Toni Hermanns

deutscher Architekt From Wikipedia, the free encyclopedia

Toni Hermanns (* 1915 in Goch; † 2007)[1] war ein deutscher Architekt.

Liebfrauenkirche (Duisburg-Mitte) (1961)
St. Raphael (Wolfsburg) (1973)

Leben

Hermanns studierte von 1934 bis 1939 Architektur an der Technischen Hochschule Aachen. Von 1939 bis 1941 war er als wissenschaftlicher Assistent am Lehrstuhl von Benno Schachner tätig. Zudem arbeitete er von 1941 bis 1942 als Architekt und Bauleiter für die Bauunternehmung Philipp Holzmann AG. Nach Kriegsdienst und Kriegsgefangenschaft (1942–1945) wurde er 1945 Leiter des städtischen Planungsamts in Kleve. 1946 wurde er als Stadtbaurat nach Goch berufen, wo er sich im selben Jahr selbständig machte. 1953 verlegte Hermanns sein Architekturbüro nach Kleve. 1951 promovierte er auch bei Benno Schachner; Titel der Arbeit war Das Niederrheinische Bauernhaus[2]. Er arbeitete seitdem als freischaffender Architekt.

Toni Hermanns starb 2007. Der Nachlass wurde in das Baukunstarchiv NRW aufgenommen. Sein Sohn Hannes Hermanns übernahm das Architekturbüro in Kleve.[3]

Werk

Zu Toni Hermanns bedeutendsten Bauten gehören die ehemalige Liebfrauenkirche (1957–1961) in der Duisburger Stadtmitte am König-Heinrich-Platz[1][4][5] und das 1957 eingeweihte Bahnhofsempfangsgebäude in Goch[6]. Auch baute er drei weitere Kirchen in Duisburg: St. Barbara[7] (1961–1964) in Hochemmerich, die mit ihrer als hyperbolischer Paraboloid bemerkenswert ausgestalteten Dachkonstruktion seit 2015 unter Denkmalschutz steht, St. Nikolaus (1968) in Buchholz sowie – zusammen mit seinem Sohn Hannes – das Gemeindezentrum „Christus – Unser Friede“ (1974–1977) in Meiderich-Hagenshof[8]. Einer seiner frühen Bauten ist die Kirche St. Mariä Himmelfahrt (1951–1952) in Rheinberg-Ossenberg, die er 1950 plante.[9] Von 1972 bis 1973 wurde die von ihm entworfene Kirche St. Raphael in Wolfsburg erbaut; zu deren Gemeindezentrum steuerte Hermanns auch das Pfarrhaus, Gemeindehaus, Bibliotheksgebäude und Kindergartenhaus bei. Der Komplex, an dem auch Hannes Hermanns beteiligt war, wurde zwischen 1969 und 1974 errichtet und steht unter Denkmalschutz. Insgesamt war er an der Sanierung an 109 Kirchenbauten beteiligt. Zu seinen bedeutenderen profanen Bauten gehören – neben dem o. g. Bahnhof Goch – das Kreishaus (1953 inkl. späterer Erweiterungen und Umbauten) in Kleve, das Rathaus in Uedem und die Sparkasse in Goch.[3] Ebenfalls aus der Feder von Toni Hermanns stammen die Kirche St. Johannes Baptist (1965–1968) in Kranenburg-Wyler[10] sowie die Kriegsgedächtnisstätte „Tor der Toten“ (1964) in Rheinberg.

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI