Timothy Breen

US-amerikanischer Historiker From Wikipedia, the free encyclopedia

Timothy Hall Breen (5. September 1942 in Cincinnati)[1] ist ein US-amerikanischer Historiker, der zur Frühzeit der Vereinigten Staaten geforscht hat. Er lehrt seit 1985 und seit 2014 emeritiert als William Smith Mason Professor of American History an der besonders forschungsorientierten Northwestern University in Chigaco und zugleich als James Marsh Professor at Large an der University of Vermont (2013–2020). Er ist der Gründungsdirektor sowohl des Kaplan Humanities Center (1992) als auch des Nicholas D. Chabraja Center for Historical Studies (2006) an der Northwestern.[2]

Timothy H. Breen

Leben und Werk

Breen studierte ab 1960 Geschichte an der Yale University (B.A., M.A. und Ph.D 1968) und erhielt einen Ehren-M.A. von der Oxford University. Er lehrte an der University of Cambridge und der University of Oxford (2000–2001).[3]

Seine Karriere begann 1968 an der Yale University, ab 1970 war er Associate Professor an der Northwestern und am American Council of Learned Societies Fellowships (1971–72), es folgten Gastprofessuren an der University of Chicago und dem California Institute of Technology. Er erhielt ein Guggenheim Fellowship (1975–76) und wurde unter anderem vom National Endowment for the Humanities, der Humboldt Stiftung[4], dem Historischen Kolleg (München)[5] und der MacArthur Foundation gefördert.

In der Geschichte des frühen Nordamerikas richtete er sein Interesse auf das politische Denken, die materielle Kultur und Kulturanthropologie. 2010 veröffentlichte er American Insurgents, American Patriots: The Revolution of the People. Mehrfach preisgekrönt wurden auch Marketplace of Revolution: How Consumer Politics Shaped American Independence (2004) und Tobacco Culture: The Mentality of the Great Tidewater Planters of the Eve of Revolution (1985).

Breen erläutert, wie es möglich war, dass die Kolonisten sehr verschiedener Herkunft sich zusammentaten und gemeinsamen Widerstand begannen. Das entscheidende Mittel war der Konsumboykott als Massenbewegung, der zu gemeinsamen politischen Aktionen und Ritualen führte. Insofern war der Marktplatz das Zentrum, wo Straßenaktionen verabredet und britische Güter zerstört wurden. Eine einflussreiche Gruppe waren die Tabakplantagenbesitzer von Virginia. An sich auf die landwirtschaftlichen Erträge und Risiken ausgerichtet, entstand unter ihnen eine politische Bewegung, als sie ihre Ehre und Unabhängigkeit bedroht sahen. Auch zeigt er, wie die revolutionäre Bewegung durch ihre gemeinsame Überzeugung und viele Aktionen in den einzelnen Orten zusammengeschweißt wurden, indem jeder vom gleichen Wert aller überzeugt war. Es gab ein Zusammenspiel von materiellen, emotionalen und wertebezogenen Motiven.

Schriften

  • The Will of the People: The Revolutionary Birth of America, 2019, ISBN 978-0674971790.
  • George Washington's Journey: The President Forges a New Nation, 2016, ISBN 978-1451675429.
  • American Insurgents – American Patriots: The Revolution of the People, 2010, ISBN 978-0-809075881.
  • The Marketplace of Revolution: How Consumer Politics Shaped American Independence, 2005, ISBN 978-0-195181319.
  • Colonial America in an Atlantic World: A Story of Creative Interaction, mit Timothy D. Hall, 2003.
  • Imagining The Past: East Hampton Histories, 1989, ISBN 0-8203-1810-8.
  • Tobacco Culture: The Mentality of the Great Tidewater Planters on the Eve of Revolution, 1985, ISBN 978-1400820146.
  • "Myne Owne Ground": Race and Freedom on Virginia's Eastern Shore, 1640-1676, mit Stephen Innes, 1982.
    • Mein Eigen Grund: Rasse und Freiheit an Virginias Ostküste 1640-1676, Hanser, München 1982, ISBN 978-3446134690.
  • Puritans and Adventurers: Change and Persistence in Early America, 1980.

Einzelbelege

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