Thomas Monck Mason

irischer Flötist, Schriftsteller und Ballonfahrer (1803–1889) From Wikipedia, the free encyclopedia

Thomas Monck Mason (* 1803 in Irland; † 7. September 1889 in Brompton, Kensington, London) war ein Flötist, Schriftsteller und Ballonfahrer. Er schrieb über eine Ballonfahrt, die er von England nach Deutschland unternahm, sowie über Theologie. Sein Bericht über die Ballonfahrt inspirierte Edgar Allan Poes Werk „The Balloon-Hoax“.

Leben

Thomas Monck Mason wurde 1803 vermutlich auf Stillorgan Castle im Süden Dublins geboren, das von 1795 bis 1808 von seinem Vater, dem Historiker William Charles Monck Mason (1775–1859) bewohnt wurde. Nach seinem Abschluss am Trinity College in Dublin verbrachte er einige Jahre im Ausland, um Querflöte zu studieren.[1] Er komponierte mehrere Opernwerke und war außerdem als professioneller Flötist tätig.[2]

Mason unternahm am 7./8. November 1836 eine Ballonfahrt von den Vauxhall Gardens nach Weilburg zusammen mit Charles Green und Robert Hollond, welcher als der erste Nachtflug gilt. Die Ballonfahrt dauerte 17 Stunden, in denen sie eine Strecke von 500 Meilen (ca. 805 Kilometer) zurücklegten, ein Rekord, der bis 1907 ungeschlagen blieb.[1]

„A Consultation prior to the Aerial Voyage to Weilburg“

Die Vorbereitungen dieser Ballonfahrt sind auf dem Gemälde „A Consultation prior to the Aerial Voyage to Weilburg“ von John Hollins festgehalten. Neben Mason und dem Künstler selbst, sind auf dem Gemälde Charles Green, Robert Hollond, Sir William Milbourne James und Walter Prideaux abgebildet.[3]

1836 schrieb Thomas Monck Mason die „Account of the Late æronautical Expedition from London to Weilburg“, in der er die Reise detailliert beschrieb. Dieses Buch war Hollond gewidmet.

1838 veröffentlichte Mason das Buch in erweiterter Form erneut unter dem Titel „Aeronautica; Or, Sketches Illustrative of the Theory and Practice of Aerostation: Comprising an Enlarged Account of the Late Aerial Expedition to Germany“. Das Werk enthielt Abbildungen des Ballons und der Reise. Die Stiche sollen auf Skizzen beruhen, die Mason selbst angefertigt hatte.

Der Ballon im Tal von Elbern, nach der Landung.

Mason beschreibt die Reise, die nur 18 Stunden dauerte, und wie sie nach der Landung den Rückweg nach England antraten. Er berichtet, dass es mehrere Stunden dauerte, bis sie 14 Helfer sowie ein Pferd mit Karren organisiert hatten, um den Ballon in die nächste Stadt Weilburg zu bringen. Mason vermerkt, dass der genaue Landeplatz bei einer Mühle namens Dillhausen im Tal von Elbern lag, zwei Wegstunden von Weilburg entfernt. Interessanterweise sei Weilburg auch der Ort, an dem Jean-Pierre Blanchard bereits 1785 nach einer Ballonfahrt von Frankfurt gelandet sei.

Neben dem Gemälde und dem Buch verfasste auch der humoristische Dichter Thomas Hood ein Spottgedicht, um die epische Reise nach Nassau zu feiern, welches den Titel Ode to Messrs Green, Hollond and Monck on their late Balloon Adventure trägt.[4]

Insolvenz

Am 25. Oktober 1832 erklärte Thomas Monck Mason offiziell seine Zahlungsunfähigkeit vor dem Kanzleigericht in London.[5] Zu diesem Zeitpunkt war er als Buchhändler und Verleger tätig, hatte jedoch zuvor das King’s Theatre in London gepachtet, das er als italienisches Opernhaus betreiben wollte.[1] Der Versuch erwies sich als finanziell ruinös und im Rahmen der Verfahren traten mehrere Gläubiger auf. Mason hatte unter anderem Einnahmen aus der Veröffentlichung von Musik und Übersetzungen erzielt, die jedoch nicht ausreichten, um seine Verpflichtungen zu decken.[6]

Seine Verschuldung belief sich schließlich auf mehr als 60.000 Pfund Sterling, und die rechtlichen Auseinandersetzungen zogen sich über Jahre hin.[1]

Späteres Leben

Mason heiratete Maria Henrietta Bishop am 23. September 1842, nach der Geburt von vier ihrer Kinder. Seine Frau starb 1849 in Chertsey, und Mason lebte 1851 als Witwer mit seinen drei verbliebenen Kindern bei seinem verwitweten Vater in Weybridge. Im Jahr 1881 lebte er im Charter House, einem Heim für mittellose Gentlemen. Nachdem Mason eine so aufregende Jugend gehabt hatte, scheint er in seinen späteren Jahren weitestgehend in Vergessenheit geraten zu sein.[1]

Mason widmete seine späteren Jahre dem Studium der Theologie und veröffentlichte zwischen 1845 und 1878 mehrere Bücher zu diesem Thema.[2] Sein erstes Buch verteidigte die Unfehlbarkeit der Bibel. Mason’s Werk von 1863, The Work and the Word or The Dealings and Doctrines of God in relation to the State and Salvation of Man summarily Reviewed Reconciled and Recommended in accordance with the dictates of Human Reason, wurde als kunstvoll konstruiert, aber rein theoretisch-theologisch beschrieben.

Mason starb am 7. September 1889 im Londoner Stadtteil Brompton an Altersschwäche und wurde auf dem Brompton Cemetery bestattet.

Trivia

Masons Buch über die Ballonfahrt diente als Vorlage für eine Geschichte von Edgar Allan Poe. Ursprünglich als wahre Geschichte präsentiert, schilderte sie die Reise des Europäers Monck Mason über den Atlantik in nur drei Tagen in einem Gasballon. Später stellte sich dies als Schwindel heraus, und die Geschichte wurde zwei Tage später zurückgezogen. Die Erzählung, die heute als The Balloon-Hoax bekannt ist, wurde erstmals in der New Yorker Zeitung The Sun veröffentlicht.[7]

Commons: Thomas Monck Mason – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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