Tony Gonzales
amerikanischer Politiker (Republikanische Partei)
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Ernest Anthony Gonzales II[1] (* 10. Oktober 1980[2] in Alabama[1]) ist ein US-amerikanischer Politiker der Republikanischen Partei. Seit Januar 2021 vertritt er den 23. Distrikt des Bundesstaats Texas im US-Repräsentantenhaus.[3]

Leben
Gonzales besuchte die Thomas Edison High School in San Antonio. Im Anschluss studierte er an der Chaminade University in Honolulu, das er mit einem Associate of Arts beendete. Er studierte weiter am Excelsior College (heute Excelsior University) in Albany (New York), an der er einen Bachelor of Science erlangte. Den Master of Arts in Internationalen Beziehungen erreichte Gonzales an der American Public University in Charles Town (West Virginia). Zwischenzeitlich war er auch an der, in Washington, D.C. residierenden, Georgetown University eingeschrieben. Aktuell studiert er nebenbei noch an der University of Southern Mississippi in Hattiesburg. Von 1999 bis 2019 diente er in der US Navy als Kryptograph. Derzeit ist er auch Assistant Professor an der University of Maryland in College Park (Maryland), circa 15 km nördlich von Washington, D.C.[4][2]
Er ist verheiratet und hat mit seiner Frau Angel sechs Kinder.[4]
Politische Karriere
Politisch schloss sich Gonzales der Republikanischen Partei an. Zwischen 2016 und 2017 arbeitete er als Legislative Fellow der US Navy für Marco Rubio. 2018 wurde er als National Security Fellow für den Think Tank Foundation for Defense of Democracies ausgewählt. In der Wahl 2020 bewarb er sich um den 23. Kongresswahlbezirk von Texas im Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten. Will Hurd, der den Distrikt bis dahin vertrat, hatte sich gegen eine weitere Amtszeit entschieden. In der Stichwahl der republikanischen Vorwahl besiegte er seinen Mitbewerber Raul Reyes Jr. mit einem hauchdünnen Vorsprung von nur 45, bei insgesamt 24.639 gültigen Stimmen. In der Hauptwahl am 3. November traf er auf die Demokratin Gina Ortiz Jones, sowie den Vertreter der Libertarian Party, Beto Villela. Er konnte die Wahl mit 50,6 %, und damit rund vier Prozent Vorsprung, gewinnen. Die Primary (Vorwahl) seiner Partei für die Wahlen 2022 am 1. März konnte er mit 78,7 % deutlich gewinnen. Er trat am 8. November 2022 gegen John Lira von der Demokratischen Partei und den unabhängigen Francisco Lopez an und gewann die Wahl mit 55,9 %.[5]
Am 24. Mai 2022 kam es in Tony Gonzales’ Wahlkreis zum Amoklauf an der Robb Elementary School in Uvalde. Er stimmte in der Folge für eine Verschärfung des Waffenrechts. Im März 2023 wurde er für dieses Votum, seine Unterstützung der Registrierung von gleichgeschlechtlichen Ehen und andere Abweichungen von einer konservativen Parteilinie, von der Republikanischen Partei von Texas offiziell gerügt.[6] Bei der Vorwahl für die Wahlen 2024 hatte er in der Folge der Rüge vier Herausforderer. Gonzales konnte sich im ersten Wahlgang nicht die absolute Mehrheit sichern und musste sich dem Waffenaktivisten und Youtuber Brandon „The AK Guy“ Herrera in einer Stichwahl stellen. Herrera machte Gonzales’ Stimme für Waffenkontrolle zum zentralen Wahlkampfthema.[7] Er setzte sich in der Stichwahl nur sehr knapp durch und besiegte Brandon Herrera mit nur 354 Stimmen Vorsprung bei 29.692 gültigen Stimmen.[5] In der Hauptwahl erhielt Gonzales 62,3 % der Stimmen.[8] Seine dritte Legislaturperiode im Repräsentantenhaus des 119. Kongresses läuft noch bis zum 3. Januar 2027.[3]
Im Dezember 2025 sprach sich Donald Trump für die Wiederwahl 2026 von Tony Gonzales aus und nannte ihn einen „großartigen Abgeordneten“ (terrific Representative). Gonzales revanchierte sich, indem er Trump als „den einflussreichsten and effektivsten Präsidenten unserer Zeit“ (the most influential and effective President of our lifetime) bezeichnete.[9]
Bei der Vorwahl für die Wahlen 2026 trat Gonzales erneut gegen mehrere innerparteiliche Mitbewerber an. Wenige Wochen vor der Wahl enthüllte die San Antonio Express-News mehrere SMS von Gonzales, in denen er eine seiner Mitarbeiterinnen sexuell belästigte. Sie beging daraufhin im September 2025 Selbstmord, indem sie sich selbst in Brand setzte. Mehrere von Gonzales’ republikanischen Parteifreunden im Kongress, darunter Thomas Massie, Lauren Boebert, Anna Paulina Luna und Nancy Mace, forderten seinen sofortigen Rücktritt. Der republikanische Sprecher des Repräsentantenhauses Mike Johnson meinte, dass man die Anschuldigungen ernst nehmen, aber zunächst noch die Ergebnisse einer offiziellen Untersuchung abwarten müsse. Gonzales leugnete die Vorwürfe und sprach von einer Hetzkampagne gegen ihn.[10] In der Folge dieser Affäre erhielt er bei der Vorwahl zur Kongresswahl 2026 am 3. März nur 43,1 % der Stimmen und musste sich damit erneut zur Stichwahl gegen Brandon Herrera (42,1 %) stellen, statt sich direkt für die Hauptwahl zur qualifizieren.[11] Kurz nach der Vorwahl räumte er die Affäre ein und sprach dabei von einem „Fehlurteil“ (englisch lapse in judgment) seinerseits.[12] Am folgenden Tag gab er die Wiederwahl auf.[13]
Ausschüsse
Gonzales ist aktuell Mitglied in folgenden Ausschüssen des Repräsentantenhauses[14]:
- Committee on Appropriations
- Commerce, Justice, Science, and Related Agencies
- Military Construction, Veterans Affairs, and Related Agencies
- Transportation, and Housing and Urban Development, and Related Agencies
- Committee on Homeland Security
- Border Security and Enforcement
- Counterterrorism, Law Enforcement, and Intelligence
Außerdem ist er Mitglied im Republican Study Committee sowie sieben weiteren Caucuses.[15]
Weblinks
- Tony Gonzales im Biographical Directory of the United States Congress (englisch)
- Webpräsenz beim Kongress (englisch)
- Gonzales bei Ballotpedia (englisch)