Thionin

chemische Verbindung From Wikipedia, the free encyclopedia

Thionin ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der Phenothiazinfarbstoffe und zählt zu der anwendungstechnischen Gruppe der kationischen Farbstoffen.

Schnelle Fakten Strukturformel, Allgemeines ...
Strukturformel
Strukturformel von Thionin
Allgemeines
Name Thionin
Andere Namen
  • 3-Imino-3H-phenothiazin-7-aminhydrochlorid
  • Lauths Violett
Summenformel C12H10ClN3S
Kurzbeschreibung

grüner, blauer oder violetter Feststoff (Acetat)[1]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer
EG-Nummer 209-470-3
ECHA-InfoCard 100.008.611
PubChem 65043
ChemSpider 58554
Wikidata Q4353986
Eigenschaften
Molare Masse 263,75 g·mol−1
Aggregatzustand

fest[1]

Schmelzpunkt

>200 °C (Acetat)[2]

Löslichkeit
  • wenig löslich in Wasser[3]
  • sehr gut löslich in Wasser (2500 g·l−1 bei 25 °C, Acetat)[4]
  • praktisch unlöslich in Ethanol (Acetat)[4]
Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung[5]

Acetat

keine GHS-Piktogramme

H- und P-Sätze H: keine H-Sätze
P: keine P-Sätze[5]
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0°C, 1000 hPa).
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Geschichte

Thionin war der erste Phenothiazinfarbstoff und wurde 1876 durch Charles Lauth zuerst synthetisiert. Die Verbindung wird daher auch als Lauths Violett bezeichnet.[6]

Gewinnung und Darstellung

Thionin kann durch Umsetzung einer mit Schwefelwasserstoff gesättigten Lösung von p-Phenylendiamin mit einem Oxidationsmittel, wie Eisen(II)-chlorid, hergestellt werden.[7] Eine weitere Möglichkeit ist die Radiosynthese durch Röntgenbestrahlung von p-Phenylendiamin in Gegenwart von Ammoniumsulfid, Salzsäure und Kupfersulfat bei pH 7.[8]

Eigenschaften

Thioninacetat ist ein grün-blauer Farbstoff, der sehr gut löslich in Wasser ist.[4] Seine Lösung (oder die des Chlorides) in Wasser ist violett.[3]

Verwendung

Thionin und seine Salze werden als Farbstoff in der Mikroskopie verwendet. Sie dienen zum Beispiel bei der Nissl-Färbung zur Darstellung von Nervenzellen.[1][9] Thioninacetat wird aufgrund seiner Affinität zu Nukleinsäuren und sauren Gewebebestandteilen zur Färbung von Zellkernen und anderen sauren Bestandteilen von Zellen und Geweben eingesetzt. Der Wirkmechanismus beruht auf seiner Funktion als basischer Farbstoff, der sich stark an negativ geladene Komponenten in Zellen, wie DNA und RNA, bindet.[4][10] Die Verbindung wurde auch als Entwicklersubstanz eingesetzt.[11]

Einzelnachweise

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