Thiofanox

chemische Verbindung From Wikipedia, the free encyclopedia

Thiofanox ist ein Wirkstoff zum Pflanzenschutz und eine chemische Verbindung aus der Gruppe der Carbamate.

Schnelle Fakten Strukturformel, Allgemeines ...
Strukturformel
Strukturformel von Thiofanox
Allgemeines
Name Thiofanox
Andere Namen

3,3-Dimethyl-1-(methylthio)butanon-O-(N-methylcarbamoyl)oxim

Summenformel C9H18N2O2S
Kurzbeschreibung

farbloser Feststoff mit beißendem Geruch[1]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 39196-18-4
EG-Nummer 254-346-4
ECHA-InfoCard 100.049.388
PubChem 38235
Wikidata Q1286435
Eigenschaften
Molare Masse 218,32 g·mol−1
Aggregatzustand

fest[2]

Schmelzpunkt

57–58 °C[2]

Löslichkeit
  • schwer in Wasser (5,2 g·l−1 bei 22 °C)[2]
  • sehr gut in chlorierten und aromatischen Kohlenwasserstoffen und Ketonen, einschließlich apolaren Lösungsmitteln[1]
  • schwer in polaren aliphatischen Kohlenwasserstoffe[1]
Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP),[3] ggf. erweitert[2]
Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-Sätze H: 300+310410
P: 262264273280301+310302+352+310[2]
Toxikologische Daten
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0°C, 1000 hPa).
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Gewinnung und Darstellung

Thiofanox kann ausgehend von Pinacolon (3,3-Dimethyl-2-butanon) hergestellt werden. Nach Bromierung reagieren Brompinacolon und Ethanthiol zu 3,3-Dimethyl-1-methylthio-2-butanon, das zuerst durch Reaktion mit Hydroxylamin zum Oxim umgesetzt wird. Dieses wird entweder mit Phosgen zum Chlorformiat verestert und anschließend mit Methylamin oder direkt mit Methylisocyanat umgesetzt.[4][1]

Synthese von Thiofanox
Synthese von Thiofanox

Eigenschaften

Thiofanox ist ein brennbarer Feststoff, der praktisch unlöslich in Wasser ist. Die Verbindung zersetzt sich beim Erhitzen vor Erreichen des Siedepunktes.[2] Es ist stabil unter neutralen und sauren Bedingungen, hydrolysiert jedoch rasch unter alkalischen Bedingungen (pH-Wert > 10), wobei Thiofanox-sulfoxid und Thiofanox-sulfon entstehen.[5]

Verwendung

Thiofanox wird als Insektizid und Akarizid verwendet. Die Wirkung beruht auf der Hemmung von Cholinesterase-Enzymen.[5][6]

Zulassung

Thiofanox ist nicht auf der Liste der in der Europäischen Union zulässigen Pflanzenschutzmittel-Wirkstoffe enthalten.[7] In Deutschland, Österreich und der Schweiz sind keine Pflanzenschutzmittel mit diesem Wirkstoff zugelassen.[8]

Einzelnachweise

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