Tlatilco

archäologischer Fundplatz in Mexiko From Wikipedia, the free encyclopedia

Tlatilco ist ein archäologischer Fundort der Tlatilco-Kultur am Westabhang der Sierra de las Cruces im Tal von Mexiko, der ab ungefähr 1500 v. Chr. besiedelt war. Die seit Ende der 1920er Jahre einsetzenden Raubgrabungen führten zu großer Besorgnis um den Erhalt der Fundstätten und zu einer systematischen Erkundung durch Archäologen von 1942 (oder 1944) bis 1969.[1][2] Die dörfliche, weitgehend egalitäre Kultur – jedoch mit beginnender Ausdifferenzierung einer Priesterkaste – ist eine Weiterentwicklung der Zacatenco-Kultur (um 2000 v. Chr.). Im Tempel wurden offenbar auch Menschen geopfert. Die Blütezeit des Ortes begann um 800 und endete etwa um 600 v. Chr. Zwischen 300 und 200 v. Chr. wurde Tlatilco aufgegeben. Der Name des Ortes stammt aus neuerer Zeit (auf Nahuatl etwa: „Ort der verborgeen Dinge“).

Keramikfigur eines Akrobaten

Berühmt und namensgebend wurde der Ort für seine typischen Tonstatuetten (pretty ladies), die vor allem Frauen mit unterschiedlichen Trachten und Frisuren darstellen. Diese wurden wahrscheinlich bei Fruchtbarkeitskulten verwendet. Daneben wurden zoomorphe Statuetten aufgefunden. Figuren dieser Art fanden sich auch an vielen anderen Orten des mexikanischen Hochlandes. In den rund 500 erforschten Gräbern fand man auch Gegenstände, die einen kulturellen Einfluss der Olmeken bezeugen.

Literatur

  • Catharina E. Santasilia: Tlatilco Uncovered. Ambient Light Press, Los Angeles 2018
  • Edgar Nebot García: Tlatilco: Los herederos de la Cultura Tenocelome. British Archaeological Reports, 2004. DOI:10.30861/9781841716336
Commons: Tlatilco – Sammlung von Bildern
Wiktionary: Tlatilco – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI