlösung verwendet.[16]
  6. Props ‘N’ Pounds
    Die Melodie des verspielten Midtempo-Funkstücks weist stilistische Anklänge an den für Prince typischen LM-1-Drumcomputer-Sound der Mitte bis späten 1980er Jahre auf. Im Liedtext kritisiert Prince unter anderem Safer-Sex-Praktiken, die er als moralisch problematisch darstellt. Das Intro enthält ein Sample des damaligen MTV-Moderators Kurt Loder, der sich anerkennend über Prince äußert. Gegen Ende des Songs ist Loder erneut zu hören, wenn er Prince als „einen der besten Live-Performer überhaupt“ sowie als „großartigen Musiker“ mit der „richtigen Herangehensweise“ beschreibt.[1]
  7. Northside
    Der funkige Midtempo-Titel ist von einer Bläserbegleitung geprägt. Im Vergleich zu anderen Prince-Kompositionen weist Northside eine eher reduzierte melodische und rhythmische Struktur auf. Der Song vermittelt klanglich den Eindruck einer Liveaufnahme und verwendet echtes Schlagzeug, Bassgitarre sowie markante Bläsereinsätze von Najee, der zwischen 2000 und 2002 mit Prince zusammenarbeitete. Der Liedtext, in dem Prince ankündigt, „wir haben etwas Verrücktes für dich“, thematisiert vor allem die Energie und Bedeutung von Livemusik im Norden von Minneapolis, dem Stadtteil, in dem Prince aufwuchs.[17]
  8. Peace
    Larry Graham, 2011
    Der temporeiche Funk-/Pop-Titel ist von einem treibenden Bass und einem eindringlichen Drumcomputer-Beat geprägt, wodurch eine insgesamt repetitive Wirkung entsteht. Der Liedtext beginnt und endet mit humorvollen Anspielungen auf die Prätention der von den Massenmedien verwendeten Bezeichnung „The Artist Formerly Known As Prince“, begleitet von hörbarem Gelächter. Prince’ Gesang wird stellenweise von Chorstimmen unterstützt; zudem übernimmt Larry Graham kurzzeitig die Leadstimme. Der Refrain lautet schlicht: „Frieden, dafür sind wir hier, und nicht für Krieg“.[18] Ursprünglich war Peace The New Power Generation als interpretierende Formation zugeschrieben; auf The Slaughterhouse veröffentlichte Prince das Stück jedoch unter seinem eigenen Namen.
  9. 2045: Radical Man
    Der entspannt wirkende Titel ist um eine prägnante Basslinie aufgebaut und von funkigen Grooves geprägt. 2045: Radical Man enthält verschiedene produktionstechnische Details, darunter vereinzelt eingesetzte Backing-Vocals in der beschleunigten Camille-Stimme sowie unerwartet eingestreute Instrumentalpassagen. Der Liedtext entwirft ein Zukunftsszenario, das im Jahr 2045 angesiedelt ist, und stellt die Frage, wie Menschen ihr Leben genutzt haben. Inhaltlich thematisiert Prince den Widerstand gegen Konzernmacht und Gier sowie die Notwendigkeit, für eigene Überzeugungen einzustehen. Zugleich kritisiert er die Musikindustrie und beklagt den aus seiner Sicht schlechten Zustand der Popmusik, wobei er insbesondere Musikmanager angreift, denen er vorwirft, Entscheidungen ohne Beteiligung der Künstler zu treffen. Dies bringt er in der einleitenden Frage zum Ausdruck, wie ein Nichtmusiker „die Zukunft der Musik aus der Perspektive eines Konsumenten beurteilen“ könne. Darüber hinaus wendet sich Prince gegen die Behauptung, es gebe keine Heilung für die Krankheiten der Welt, und entwirft stattdessen die Vision einer Gesellschaft, in der „eine neue Währung“ darin bestehe, füreinander Verantwortung zu übernehmen.[19] Wie bereits bei Peace wurde auch 2045: Radical Man zunächst The New Power Generation zugeschrieben; auf The Slaughterhouse erschien der Titel jedoch unter Prince’ eigenem Namen.
  10. The Daisy Chain
    Der Track ist als rauer Funk-Titel mit perkussivem Beat und dominanter, rhythmisch eingesetzter Gitarre angelegt. The Daisy Chain basiert weitgehend auf einem einzelnen Akkord, der lediglich durch einen kurzen Refrain unterbrochen wird, wodurch der Song eine insgesamt monotone Struktur aufweist. Der Liedtext ist mehrdeutig angelegt, wie für Prince typisch. Der Ausdruck „Daisy Chain“ kann einerseits eine Sexualpraktik bezeichnen, bei der mehrere Personen gleichzeitig oralen Kontakt miteinander haben, andererseits metaphorisch auf die Musikindustrie verweisen, in der Tonträgerunternehmen, Radiosender und Manager eng miteinander verflochten sind. Ohne den Zugang zu diesen Strukturen war es Künstlern zur Entstehungszeit (Stand 2004) kaum möglich, im Radio präsent zu sein. Prince’ Stimme ist stellenweise verfremdet und klingt, als werde sie durch ein Megafon wiedergegeben. Eine Rap-Passage in der Songmitte übernimmt DVS (* 1980 als David Max Schwartz in New York), der in den Jahren 2000 und 2001 gelegentlich mit Prince zusammenarbeitete.[18][20]

Titelliste und Veröffentlichungen

Weitere Informationen #, Titel ...
# Titel Dauer
1 Silicon 4:15
2 S&M Groove 5:08
3 Y Should Eye Do That When Eye Can Do This? 4:31
4 Golden Parachute 5:36
5 Hypnoparadise 6:03
6 Props ‘N’ Pounds 4:36
7 Northside 6:31
8 Peace 5:33
9 2045: Radical Man 6:35
10 The Daisy Chain (feat. DVS) 6:13
Spieldauer: 55:01 min.
Autor aller Songs ist Prince
Schließen

Die Veröffentlichung von The Slaughterhouse am 29. März 2004 erfolgte ohne vorherige Musikpromotion und kam daher überraschend. Prince stellte das Album ausschließlich als Download für registrierte Nutzer seiner damaligen Website NPG Music Club.com zur Verfügung.[21]

Am 3. Dezember 2015 erschien The Slaughterhouse erstmals auch beim Musikstreamingdienst Tidal als kostenpflichtiger Download;[22] seit 2018 ist das Album zudem über weitere Musikstreaming-Plattformen abrufbar. Auf CD oder LP ist es bis heute (2026) nicht erschienen.

Singles

Prince veröffentlichte die CD-Singles Peace und The Daisy Chain, deren Titel später auf The Slaughterhouse enthalten waren. Beide Singles waren ausschließlich während seiner Hit N Run Tour 2001 vom 14. April bis 6. Mai 2001 in den USA erhältlich sowie bei den sechs Konzerten der Tournee A Celebration 2001 vom 15. bis 28. Juni 2001 in seinem Paisley Park Studio.[23] Aufgrund dieser stark eingeschränkten Vertriebsform erschienen die Singles nicht in internationalen Charts.

Peace enthält als zweiten Titel 2045: Radical Man; als Interpret beider Stücke ist The New Power Generation angegeben. Zudem findet sich auf der CD der Hinweis „From the 4thcoming ‘Peace’“, womit ein geplantes, jedoch unveröffentlicht gebliebenes Studioalbum von The New Power Generation mit dem Titel Peace gemeint ist.[23] Als die beiden Titel 2004 auf The Slaughterhouse erschienen, wurde hingegen Prince selbst als Interpret geführt. Die Covergestaltung der CD-Single Peace ist ungewöhnlich gestaltet: Die CD wird von einer Kartonrückseite mit klappbarer Lasche gehalten, die mittels Klettverschluss durch die Mittellochöffnung fixiert ist.

Die CD-Single The Daisy Chain, deren zweiter Titel Gamillah ist, nennt ebenfalls The New Power Generation als Interpreten.[23] Bei der späteren Veröffentlichung der Stücke im März 2004 auf The Slaughterhouse beziehungsweise The Chocolate Invasion wurde wiederum Prince als Interpret angegeben. Coverversionen von auf The Slaughterhouse enthaltenen Titeln sind nicht bekannt.

Musikvideos

Von den auf The Slaughterhouse enthaltenen Titeln produzierte Prince nur zu The Daisy Chain ein Musikvideo. Dieses entstand vermutlich im August 2000 in den Paisley Park Studios und wurde dort am 26. August 2000 im Rahmen einer Party erstmals gezeigt.[24]

Neben Prince treten im Video der Backgroundsänger Kip Blackshire, Larry Graham, der Rapper DVS (sein einziger Auftritt in einem Prince-Musikvideo) sowie die Tänzerin Geneva auf, die vor einer großflächig projizierten Gänseblümchenblüte tanzt. Geneva (* 3. Januar 1977 als Tomasina Parrott in Calabasas, Kalifornien) gehörte in den Jahren 2000 und 2001 als Sängerin und Tänzerin zu Prince’ Begleitband. Blackshire und DVS sind im gesamten Video präsent, singen mit Prince und spielen mit ihm Basketball.

Darüber hinaus ist ein kleines Mädchen zu sehen, das auf einer Wiese Gänseblümchen pflückt. Das Video endet mit einem Basketballspiel zwischen Prince und Blackshire; abschließend wird der Schriftzug „2 b continued … Never!“ („Fortsetzung folgt … niemals!“) eingeblendet.[25]

Mitwirkende

Musiker

Najee, 2007

Alle Titel des Albums wurden von Prince arrangiert, komponiert, produziert und gesungen. Darüber hinaus spielte er sämtliche Instrumente selbst ein; einzelne Beiträge wurden jedoch von weiteren Musikern ergänzt:[1][4][5][7]

Technisches Personal

Rezensionen

Weitere Informationen Professionelle Bewertungen, Quelle ...
Professionelle Bewertungen
Kritiken
Quelle Bewertung
The Guardian[26] SternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbol
soulinstereo.com[27] SternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbol
Schließen

Im Jahr 2004 fand The Slaughterhouse in Massenmedien und bei Musikkritikern kaum Beachtung, da das Album nicht regulär veröffentlicht wurde; entsprechend existieren nur wenige Rezensionen. Erst nach Prince’ Tod im April 2016 wurde es vereinzelt retrospektiv besprochen und dabei überwiegend negativ bewertet.

Chris Gerard von der kostenlosen US-Zeitschrift Metro Weekly ordnete das Album 2014 – noch zu Prince’ Lebzeiten – in einem Ranking von 38 Alben auf Platz 32 ein. Eine formale Wertung vergab er nicht, erklärte jedoch, es sei „bedauerlich, dass dieses Album nicht breiter veröffentlicht wurde“, da es „einige großartige Momente“ enthalte. The Daisy Chain bezeichnete er als „klassischen Prince-Rocksong“, Northside und Peace als „erstklassige Funkstücke“. Die „wirbelnden Keyboards und der Gesang“ des „ätherischen Dance-Tracks“ Hypnoparadise hob er besonders hervor. Dagegen hätten Songs wie Golden Parachute und Props ‘N’ Pounds seiner Ansicht nach nicht veröffentlicht werden sollen. Insgesamt biete The Slaughterhouse jedoch „genug starkes Material, um eine Beschäftigung damit zu rechtfertigen“.[28]

Simon Price von The Guardian bewertete 37 Prince-Alben und setzte The Slaughterhouse auf Rang 34. Er vergab drei von fünf Sternen und charakterisierte das Album als „weitere Zusammenstellung zuvor herunterladbarer Titel“ sowie als Prince’ „letzten Versuch für einige Zeit, ein Album eigenständig zu veröffentlichen, bevor er erneut mit der Musikindustrie kooperierte“. Die nachfolgenden Alben Musicology (2004), 3121 (2006) und Planet Earth (2007) erschienen anschließend wieder über ein Major-Label.[26]

Edward Bowser, Herausgeber der Website soulinstereo.com, bewertete ebenfalls 37 Prince-Alben und setzte The Slaughterhouse auf den letzten Platz. Er vergab eineinhalb von fünf Sternen und kritisierte die Rap-Passagen als „fragwürdig“ sowie den Einsatz von Auto-Tune als „unnötig“. Gleichwohl würden „Prince-Komplettisten“ das Album „verschlingen“, obwohl selbst die „erträglichsten“ Stücke „unfertig“ wirkten. Positiv hob Bowser lediglich Hypnoparadise hervor. Zudem beanstandete er das Coverdesign und kommentierte ironisch, es sei „keine Demoversion eines unveröffentlichten PlayStation-1-Spiels – auch wenn das vermutlich besser gewesen wäre“.[27]

Auch die Musikkritiker David Wilson und John Alroy verzichteten auf eine numerische Bewertung, äußerten sich jedoch ebenfalls deutlich negativ. Sie bezeichneten die Musik als „belanglosen Funk“ und nannten Northside sowie S&M Groove als Beispiele. Wie Bowser lobten sie ausschließlich Hypnoparadise, das durch „schönen Falsettgesang und unvorhersehbare musikalische Elemente“ hervorsteche.[29]

Kommerzieller Erfolg

Chartplatzierungen

Das Album erschien nicht in den internationalen Musikcharts, da es ausschließlich über Prince’ damalige Website NPG Music Club.com vertrieben wurde.

Musikverkäufe

The Slaughterhouse verkaufte sich Schätzungen zufolge rund 10.000-mal.[30]

Literatur

  • Arthur Lizie: Prince FAQ: All That’s Left to Know About the Purple Reign. Backbeat Books, Guilford (Connecticut) 2020, ISBN 978-1-61713-670-2.
  • Benoît Clerc: Prince – Alle Songs: Die Geschichten hinter den Tracks. Delius Klasing Verlag; 1. Auflage 2023, ISBN 978-3-667-12537-8.
  • Matt Thorne: Prince – Die Biografie. Edel Germany GmbH, Hamburg, 2017, ISBN 978-3-8419-0523-9.
  • Uptown: The Vault – The Definitive Guide to the Musical World of Prince. Nilsen Publishing, Linköping 2004, ISBN 91-631-5482-X.

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI