Thomas Lehr

deutscher Schriftsteller From Wikipedia, the free encyclopedia

Thomas Lehr (* 22. November 1957 in Speyer) ist ein deutscher Schriftsteller.

Der Schriftsteller Thomas Lehr auf dem Erlanger Poetenfest 2017

Leben

Lehr studierte von 1979 bis 1983 in West-Berlin Biochemie und war danach zunächst als Programmierer an der Universitätsbibliothek der Freien Universität Berlin tätig, ehe er freier Schriftsteller wurde. Er lebt in Berlin und hatte im Sommersemester 2011 an der FU Berlin die Heiner-Müller-Gastprofessur für deutschsprachige Poetik inne.[1]

Sein bisheriges Hauptwerk Nabokovs Katze (1999) trägt deutliche autobiographische Züge und erzählt, über einen Zeitraum von 25 Jahren, die erotisch-obsessive Beziehung des Helden Georg zu seiner Muse Camille.

Lehr ist seit 2002 Mitglied des PEN-Zentrums Deutschland. Im Mai 2012 wurde er als neues Mitglied in die Akademie der Künste in Berlin berufen[2] und im Herbst 2018 in die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung aufgenommen.[3]

Werke

Autograph von Thomas Lehr

Auszeichnungen und Ehrungen

„Von seinem Roman Zweiwasser oder Die Bibliothek der Gnade (1992) an hat Thomas Lehr sprachmächtig in der Nachfolge jener Moderne weiter geschrieben, die bei aller Zeitbezogenheit nie Wachträume, Halluzinationen und Gedankenspiele ausgeschlossen hat. In seiner letzten Prosaarbeit 'Nabokovs Katze' erzählt Thomas Lehr die l'amour fou seines Helden in scharf ausgeleuchteten Bildern, wobei seine literarischen Mittel auf Schnitt- und Überblendungstechniken des Films verweisen. Nicht ganz ohne Grund: Der getriebene Held wechselt von der Mathematik zur Regie. Eines seiner Vorbilder ist Luis Buñuel.“

Literatur

  • Timo Rouget: Lehr, Thomas. In: Lexikon der Science Fiction-Literatur seit 1900. Mit einem Blick auf Osteuropa, herausgegeben von Christoph F. Lorenz und Peter Lang, Frankfurt/Main 2016, ISBN 978-3-631-67236-5, S. 429–434.
  • Leonhard Herrmann: Literarische Vernunftkritik im Roman der Gegenwart. Stuttgart 2017. S. 167–178.
  • Thomas Lehr In: Akademie der Wissenschaften und der Literatur, Mainz. Jahrbuch. 69, 2018, S. 30–32.
  • Meike Fessmann: Das Licht, der Raum und die Zeit. Laudatio zum Kranichsteiner Literaturpreis für Thomas Lehr. In: Sinn und Form 2/2019, S. 265–268

Fußnoten

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