Toni Mau

deutsche Malerin, Grafikerin und Hochschullehrerin From Wikipedia, the free encyclopedia

Toni Florence Mau (* 2. September 1917 in Berlin-Reinickendorf; † 22. November 1981 in Berlin) war eine deutsche Malerin, Grafikerin und in der DDR Hochschullehrerin.

Leben

Toni Mau studierte von 1934 bis 1939 und 1941 bis 1943 an der Kunstgewerbeschule Berlin-Charlottenburg, wo zu ihren Lehrern Hans Orlowski und Max Kaus gehörten. Nach ihrem Studium arbeitete sie zunächst freischaffend und als Zeichenlehrerin. 1946 setzte sie ihr Studium an der Kunstgewerbeschule Berlin bei Max Kaus fort und arbeitete von 1948 bis 1953 wieder freischaffend.

1953 wurde Toni Mau als Hochschullehrerin an die Hochschule für bildende und angewandte Kunst berufen, wo sie schnell im Rahmen der Formalismusdebatte in die Kritik geriet und schließlich ihre Tätigkeit aufgeben musste. Daher setzte sie 1957 ihre freischaffende Arbeit fort.

Sie schuf in Ost-Berlin mehrere baugebundene Werke. Als Grafikerin trat sie vor allem mit Siebdrucken hervor, einer damals noch kaum beachteten Technik.[1] „Aber die schöpferische Kraft und Experimentierfreudigkeit ihrer freien Arbeiten erfuhr in der DDR wenig öffentliche Anerkennung.“ Allerdings kaufte der Freie Deutsche Gewerkschaftsbund (FDGB) bei der Künstlerin immer wieder druckgrafische Blätter an. Diese gehören seit Mitte der 1990er Jahre zum Bestand des Kunstarchivs Beeskow.[2]

Toni Mau war Mitglied des Verbands Bildender Künstler der DDR. Sie hatte eine bedeutende Zahl von Einzelausstellungen, und ihre Arbeiten wurden auf vielen wichtigen zentralen und regional wichtigen Ausstellung der DDR gezeigt, u. a. 1953, 1977/1978 und 1982/1983 auf der Dritten Deutsche Kunstausstellungen und der VIII. und IX. Kunstausstellung der DDR.

Werke von Toni Mau befinden sich unter anderem in der Akademie der Künste, dem Kupferstichkabinett, Berlin, dem Kupferstichkabinett Dresden, dem Museum der bildenden Künste Leipzig, der Kunsthalle Rostockdem Museum Schwerin, dem Märkischen Museum Berlin, der Galerie Lidice, in öffentlichen Sammlungen in Finnland und Kuba und in zahlreichen Privatsammlungen.

Fotografische Darstellung Toni Maus

Rezeption

„Die Sensibilität der Künstlerin registriert Spannungen unserer konfliktreichen Zeit und deren Einfluss auf Gemütsleben und Verhaltensweisen. Eben diese Spannungen schwingen in ihren Werken mit; denn die anthropomorphen Tier- und Pflanzengebilde, die auf ihren graphischen Blättern und in den Miniaturen zu eigenwilligem Leben entstehen, sind visuell gestaltete Metaphern dieser Probleme. Auf der Szene des unbegrenzten Raumes einer Traumlandschaft erscheinen Figuren, manchmal Fabelwesen ähnlich, symbolische Gesten vollführend nach der Art mittelalterlicher Mysterienspiele. Die expressive Dynamik der Komposition lässt uns teilnehmen an der Handlung, deren Sinn wir erahnen.“

Ewa Urszula Wilczur-Garztecka, jüdische polnische Kunstkritikerin (1920–2007), 1974[4]

Relief an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee

Werke (Auswahl)

Baugebundene Werke und Werke im öffentlichen Raum

  • 1955/1956 Entwürfe für Bleiglasfenster (Treppenhaus des Roten Rathauses Berlin)
  • 1956 Umlaufender Fries (Eingangsportal der Kunsthochschule Berlin-Weißensee, Bühringstraße)[5]
  • Spielende Kinder (1963, Wandgestaltung, Drei-Farben-Sgraffito, 6 m × 5 m; damalige Kinderkrippe Berlin-Prenzlauer Berg, Mandelstraße)[6]
  • 1975 Korallenbrunnen (Beton, Keramik, Glas), Berlin-Lichtenberg, Möllendorffstraße
  • 1982 Kinderfest (Wandbild, PAC-Farben auf Beton), Berlin-Marzahn, Kindertagesstätte Jan-Petersen-Straße[7]

Tafelbilder

  • Mein Vater (um 1953, Öltempera, 90 × 300 cm; auf der Dritten Deutschen Kunstausstellung)[8]
  • Traumlandschaft (1974, Mischtechnik)
  • Porträt Tschesno Hell (1977, Öl auf Leinwand)
  • Magischer Augenblick I (1978, Öl, 43,7 × 34 cm; Museum der bildenden Künste Leipzig)

Druckgrafik

  • 1963 Frühstück auf dem Felde (Siebdruck)[9]
  • 1965 Junge Leute im Park (Siebdruck, 1965)[10]
  • 1966 Beweinung/Vietnam (Siebdruck, 1966)[11]
  • 1974 Bulgarischer Strand (Siebdruck, 1974; Kupferstichkabinett Dresden)[12]
  • 1981 Unterschiedliche Temperamente I (Rauchflächendruck, 1981)[13]

Ausstellungen seit der deutschen Wiedervereinigung (mutmaßlich unvollständig)

Literatur

Einzelnachweise

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