Thomas Wischmeyer
deutscher Jurist
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Thomas Wischmeyer (* 1983) ist ein deutscher Rechtswissenschaftler. Er hat seit 2025 einen Lehrstuhl für Öffentliches Recht, insbesondere Verwaltungsrecht an der Humboldt-Universität zu Berlin inne.[1]
Leben
Thomas Wischmeyer studierte Rechtswissenschaften an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg mit Auslandsaufenthalten an den Universitäten in Krakau und Lausanne. Nach dem zweiten juristischen Staatsexamen 2010 war Thomas Wischmeyer zunächst wissenschaftlicher Mitarbeiter am Bundesverfassungsgericht und 2012 Visiting Researcher an der Yale Law School in New Haven (USA). 2014 wurde er an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg mit der Arbeit Zwecke im Recht des Verfassungsstaates zum Dr. jur. promoviert.
Von 2014 bis 2017 war Thomas Wischmeyer Akademischer Rat a. Z. am Institut für Staatswissenschaft und Rechtsphilosophie der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. In den Jahren 2016 und 2017 verbrachte er einen Forschungsaufenthalt als Emile Noël Fellow sowie DAAD Visiting Fellow an der New York University School of Law in New York (USA), sowie im Jahr 2018 an der Beihang-Universität in Peking (China).
Von 2017 bis 2020 war er Juniorprofessor (Tenure Track) für Öffentliches Recht und Recht der Digitalisierung an der Universität Bielefeld. Im August 2020 wurde er an der Universität Bielefeld zum Universitätsprofessor ernannt.
Einen Ruf an die Albert-Ludwigs-Universität Freiburg lehnte er 2024 ab.[2] Seit 2025 ist er Inhaber des Lehrstuhls für Öffentliches Recht, insbesondere Verwaltungsrecht an der Humboldt-Universität zu Berlin.
Forschungsschwerpunkte
Thomas Wischmeyer forscht auf dem Gebiet des deutschen und europäischen Verfassungs- und Verwaltungsrechts, des Datenschutzrechts, der Cybersecurity, der nationalen Sicherheit und des Internetrechts. Sein besonderes Interesse gilt der digitalen Transformation der Rechtsordnung und der Rechts- und Verfassungstheorie.
Mitgliedschaften (Auswahl)
- Mitglied der Vereinigung der Deutschen Staatsrechtslehrer.
- Mitglied im Advisory Board des deutschen Chapters der International Society of Public Law (ICON•S).
- 2024 bis 2025 Mitglied in der unter Schirmherrschaft des Bundespräsidenten stehenden überparteilichen „Initiative für einen handlungsfähigen Staat“.[3]
- Von 2018 bis 2019 Mitglied der Datenethikkommission der deutschen Bundesregierung, die in ihrem Abschlussgutachten unter anderem Regulierungsmöglichkeiten für Datenpolitik, den Umgang mit Algorithmen, Künstlicher Intelligenz und digitalen Innovationen aufzeigte.[4]
Schriften (Auswahl)
Monografien
- Informationssicherheit. Mohr Siebeck, Tübingen 2023, ISBN 978-3-16-162059-1.
- Überwachung ohne Grenzen. Zu den rechtlichen Grundlagen nachrichtendienstlicher Tätigkeiten in den USA. Nomos, Baden-Baden 2017, ISBN 978-3-8487-4025-3.
- Die Kosten der Freiheit. Grundrechtsschutz und Haushaltsautonomie. Mohr Siebeck, Tübingen 2015, ISBN 978-3-16-153922-0 (Juristisches Buch des Jahres).
- Zwecke im Recht des Verfassungsstaates. Geschichte und Theorie einer juristischen Denkfigur. Mohr Siebeck, Tübingen 2015, ISBN 978-3-16-153614-4 (zugl. Univ. Diss.).
Lehrbuch
- mit Ann-Katrin Kaufhold: Staatsorganisationsrecht. Vahlen, München, 36. Auflage 2024, ISBN 978-3-8006-7432-9.
Sammelwerke
- mit Anna-Bettina Kaiser, Ann-Katrin Kaufhold, Franz Reimer und Jakob Schemel: Über Recht sprechen. Rechtskommunikation im offenen Verfassungsstaat, Mohr Siebeck, Tübingen 2025, ISBN 978-3-16-164650-8.
- mit Timo Rademacher: Regulating Artificial Intelligence. Springer, Cham 2020, ISBN 978-3-03032361-5.
- mit Nikolaus Marsch und Laura Münkler: Apokryphe Schriften. Rezeption und Vergessen in der Wissenschaft vom Öffentlichen Recht. Mohr Siebeck, Tübingen 2018, ISBN 978-3-16-156349-2.
Weblinks
- Lehrstuhl-Website an der Humboldt-Universität zu Berlin