Tokai Maru
japanisches Frachtschiff aus dem 2. Weltkrieg. Das Wrack zählt heute zu den archäologischen Stätten in den Vereinigten Staaten
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Die Tokai Maru war ein japanisches Passagier- und Frachtschiff, das von der Werft Mitsubishi Heavy Industries gebaut und 1943, während des Zweiten Weltkriegs, im Apra Harbor auf Guam versenkt wurde. Dort ist das Schiff heute ein beliebtes Ziel für Tauchsportler.
Die Tokai Maru in der Limon Bay, Panamakanalzone, 20. September 1937 | ||||||||||||||||
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Vor dem Zweiten Weltkrieg diente Tokai Maru als Schnellschiff im Liniendienst zwischen New York durch den Panamakanal nach Tokio für die Osaka Shosen Co. (heute Mitsui O.S.K. Lines); während des Krieges wurde sie als Militärtransporter für die Kaiserlich Japanische Marine eingesetzt.
Geschichte
Der Bau durch Mitsubishi Heavy Industries begann 1929, der Stapellauf erfolgte am 16. Mai 1930 und die Fertigstellung am 14. August 1930.[1]
Im Juli 1941 schlossen die Vereinigten Staaten den Panamakanal für japanische Schiffe als Vergeltung für die Japanische Invasion Französisch-Indochinas. Die Tokai Maru, die sich zu der Zeit auf der Ostseite des Kanals befand, musste nun durch die Magellanstraße nach Japan zurückfahren.
Das Schiff wurde anschließend als Kriegstransporter requiriert. Diese Schiffe der sog. Ippan-Choyosen- (auch: Kyunansen-) Klasse gehörten nicht offiziell zur Kaiserlich Japanischen Marine und hatten zivile Besatzungen.[2] Am 17. Oktober 1941 wurde das Schiff im Marinearsenal Kure an die japanische Marine verpachtet.[1] Seine Aufgabe war der Transport von Personal und Material im gesamten Pazifikraum. Es wurde hierfür mit zwei 12-cm-Geschützen, zwei 25-mm-Zwillingsgeschützen und zwei 25-mm-Einzelgeschützen bewaffnet.[2]
Am 24. Januar 1943 sichtete das amerikanische U-Boot der Gato-Klasse USS Flying Fish die Tokai Maru im Hafen von Apra auf Guam, einem damals von Japan besetzten US-Territorium. Nachdem die Flying Fish drei Tage gewartet hatte, bis die Tokai Maru den Hafen verließ, ließ sie zwei Torpedos in 4,5 Metern Tiefe auf die Tokai Maru los. Einer war ein Fehlschuss, aber der andere traf das Schiff und verursachte erhebliche Schäden, versenkte es aber nicht.[2]
Sieben Monate später, im August 1943, sichtete das U-Boot der Salmon-Klasse, die USS Snapper, die Tokai Maru und ein weiteres Schiff in der nordöstlichen Ecke des Hafens von Apra. Die Snapper wartete sieben Tage, bis andere japanischen Schiffe den Hafen verlassen hatten, und manövrierte am 27. August 1943 nördlich des Hafens. Das U-Boot ließ drei Torpedos auf das erste und einen auf das zweite Ziel los. Ein Torpedo traf den dritten Laderaum der Tokai Maru an Backbord. Das Schiff wurde manövrierunfähig und versank direkt über dem Wrack der Cormoran, einem deutschen Hilfskreuzer aus dem Ersten Weltkrieg, der dort 1917 gesunken war.[1][2]

Tauchgangart: Freiwasser, Tieftauchen, Wracktauchen.
Tauchtiefe: 18 bis 37 m.
Durchschnittliche Sichtweite: 7,6 bis 12,2 m.
Das Wrack der Tokai Maru, 37 Meter unter Wasser, wurde 1988 aufgrund seiner Verbindung zum Zweiten Weltkrieg im National Register of Historic Places der USA eingetragen,[1][3] ebenso wie das Wrack der Cormoran, neben dem es liegt. Es ist einer der wenigen Orte, an denen Taucher ein Wrack aus dem Ersten Weltkrieg neben einem Schiff aus dem Zweiten Weltkrieg erkunden können.[4]
