Thomas Gemke
deutscher Kommunalpolitiker
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Thomas Gemke (* 16. Dezember 1957 in Werl) ist ein deutscher Kommunalpolitiker (CDU). Er war von 2009 bis Oktober 2020 hauptamtlicher Landrat des Märkischen Kreises. Bei der Kommunalwahl 2020 hat er nicht mehr kandidiert.

Leben und Beruf
Seit seinem vierten Lebensjahr lebt Thomas Gemke in Balve. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder.
Nach dem Abitur am Heilig-Geist-Gymnasium in Menden hat Gemke die Studiengänge zum Dipl. Verwaltungswirt (FH) und zum Dipl. Betriebswirt (FH) jeweils mit Abschluss absolviert und zudem zu Beginn seines beruflichen Wirkens eine fachspezifische IT-Qualifikation für den Einsatz im Bereich Systemmanagement / -programmierung erworben[1].
Er war tätig in den Bezirksregierungen Arnsberg und Münster, im Innenministerium Nordrhein-Westfalen sowie als Dezernent im Gemeinsamen Gebietsrechenzentrum Hagen, hier zuständig für Personal, Finanzen und Organisation.
Politische Karriere
Seit 1972 war er Mitglied in der Jungen Union, seit 1974 dann Mitglied in der CDU, von 1982 bis 1984 war er zudem Kreisvorsitzender der Jungen Union. Von 1998 bis 2008 war er Fraktionsvorsitzender der CDU-Kreistagsfraktion.
1984 bis 2020 war Gemke Mitglied des Rates der Stadt Balve, in der Zeit von 1984 bis 1994 in der Funktion des CDU-Fraktionsvorsitzenden. Für seine Verdienste erhielt er den Ehrenring der Stadt Balve[2].
Mitglied des Kreistages ist er seit 1994, von 2008 bis 2009 in der Funktion des ersten stellvertretenden Landrats.
Am 21. Oktober 2009 erfolgte der Amtsantritt als direkt gewählter Landrat des Märkischen Kreises, er übte dieses Amt nach seiner Wiederwahl 2014 bis Oktober 2020 aus[3].
Sein besonderes Anliegen war ihm der Bildungsbereich. Die Berufskollegs mit ihren zahlreichen Bildungsgängen im Märkischen Kreis wurden ausgebaut[4]. Gemke setzte sich für den gemeinsamen Unterricht im Rahmen der Inklusion und den Erhalt der Förderschulen im Märkischen Kreis ein. Für sein Engagement für die Partnerschaft zwischen dem Märkischen Kreis und dem Kreis Ratibor in Polen wurde Thomas Gemke dabei vom Kreistag des Kreises Ratibor mit der Medaille „Verdienter für den Kreis Racibórz“ geehrt, die zu diesem Zeitpunkt erst achtmal verliehen wurde[5].
Von 1997 bis 2020 engagierte er sich für den Schienenpersonennahverkehr. Er war u. a. Verbandvorsteher des Zweckverbandes Ruhr-Lippe (ZRL) und stellvertretender Verbandvorsteher des Zweckverbandes Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL). In seiner Amtszeit konnte erreicht werden, dass die Verkehrsleistungen und die Fahrgastzahlen in Ruhr-Lippe in dieser Zeit deutlich gesteigert wurden[6].
Er war zudem Mitglied der Landschaftsversammlung Westfalen-Lippe (von 2009 bis 2020). Geehrt wurde er hier für sein Engagement mit der Freiherr-vom-Stein Medaille[7].
Thomas Gemke war Verbandsvorsteher des kommunalen IT-Dienstleisters Südwestfalen-IT (SIT) – vormals KDVZ Citkomm in Iserlohn[8], einem Zusammenschluss aller 59 Städte und fünf Kreise in Südwestfalen.
Seit Juni 2018 ist er Präsident des Sauerländischen Gebirgsvereins (SGV)[9], seit August 2018 auch Präsident des Landeswanderverbandes[10][11].
Von Juni 2020 bis September 2024 war Thomas Gemke Vorsitzender des Vereins „LEADERsein! e.V. - Bürgerregion am Sorpesee“[12][13]. Seit 2023 engagiert er sich in der Leader-Region Hemer-Iserlohn-Menden[14] und in der Caritas-Konferenz St. Blasius in Balve[15].
Kontroversen
Im Dezember 2020 nahm die Staatsanwaltschaft Hagen aufgrund der Anzeige einer Privatperson Ermittlungen gegen Thomas Gemke auf. Hintergrund war die Kritik an der Erstellung eines Abschiedsvideos als Ersatz für die coronabedingt abgesagte Abschiedsfeier des scheidenden Landrats.[16] Weil sich aber im Zuge der Ermittlungen die Vorwürfe einer strafrechtlich relevanten „pflichtwidrigen Verletzung des haushaltsrechtlichen Gebots der Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit“ sehr schnell als vollkommen gegenstandslos erwiesen, wurde das Verfahren im November 2021 eingestellt.[17]