Tidefluss

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Ein Tidefluss ist über seine Mündung mit dem Meer verbunden und unterliegt dadurch dem Einfluss der Gezeiten (Tide). Teilweise sind diese unteren Flussabschnitte kilometerbreit und bilden trichterförmige Ästuare, die besonders wertvolle Lebensräume bieten. Je nach Lage an der Küste kann der wechselnde Wasserstand durch Ebbe und Flut mehrere Meter betragen und erheblich größer sein als im offenen Meer. Durch die Vermischung mit dem Salzwasser der Meere entsteht im Mündungsbereich Brackwasser, das flussaufwärts in der Salinität weiter abnimmt bis am „Ende“ Süßwasser vorherrscht.[1] Oft liegen an den Tideflüssen weit im Binnenland wichtige Seehäfen wie Hamburg und Bremen.

Deutschland

Die zur Nordsee fließenden Tideflüsse in Deutschland sind:

Entsprechend der Verschiebung großer Mengen Wassers mit dem Tidenhub im Fluss kehrt sich die Fließrichtung des Flusses in Mündungsnähe um – eher nur für weniger als die Hälfte des 12h25-Gezeitenperiode, weil ja mit dem beständigen Zufluss überlagert und flussaufwärts abklingend, wenn auch bereichsweise Resonanzphänomene auftreten können.

Tideflüsse sind grundsätzlich durch Sturmfluten gefährdet und erfordern auf ihrem Fliessweg in Richtung oberstrom entsprechende Hochwasserschutzmaßnahmen mit Deichen und Sturmflutsperrwerken. Häufig bilden Staustufen mit Wehren die Tidegrenze eines Tideflusses. In Deutschland sind dies:

Biologisch unterscheiden sich Tideflüsse von anderen Flüssen insbesondere durch die Brackwasserzone und die Süßwasserwatten. Vgl. auch Ästuar.

Das Gegenteil eines Tideflusses wird bisweilen als Binnenfluss bezeichnet.

Siehe auch

Literatur

  • Wolfgang Glebe: Ebbe und Flut: das Naturphänomen der Gezeiten einfach erklärt. Delius Klasing, Bielefeld 2010, ISBN 978-3-7688-3193-2.
  • Werner Kumm: Gezeitenkunde. 2. Auflage. Delius Klasing, Bielefeld 1996, ISBN 3-87412-141-0.
  • Andreas Malcherek: Gezeiten und Wellen – Die Hydromechanik der Küstengewässer. Vieweg + Teubner, Wiesbaden 2010, ISBN 978-3-8348-0787-8.

Einzelnachweise

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