Tim Krause

deutscher Drehbuchautor und Politiker (AfD) From Wikipedia, the free encyclopedia

Tim Krause (* 22. Januar 1971 in Nürnberg)[1] ist ein deutscher Drehbuchautor, Politiker und Mitglied der AfD. Er ist Pressesprecher der AfD-Fraktion im Brandenburger Landtag.[2][3] Bekanntheit erlangte Krause durch die Berichterstattung von Correctiv, nach der er am 25. November 2023 in der Villa Adlon in Potsdam an einem kontrovers diskutierten Treffen von Rechtsextremisten teilnahm.[4]

Leben

Krause studierte Wirtschaftswissenschaften und Wirtschaftsinformatik an der European Business School in Oestrich-Winkel sowie Philosophie, Wissenschaftstheorie, Geschichte und Germanistik in München und Potsdam. Von Ende der 1990er bis Ende der 2010er Jahre schrieb er Drehbücher, vor allem für Fernsehserien wie z. B. die Krimiserie SOKO München und die Arztserie Der Bergdoktor. Er ist als Autor, Produzent, Radio- und Fernsehjournalist sowie Formatentwickler in den Medien und im Start-Up-Geschäft tätig.[5]

2014 erhielt er den Drehbuchpreis des Hessischen Filmpreises gemeinsam mit Numan Acar und Sinan Akkuş für Weihnachten unterm Halbmond,[6][7] das jedoch bislang nicht verfilmt wurde. Krause ist geschieden und Vater von drei Kindern.[1]

Politik

Krause ist seit 2016 Mitglied der AfD. Er saß im Vorstand des BV Friedrichshain-Kreuzberg und war als Berater in vier Landesverbänden sowie Wissenschaftlicher Mitarbeiter von René Springer im Deutschen Bundestag tätig.[5] Im Jahr 2021 kandidierte er bei der Bundestagswahl für den Wahlkreis 61 (Potsdam – Potsdam-Mittelmark II – Teltow-Fläming II).[8] Mit 9,2 % der Erst- und 9,9 % der Zweitstimmen platzierte er sich hinter den Kandidaten von SPD, Grünen und CDU, das Mandat ging an Olaf Scholz.[9]

Krause war Beisitzer im Landesvorstand der AfD Brandenburg[10] und Pressesprecher der AfD-Fraktion im Brandenburger Landtag.[11] Krause war Teilnehmer des Treffens von Rechtsextremisten in Potsdam 2023.[12][13]

Bei der Oberbürgermeisterwahl in Hof am 8. März 2026 belegte er mit 12,0 % den dritten Platz und kam damit nicht in die Stichwahl.[14]

Strafverfahren

Gegen Krause laufen seit 2019 Ermittlungen und Gerichtsverfahren wegen mutmaßlich nicht geleisteter Unterhaltszahlungen für zwei seiner minderjährigen Kinder. Im Juli 2023 erhielt Krause eine Geldstrafe wegen Steuerhinterziehung.[15] Die Staatsanwaltschaft Potsdam ermittelte wegen des Verdachts der Verletzung der Unterhaltspflicht, nachdem die Kindesmutter Strafanzeige erstattet hatte. Laut Recherchen soll Krause über Monate hinweg keinen Unterhalt gezahlt haben, sodass die Unterhaltsvorschusskasse einspringen musste. Das Amtsgericht Potsdam setzte den Streitwert des Verfahrens bereits 2020 auf rund 6400 Euro fest, was mutmaßlich ausstehenden Zahlungen von über 500 Euro monatlich entspricht. Das Jugendamt dokumentierte, Krause habe auf Schreiben nicht reagiert und während der gesamten Betreuung keinen Kontakt aufgenommen.[16]

Während des Bundestagswahlkampfes 2021 wurde Krause auf seine Unterhaltsschulden angesprochen. Er bekundete gegenüber den Potsdamer Neuen Nachrichten: „Selbstverständlich zahle ich Unterhalt für meine Kinder.“ Zugleich forderte er öffentlich: „Kinder dürfen kein Armutsrisiko mehr sein, sondern Wohlstandsgrundlage.“[17]

Im Februar 2026 muss sich Krause erneut vor Gericht verantworten. Die Anklage wirft ihm vor, über einen Zeitraum von sechs Monaten keinerlei Unterhalt gezahlt zu haben. Für die Verletzung der Unterhaltspflicht sieht das Gesetz Freiheitsstrafen von bis zu drei Jahren vor.[18][19] Krause bestreitet die Vorwürfe und bezeichnete Nachfragen zu dem Verfahren als politisch motiviert.

Filmographie als Drehbuchautor (Auswahl)

Einzelnachweise

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