Tohatchi

Census-designated place im US-Bundesstaat New Mexico From Wikipedia, the free encyclopedia

Tohatchi (Navajo: Tó Haachʼiʼ) ist eine census-designierte Ortschaft (CDP) und ein Chapter der Navajo Nation im McKinley County im US-Bundesstaat New Mexico. Die Ortschaft liegt auf dem Gebiet der Navajo Nation und gilt als Bundes-Trust-Land.[1][2]

Schnelle Fakten Basisdaten ...
Tohatchi
typische Streusiedlung in Tohatchi
typische Streusiedlung in Tohatchi
Tohatchi, McKinley County, New Mexico
Basisdaten
Staat:Vereinigte Staaten
Bundesstaat:New Mexico
County:McKinley County
Koordinaten:35° 51′ N, 108° 45′ W
Zeitzone:UTC−7 (Mountain) • Summer (DST)
Einwohner:785 (Stand: 2020)
Haushalte: 247 (Stand: 2020)
Fläche:17,09 km2 (ca. 7 mi²)
davon 16,75 km2 (ca. 6 mi²) Land
Bevölkerungsdichte:47 Einwohner je km2
Höhe:1926 m
Postleitzahl:87325
FIPS:35-78440
GNIS-ID:2409328
902849
Bürgermeister:Elvis Bitsilly (Chapter Präsident)

Lee Rodgers (Chapter Vizepräsident)

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First Navajo Christian Reformed Church
Tohatchi Baptist Church
Silberschmied um ca. 1900
Landschaft in Tohatchi
Schlafsaal in der Boarding School 1901

Geschichte

Seit jeher bieten die Chuska Mountains den Navajos Lebensgrundlage, von Medizin (Heilkräuter) über Nahrung und Wild bis hin zum Schutz vor Feinden.[3] Das Red Willow Valley wurde ursprünglich vom Stamm der Hosteen Nidazzi der Navajos besiedelt. Das Gebiet um den Chuska Peak/Dezzi Bluff im Gebirge wurde von den Cayetanos, ebenfalls ein Stamm der Navajos, besiedelt, aus dem auch der berühmte Häuptling Manuelito stammte.[3]

Der erste Handelsposten entstand 1871 und die erste Kirche 1901. Ebenfalls 1901 wurden die erste Boarding School und die erste Krankenstation gebaut. 1935 wurde ein Stausee angelegt und 1954 saniert. Durch dieses Sanierungsprojekt wurde die Red Willow Farm mit kontrollierbarem Wasser versorgt. Die Nachfrage nach Schulen führte zwischen den 1950er und 1980er Jahren zu einem zyklischen Ausbau der grundlegenden Infrastruktur, wovon Wohnungsbau, soziale Dienstleistungen und der private Sektor profitierten.[3] Aber trotzdem ist bis heute die Lage trist, viele haben noch immer keinen Strom, kein fließendes Wasser, es gibt kaum Arbeitsplätze.[4][2]

Geografie

Geographische Lage

Tohatchi liegt auf dem Colorado Plateau, an der Ostseite der Chuska Mountains, am Red Willow Wash. Das Gebiet des Tohatchi Chapters umfasst im tieferen Gelände Ebenen, Tafelberge und ausgetrocknete Flussbetten. In den höheren Lagen findet man sonnige Felsen, ausgetrocknete Flussbetten, Ödland und graue Hügel, die mit Wacholder und Pinien bewachsen sind. Die höchsten Bergketten der Chuska Mountains sind von Schluchten, Felsblöcken, Bächen, Teichen und Quellen durchzogen und mit Kiefern und Eichen bewachsen.[3] Der Dezzi Bluff ist 2519 m hoch.

Politische Lage

Tohatchi liegt im nordwestlichen Teil des McKinley County, an der U.S.-Route 491. Von dort sind es etwa 39 km südlich bis zur Stadt Gallup und rund 111 km nördlich bis Shiprock.

Nach Angaben des United States Census Bureau umfasst der CDP Tohatchi eine Gesamtfläche von 17,09 km², wovon 16,75 km² Land und 0,33 km² Wasserfläche sind. Am östlichen Rand der Gemeinde liegt der Chuska Lake.

Umliegende Gemeinden
Crystal (New Mexico) Shiprock (Gemeinde)

Sheep Springs

Naschitti

Farmington (New Mexico)

Lake Valley (New Mexico)

White Rock (New Mexico)

Navajo (New Mexico) Standing Rock (New Mexico)
Mexican Springs

Fort Defiance

Window Rock

Twin Lakes

Gamerco

Gallup

Coyote (New Mexico)

Crownpoint

Albuquerque

Bevölkerung

Beim Zensus 2020 wurden für Tohatchi 785 Einwohner im CDP ermittelt. Im gesamten Chapter lebten 1450[5][2] Personen, die Differenz ergibt sich durch die zahlreichen Streusiedlungen außerhalb des CDP. 2025 lebten nur noch 653 Menschen im CDP. Das durchschnittliche Haushaltseinkommen in Tohatchi beträgt nur 51.616 US-Dollar im Jahr, die Armutsquote liegt bei 41,29 %.[6]

Nach der Volkszählung 2020 setzte sich die Bevölkerung folgendermaßen zusammen: 89,0 % Native American, 4,7 % weiße Amerikaner, 0,5 % Afroafrikaner, 3,3 % Asiaten, 0,8 % anderer Herkunft und 1,7 % aus zwei oder mehr Ethnien. 3,9 % der Bevölkerung gaben Hispanisch oder Latino als Zugehörigkeit an.

Die Altersverteilung betrug im Jahr 2020 24,3 % unter 18 Jahren, 8,0 % von 18–24, 28,6 % von 25–44, 22,3 % von 45–64 und 16,8 % waren 65 Jahre oder älter. Das mittlere Alter betrug 37,6 Jahre.[7][2]

Bevölkerungsentwicklung

Weitere Informationen Bevölkerungsentwicklung, Census ...
Bevölkerungsentwicklung
Census Einwohner ± rel.
2000 1.037
2010 808 −22,1 %
2020 785 −2,8 %
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Chapter Tohatchi

Tohatchi ist ein Chapter der Navajo Nation, dies ist die kleinste Verwaltungseinheit der Navajo Nation Reservation. Das Chapter ist Teil der Fort Defiance Agency, die Agencies sind die mittlere Verwaltungsebene. Das Chapter Tohatchi ist deutlich größer als der CDP Tohatchi, der nur den dichtbesiedelten Ortskern umfasst. Das Chapter inkludiert auch das gesamte Umland inklusive der Berge.[2]

Das Chapter House wurde 1952 errichtet und 1989 renoviert.[2]

Bildung

Die Bildungslandschaft in Tohatchi hat sich seit den 1950er-Jahren stark verändert. Bevor es lokale Schulen gab, mussten die Kinder lange Wege nach Mexican Springs oder Gallup zurücklegen. Ein entscheidender Fortschritt war daher die Gründung der ersten Schule in Tohatchi im Jahr 1958, die Unterricht vom Kindergarten bis zur 8. Klasse anbot.

In den 1960er-Jahren folgte der Ausbau zur vollständigen Schulstruktur: 1968 eröffnete eine neue Middle/High School, und 1971 feierte Tohatchi seine erste High-School-Abschlussklasse. In den 1970er Jahren kamen handwerkliche und kulturelle Kurse hinzu, darunter Programme für Holzverarbeitung sowie Navajo-Textilkunst.

Parallel dazu existierte die Chuska Boarding School, die 1985 mit der Tohatchi Boarding School zusammengelegt wurde. Diese Einrichtung wurde Ende der 1990er-Jahre in eine von den Navajos geführte Grant School umgewandelt und trägt heute den Namen Ch’ooshgai Community School (K–8), die auch Internatsplätze und familienorientierte Programme wie FACE (Family and Child Education) anbietet. Mit der Umwandlung der Boarding School zu einer stammesgeführten Schule bekam Bildung in Tohatchi eine Dimension, die über reines Wissen hinausging — sie gibt Raum für kulturelle Identität, Gemeinschaft und familiäre Einbindung, während die Indian Boarding Schools den Zweck hatten, die Kinder von den Eltern und ihrer Kultur zu entfremden.

Heute (Dezember 2025) existieren somit eine Grundschule, eine Mittelschule und die Tohatchi High School, sowie die Ch’ooshgai Community School.[2][8]

Soziale Einrichtungen

Tohatchi Area of Opportunity & Services, Inc. (TAOS, Inc.) ist eine private, gemeinnützige Organisation, die eine Vielzahl von Programmen für indigene Amerikaner (Erwachsene und Kinder) mit Entwicklungsstörungen anbietet, um sie auszubilden und ihnen Arbeit zu verschaffen, ihnen ein erfülltes Leben zu ermöglichen, ihre persönlichen Ziele zu erreichen und Herausforderungen wie jeder andere Mensch in der Gesellschaft zu begegnen und zu meistern.[9]

Gesundheitsversorgung

Das Tohatchi Health Care Center ist präventiv tätig: Tests für Geschlechtskrankheiten, Gesundheitserziehung inkl. Verhütung, Impfungen, Vergiftungsberatung und Ähnliches. Zudem bietet es eine breite ambulante Grundversorgung. Eine stationäre Versorgung ist nicht möglich.[10][2]

Persönlichkeiten

Aus Tohatchi stammen mehrere bekannte Personen, darunter:

  • Manuelito (1818–1893), Häuptling der Navajos[11]
  • Asdzáá Tł'ogi (Juanita), eine von mehreren Frauen, die erfolgreich für die Rückkehr ihres Volkes nach dem erzwungenen Long Walk verhandelten, Ehefrau von Manuelito, mit dem sie später zu Verhandlungen nach Washington D.C. reiste[12]
  • Cassandra Manuelito-Kerkvliet, Hochschul- und Verwaltungsleiterin; die erste Frau indianischer Abstammung, die eine akkreditierte Universität außerhalb des Tribal College-Systems leitete[13]
  • John Pinto, ehemaliger Navajo Code Talker, Senator im US-Bundesstaat New Mexico von 1977 bis 2019[14]
  • Shannon Pinto, Politikerin; Senatorin im US-Bundesstaat New Mexico[15]
  • Edward T. Begay, Vice-Chairman der Navajo Nation (1983–1987) und später Speaker (Vorsitzender) des Navajo Nation Council von 1999 bis 2003
  • Aneva J. Yazzie, Ingenieurin, war CEO der Navajo Housing Authority (NHA)
  • Jennifer Nez Denetdale, Pädagogin und Historikerin[16]

Filmgeschichte

Die Landschaft nahe Tohatchi — insbesondere die Chuska Mountains — diente als Kulisse für den 1965 erschienenen Film The Hallelujah Trail, unter der Regie von John Sturges mit Burt Lancaster in der Hauptrolle. Einige der markantesten Szenen wurden in der Umgebung von Tohatchi gedreht.[17]

Einzelnachweise

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