Tibor Péterfi

ungarischer Mediziner From Wikipedia, the free encyclopedia

Tibor Péterfi (geboren 22. Juni 1883 in Dej, Österreich-Ungarn; gestorben 13. Januar 1953 in Budapest) war ein ungarischer Mediziner.

Leben

Tibor Péterfi war ein Sohn des Zsigmond Péterfi (Rosenfeld) (1845–1917) und der Berta Ehrlich (1864–1930), sein Bruder István Péterfi (1884–1962) war ungarischer Musikkritiker. Péterfi studierte Medizin an der Ungarischen Königlichen Franz Joseph Universität in Klausenburg. Er schrieb Gedichte und wurde 1905 in ein Nachschlagewerk über ungarische Schriftsteller aufgenommen. Er wurde 1906 promoviert und wurde Assistent bei István Apáthy. Péterfi ging 1908 an die Universität Budapest zu József von Lenhossék. Im Ersten Weltkrieg wurde er als Soldat an der russischen Front eingesetzt. Er habilitierte sich 1916 in Budapest und wurde 1918 Professor an der Ungarischen Königlichen Elisabeth Universität in Pozsony. In der Ungarischen Räterepublik übernahm er eine Funktion im Volkskommissariat für Bildung und floh nach deren Niederschlagung 1919 nach Prag.

Ab 1921 arbeitete er als ständiger Gastforscher bei Richard Goldschmidt am Kaiser-Wilhelm-Institut für Biologie in Berlin-Dahlem. Daneben war er Berater bei den Carl-Zeiss-Werken in Jena. Ab 1927 war er Redakteur der Zeitschrift für Wissenschaftliche Biologie im Berliner Springer-Verlag. Nach der Machtübergabe an die Nationalsozialisten 1933 ging Péterfi nach England an das Zoologische Laboratorium der Cambridge University und 1936 nach Dänemark an die Universität Kopenhagen. 1939 zog er in die Türkei und wurde 1944 Professor an der Universität Istanbul. Nach Kriegsende ging Péterfi an die Universität Budapest.

Schriften (Auswahl)

  • Jegyzetek Driesch filozófiájához. 1911
  • Szövettan. Budapest, 1909–1911
  • Orvosi hivatás és világnézet. 1919
  • Die mikrochirurgische Methode. Handbuch der biologischen Arbeitsmethoden. Jena, 1923
  • (Hrsg.): Methodik der wissenschaftlichen Biologie. Berlin: Springer, 1928
  • Wissenschaftliche Anwendungen der Photographie. Teil 2., Mikrophotographie. Wien: Springer, 1933
  • Histoloji. 1942 (tr)
  • Histoloji atlasi. 1943 (tr)

Literatur

  • Peterfi, Tibor, in: Werner Röder; Herbert A. Strauss (Hrsg.): International Biographical Dictionary of Central European Emigrés 1933–1945. Band 2,2. München: Saur, 1983, S. 898
  • Tibor Péterfi, in: Reinhard Rürup, Michael Schüring: Schicksale und Karrieren. Gedenkbuch für die von den Nationalsozialisten aus der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft vertriebenen Forscherinnen und Forscher. Göttingen: Wallstein, 2008, S. 287f.

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