The Unstable Molecule

Album der Formation Isotope 217° From Wikipedia, the free encyclopedia

The Unstable Molecule ist das Debütalbum der Formation Isotope 217°. Die in den Soma Electronic Music Studios in Chicago entstandenen Aufnahmen erschienen im November 1997 auf Thrill Jockey. 2017 bzw. 2022 wurde das Album in LP-Form wiederveröffentlicht.

Veröffent-
lichung

1997

Format(e)

LP, CD, Download

Schnelle Fakten Studioalbum von Isotope 217°, Veröffent-lichung ...
The Unstable Molecule
Studioalbum von Isotope 217°

Veröffent-
lichung

1997

Label(s)

Thrill Jockey

Format(e)

LP, CD, Download

Genre(s)

Fusion

Titel (Anzahl)

6

Länge

31:03

Besetzung

Studio(s)

Soma Electronic Music Studios, Chicago

Chronologie
The Unstable Molecule Utonian_Automatic
(1999)
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Hintergrund

In den 1990er-Jahren gründeten drei Mitglieder der Indie-Rock-Band TortoiseJeff Parker, John Herndon und Dan Bitney – zusammen mit der Posaunistin Sara Smith, dem Bassisten Matthew Lux und Parkers langjährigem Weggefährten Rob Mazurek eine Art experimentelle Fusion-Gruppe, notierte Jeff Teich.[1] Diese Gruppe nannte sich zunächst Isotope 217°, später Isotope 217 (nach einem Blei-Isotop, das im Science-Fiction-Film Forbidden Planet (1956) erwähnt wurde)[2] und veröffentlichte zwischen 1997 und 2000 drei Alben. Das dritte, Who Stole the I Walkman?, zierte ein verpixeltes Bild von Parker selbst auf dem Cover.[1]

Im Kern sei Isotope 217° eine Mischung aus Tortoise und dem Chicago Underground Orchestra gewesen, wobei Gitarrist Jeff Parker die Verbindung zwischen den beiden Lagern hergestellt habe, notierte John Garratt. Die Perkussionisten John Herndon und Dan Bitney kamen von Tortoise, während Kornettist Rob Mazurek die Posaunistin Sara P. Smith über seine Chicago Underground-Ensembles mitbrachte. Mit Matthew Lux am Bass habe Isotope 217 seinen Platz gefunden und ihre Jamsessions schließlich zu einem ersten Album reifen lassen.[3]

Titelliste

  • Isotope 217°: The Unstable Molecule (Thrill Jockey THRILL 049)[4]
  1. Kryptonite Smokes the Red Line 3:26
  2. Beneath the Undertow 5:52
  3. La Jeteé 6:15
  4. Phonometrics 5:20
  5. Prince Namor 7:26
  6. Audio Boxing 2:44

Rezeption

Schlagzeuger John Herndon mit der Gitarristin Tara Jane O'Neil (2017)

Das Debütalbum The Unstable Molecule sei ein bedeutendes Werk, da es die Chicagoer Post-Rock-Szene mit Jazz verbinde – es klinge, als hätte es fast zwei Jahrzehnte vor der Gründung von International Anthem deren erste Veröffentlichung sein können. Das Album enthalte außerdem den Song „La Jetée“, der später auf einem Tortoise-Album wieder auftaucht und auch auf dem Jeff-Parker-Album Forfolks (2021) zu hören ist. Doch diese knapp 31 Minuten des Albums würden einen fruchtbaren Boden für futuristische Grooves und außerweltlichen Funk bieten, sei es durch den hochprozentigen Kracher „Kryptonite Smokes the Red Line“, den spannungsgeladenen Krimi-Montage-Kracher „Beneath the Undertow“, den Funk-Jam „Phonometrics“ oder die ruhige Ballade „Prince Namor“, wobei die beiden letztgenannten Parkers vielseitiges Gitarrenspiel hervorragend zur Geltung brächten.[1]

„Irgendwann in den 1990er-Jahren erreichte die Musik die Zukunft und blieb dort“, und The Unstable Molecule, das Debütalbum der Chicagoer Supergroup Isotope 217, sei nur ein Beispiel für ein Album, das seit seiner Aufnahme kein bisschen gealtert sei, lobte John Garratt (Pop Matters). Optimisten würden dies der kollektiven Weitsicht der Band zuschreiben, während Kritiker auf die über 30-jährige Stagnation der modernen Musik [zu dieser Zeit] verweisen. Von den Spice Girls über Radiohead bis hin zu allen Bands dazwischen – Mitte bis Ende der 1990er-Jahre sei die Zeit gewesen, in der sich einfach nichts „alt“ anhören wollte. Dieser Trend (oder eher dessen Fehlen) werde erneut deutlich, da Thrill Jockey The Unstable Molecule zum 25-jährigen Jubiläum wiederveröffentlichte.[3]

Rob Mazurek (2013)

Wie erwartet, bewege sich The Unstable Molecule zwischen zeitgenössischem Jazz und Post-Rock, ohne sich jedoch eindeutig einem der beiden Genres zuzuordnen, so Garratt weiter. Manchmal würde es spielerisch zwischen den Genregrenzen schweben, ohne sich zu sehr in Details zu verlieren. Dann wieder sei es ebenso schräg wie funky. Es sei zwar ein kurzes Album, das man schnell kennenlernen könne; doch wenn man tief in die Chicagoer Musikszene eintauche und all den Jazz und Instrumentalrock betrachte, den sie zu bieten habe, erweise sich The Unstable Molecule immer wieder als wichtiger Meilenstein.[3]

Marc Gilman verlieh dem Album in Allmusic vier Sterne und schrieb, The Unstable Molecule zeichne sich durch eine ausgeprägte Lo-Fi-Atmosphäre aus, die von unverkennbarem Jazz-Ehrgeiz durchzogen ist. Das Ergebnis sei ein Album, das weder geradliniger Jazz noch Space Rock ist, sondern ein eigenwilliges, funkiges und zugleich raffiniertes musikalisches Experiment. Stücke wie „Kryptonite Smokes the Red Line“ und „La Jeteé“ würden sanfte Klangwelten erkunden und dazu eine vielfältige Instrumentierung einsetzen, darunter Cello und andere Streichinstrumente. „Audio Boxing“ und „Beneath the Undertow“ wiederum würden durch eingängige Bläserarrangements und präzise Komposition bestechen und einen Kontrast zur zurückhaltenden Natur der übrigen Stücke bilden. The Unstable Molecule werde jeden begeistern, der außergewöhnlichen Jazz mag; eine gewisse Vorliebe für Funk schade dabei auch nicht. Das Album biete ein stimmiges Hörerlebnis, müsse aber als Brücke zwischen zwei Genres verstanden werden, als ein ernsthafter Versuch, Post-Rock-Sound mit zeitgenössischem Jazz zu verschmelzen, und das gelänge hervorragend.[5]

Einzelnachweise

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