Tilla Theus
Schweizer Architektin
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Leben
Die Tochter eines Politikers (Arno Theus) stammt aus Chur in Graubünden. Sie studierte Architektur an der ETH Zürich. Nach dem Studium arbeitete sie zunächst in einer Architektengemeinschaft und eröffnete 1985 ein eigenes Atelier als Tilla Theus und Partner AG.[1]
Sie ist spezialisiert auf die Projektierung und Ausführung von Neubauten in städtebaulich anspruchsvollem Kontext, auf Umbauten und Sanierungen von denkmalgeschützten Objekten sowie auf Innenarchitektur und Raumdesign. Zum Beispiel stattete sie die Flugzeuge der damaligen Swissair in der Business- und Ersten Klasse aus. Internationale Aufmerksamkeit erlangte sie mit dem Umbau des Widder Hotels in Zürich sowie dem neuen FIFA-Hauptquartier. Der Umbau des Hotels Widder wurde kurz nach der Gründung ihres Büros im Sommer 1985 durch eine Anfrage der Schweizerischen Bankgesellschaft eingeleitet. Sie präsentierte eine den Vorgaben des Auftraggebers entsprechendes Gestaltung auf gleichen Niveaus, sowie zusätzlich, in der Überzeugung, dass der Grundsatzentscheid des Generalunternehmers mit der Auskernung falsch war, eine Variante mit weiterhin eigenständig bestehen bleibenden Häusern. Das Projekt dauerte bis zu dessen Abschluss 10 Jahre.[2]
Theus war von 1974 bis 2006 Mitglied der Kommission für Denkmalpflege des Kantons Zürich und von 1981 bis 1993 in der Eidgenössischen Kommission für Denkmalpflege.[1] 1989 wurde sie Mitglied der Aufsichtskommission des Liceo artistico, Zürich und Rom. 1997 wurde Theus Vizepräsidentin der SIA-Fachgruppe für die Erhaltung von Bauwerken und 2004 in den Bund Schweizer Architekten BSA gewählt.
Sie erhielt 1980 und 1984 die Auszeichnung der Stadt Zürich für Gute Bauten. In den Medien wird Theus häufig als «Stararchitektin» bezeichnet.[3]
Bauwerke (Auswahl)
- Umbau und Renovation des Liceo Artistico in Zürich (1980–1986)
- Neugestaltung im Umbau und Restaurierung Widder Hotel, Zürich (1988–1995)[4]
- Totalsanierung des Hauptsitzes der Schweizer Rück, Zürich (1997–2000)
- Umbau und Neubau Internationaler Eishockey Verband (Internationale Eishockey-Föderation) in Zürich (2001–2003)[5]
- Hofeinbau und Fassadensanierung Geschäftshaus Jelmoli, Zürich (2000–2004)
- Neubau FIFA-Hauptsitz The Home of FIFA in Zürich-Hottingen (2003–2006)[6]
- Wohnbebauung Frauentalweg, Zürich (2004–2008)
- Umbau und Revitalisierung Restaurant Krone, Dietikon (2008–2010)
- Neubau Gipfelrestaurant Weisshorn, Arosa (2006–2012)
- Umbau Schweizerische Volksbank, Bahnhofstrasse Zürich (2013–2016)
- Umbau Hotel Caspar (Häuser Ochsen/Adler) (2017–2021)
- Umbau Leuenhof, Bahnhofstrasse Zürich (2016–2022)
Auszeichnungen
- Lobende Erwähnung – Architektur- und Ingenieurpreis erdbebensicheres Bauen für Leuenhof, Zürich
- 2026: Prix Meret Oppenheim, zusammen mit Fabrice Gygi und Hilar Stadler[7]
