Toremifen

chemische Verbindung From Wikipedia, the free encyclopedia

Toremifen ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der Triphenylethen-Derivate mit einer Chloralkyl- und einer tertiären Aminogruppe. Sie ist ein Tamoxifen-Analogon und wird als Wirkstoff zur Behandlung von Brustkrebs eingesetzt.

Schnelle Fakten Strukturformel, Allgemeines ...
Strukturformel
Strukturformel von Toremifen
Allgemeines
Name Toremifen
Andere Namen
  • 2-{4-[(1Z)-4-Chlor-1,2-diphenyl-1-buten-1-yl]phenoxy}-N,N-dimethylethanamin
Summenformel C26H28ClNO
Kurzbeschreibung

weißer Feststoff[1]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer
EG-Nummer (Listennummer) 618-298-1
ECHA-InfoCard 100.125.139
PubChem 3005573
ChemSpider 2275722
DrugBank DB00539
Wikidata Q3993743
Arzneistoffangaben
ATC-Code

L02BA02

Eigenschaften
Molare Masse 406,0 g·mol−1
Aggregatzustand

fest[1]

Schmelzpunkt
  • 108–110 °C[2]
  • 160–162 °C (Dihydrocitrat)[2]
Löslichkeit
Sicherheitshinweise
Bitte die Befreiung von der Kennzeichnungspflicht für Arzneimittel, Medizinprodukte, Kosmetika, Lebensmittel und Futtermittel beachten
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung[1]

Gefahr

H- und P-Sätze H: 302318410
P: 280301+330+331305+351+338310[1]
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0°C, 1000 hPa).
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Geschichte

Toremifen wurde 1981 zuerst synthetisiert,[3] 1983 von Farmos patentiert.[2] Am 14. Februar 1996 wurde er unter dem Präparatenamen Fareston in Europa für die Vermarktung zugelassen.[4]

Gewinnung und Darstellung

Toremifen kann durch eine mehrstufige Reaktion beginnend mit der Reaktion von Zimtaldehyd mit 4-[2-(N,N-Dimethylamino)-ethoxy]benzophenon in Tetrahydrofuran gewonnen werden.[5][3]

Eigenschaften

Toremifen ist ein selektiver Estrogenrezeptormodulator (SERM), der an die Östrogenrezeptoren in Zielgeweben bindet. Dabei zeigt er sowohl agonistische (zum Beispiel im Brustgewebe) als auch antagonistische Wirkungen, abhängig vom Gewebetyp.[6]

Chemisch gehört er in die Klasse der Stilbene.

Verwendung

Toremifen ist ein Antiestrogen und ist zur oralen Behandlung von hormonabhängigem metastasierenden Mammakarzinom bei positivem Östrogenrezeptorstatus bei Frauen nach der Menopause indiziert. Das Präparat ist in Deutschland nicht mehr auf dem Markt verfügbar. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) konnte keinen zusätzlichen Nutzen von Toremifen im Vergleich zu anderen verfügbaren Therapien feststellen, was Voraussetzung für die Preisfestsetzung des Herstellers gewesen wäre.[6][7][8]

Eine Studie hat gezeigt, dass Toremifen eine Ebolaerkrankung in infizierten Mäusen hemmt.[9]

Sicherheitshinweise

Sowohl bei präklinischen Untersuchungen als auch beim Menschen wurden nach der Gabe von Toremifen Veränderungen bei der Elektrophysiologie am Herzen in Form von QT-Prolongation (Verlängerung des QT-Intervalls) festgestellt.[10]

Einzelnachweise

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