Thioanisol

chemische Verbindung From Wikipedia, the free encyclopedia

Thioanisol ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der Thioether und ist ein Schwefelanalogon von Anisol.

Schnelle Fakten Strukturformel, Allgemeines ...
Strukturformel
Struktur von Thioanisol
Allgemeines
Name Thioanisol
Andere Namen
  • Methylthiobenzol
  • Methylphenylsulfid
  • Thiophenolmethylether
Summenformel C7H8S
Kurzbeschreibung

farblose Flüssigkeit mit unangenehmem Geruch[1]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 100-68-5
EG-Nummer 202-878-2
ECHA-InfoCard 100.002.617
PubChem 7520
ChemSpider 7239
Wikidata Q9087778
Eigenschaften
Molare Masse 124,21 g·mol−1
Aggregatzustand

flüssig[1]

Dichte

1,06 g·cm−3[1]

Schmelzpunkt

−15 °C[1]

Siedepunkt

195 °C[1]

Löslichkeit
  • sehr schwer in Wasser (0,5 g·l−1 bei 25 °C)[1]
  • mischbar mit den meisten organischen Lösungsmitteln[2]
Brechungsindex

1,5860 (20 °C)[2]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung[1]
Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Achtung

H- und P-Sätze H: 302315317411
P: 261264273280301+312302+352[1]
Toxikologische Daten

891 mg·kg−1 (LD50, Ratte, oral)[1]

Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0°C, 1000 hPa). Brechungsindex: Na-D-Linie, 20 °C
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Gewinnung und Darstellung

Es kann durch die Methylierung von Thiophenol hergestellt werden.

Es kann auch durch Alkylierung von Natriumthiophenolat mit Dimethylsulfat oder einem Trialkylammoniumiodid dargestellt werden.[3][4]

Eigenschaften

Thioanisol ist eine farblose, entzündliche Flüssigkeit mit charakteristischem, unangenehmem Geruch, die sehr schwer löslich in Wasser ist.[1]

Verwendung

Thioanisol wird als Zwischenprodukt zur Herstellung von Farbstoffen, Pharmazeutika und Agrochemikalien verwendet. Es wird auch zur Herstellung von stabilen Sulfoniumsalzen, Sulfoxiden und Sulfonen und für die Spaltung von Methylethern in Verbindung mit Trifluormethansulfonsäure verwendet. Es dient auch als Aromastoff oder Adjuvans und ist ein wichtiges Ausgangsmaterial für die Synthese von 3-substituierten Benzo[b]thiophenen.[2][5] Bei der Peptidsynthese wird es auch als Hilfsstoff (Scavenger) eingesetzt.[6]

Sicherheitshinweise

Die Dämpfe von Methylphenylsulfid können mit Luft ein explosionsfähiges Gemisch (Flammpunkt 57 °C) bilden.[1]

Einzelnachweise

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