Theodor Schunk
Schiffsbauingenieur und Werftendirektor
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Theodor Schunk, auch Theodor Schunck (* 28. Dezember 1829 in Erlangen; † Februar 1891 in Heidelberg), war ein Schiffsbauingenieur und Werftdirektor des Stabilimento Tecnico Triestino (S.T.T.), der größten Schiffswerft Österreich-Ungarns.
Leben
Die Eltern von Johann Christian Heinrich Theodor Schunk (Rufname Theodor) waren der Erlanger Professor Friedrich Christoph Carl Schunk und Emma Juliane Henriette (Rufname Julie) Schunk, geb. Meynier.[1][2] Schunk heiratete am 27. Mai 1850 in Erlangen Luisa Charlotta Emilia Brater (Rufname Emilie).[3]
Schunk war Gründungsmitglied in der Section Küstenland des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins.[4] Er blieb Mitglied bis zu seinem Tod im Februar 1891 in Heidelberg,[5] wohin er im Ruhestand gezogen war.[6]
Militärische Laufbahn
Schunk trat 1848 der österreichisch-ungarischen Marine bei.[7] 1854 wurde Schunk zum Oberlieutenant des Schiffbaucorps,[8] 1856 zum Hauptleutnant zweiter Klasse des Schiffbaucorps.[9] Schunk fertigte die Detailpläne für die Inneneinrichtung des Linienschiffs Kaiser; unter seiner Aufsicht wurde es auch in der Werft auf der Oliveninsel bei Pola gebaut und am 4. Oktober 1856 vom Stapel gelassen.[10][11] 1858 wurde Schunk zum Hauptleutnant erster Klasse des Schiffbaucorps befördert.[12] Im Februar 1861 wurde Schunk als Anerkennung seiner Dienste das Ritterkreuz des Franz-Joseph-Ordens verliehen.[13]
1862 wurde Schunk auf eine Studienreise nach Amerika geschickt. Er sollte dort Panzerschiffe studieren.[14]
Als im Dezember 1862 das Marine-Ministerium geschaffen wurde, wurde Schunk, damals Schiffsbau-Oberingenieur, zum provisorischen Vorstand der 4. Abteilung berufen.[15] Im Juni des Folgejahres wurde Schunk mit der Leitung des Schiffbauwesens in Triest beauftragt.[16] 1865 wurde Schunk als Berater hinzugezogen bei der Einrichtung nautischer Schulen.[17] Im selben Jahr wurde Schunk zum Schiffsbaudirektor in Pola befördert.[18] Dort war er u. a. für den Bau der im Dezember 1867 vom Stapel gelassenen Helgoland verantwortlich.[19] Da Schunk seine fachliche Expertise bei Entscheidungen nicht ausreichend berücksichtigt sah, kam es 1868 zum Zerwürfnis mit seinem Vorgesetzten, Josef Ritter von Romako, sodass er nach 20-jähriger Dienstzeit um seine Entlassung bat.[7][20] Schunk wurde noch im selben Jahr entlassen.[21]
Oberingenieur und Werftdirektor bei Stabilimento Tecnico Triestino (S.T.T.)
Nach seiner Entlassung aus dem Dienst wurde Schunk Oberingenieur bei Stabilimento Tecnico Triestino. Von 1886 bis 1891 war Schunk dort Werftendirektor.[22]
Während seiner Zeit beim S.T.T. wurden nach Schunks Plänen u. a. folgende Schiffe gebaut:
- 1875: Tauchapparat[23]
- 1886: Rammkreuzer Patagonia[24]
- 1887: Turmschiff Kronprinzessin Erzherzogin Stefanie[25]
- 1889: Rammkreuzer Kaiser Franz Joseph I[26]
- 1890: Rammkreuzer Kaiserin Elisabeth (Der Kreuzer wurde nicht in S.T.T. gebaut, aber als Kopie des Rammkreuzers Kaiser Franz Joseph dennoch nach den Plänen Schunks.)[27]
1890 wurde Schunk der Orden der Eisernen Krone dritter[28] oder zweiter[29] Klasse verliehen. Mit der Ehrung war der Nachlass der Taxe verbunden.[30]