TramCamp

Straßenbahnsystem in Camp de Tarragona From Wikipedia, the free encyclopedia

TramCamp oder Tramvia del Camp de Tarragona ist ein in Bau befindliches Straßenbahnsystem in der Region Camp de Tarragona in Katalonien, Spanien. Nach vollständiger Fertigstellung soll es die Gemeinden Tarragona, Reus, Vila-seca, Salou und Cambrils sowie den Flughafen Reus bedienen.

Eröffnung2028 (Phase 1)
Streckenlänge14 km (Phase 1)
Schnelle Fakten Tramvia del Camp de Tarragona, Basisinformationen ...
Tramvia del Camp de Tarragona
TramCamp
Bild
Bahnhof Vila-seca, künftig von der Straßenbahn bedient
Basisinformationen
Eröffnung 2028 (Phase 1)
Betreiber Ferrocarrils de la Generalitat de Catalunya
Infrastruktur
Streckenlänge 14 km (Phase 1)
Spurweite 1435 mm (Normalspur)
Stromsystem 750 V Gleichspannung über Fahrleitung
Haltestellen 14 (Phase 1)
Betrieb
Linien 1 (Phase 1)
Fahrzeuge 7 (Phase 1)
Netzplan
Netzplan Phase 1
Schließen
TramCamp (Phase 1)
Kopfbahnhof Streckenanfang
Cambrils Nord Umsteigemöglichkeit / Rodalies
Haltepunkt / Haltestelle
Les Comes
Haltepunkt / Haltestelle
Estació de Cambrils
Haltepunkt / Haltestelle
Cambrils Centre
Haltepunkt / Haltestelle
Torre de Cambrils
Haltepunkt / Haltestelle
Vilafortuny
Haltepunkt / Haltestelle
Plaça de Venus
Haltepunkt / Haltestelle
Salou
Haltepunkt / Haltestelle
Nou Salou
Haltepunkt / Haltestelle
Salou Port Aventura Umsteigemöglichkeit / Rodalies
Haltepunkt / Haltestelle
Mossos
Haltepunkt / Haltestelle
Villa-seca Universitat
Haltepunkt / Haltestelle
Plaça Països Catalans
Haltepunkt / Haltestelle
Tallers
Kopfbahnhof Streckenende
Villa-seca Umsteigemöglichkeit / Rodalies

Das Projekt wird abschnittsweise realisiert. Die erste Phase verbindet Cambrils, Salou und Vila-seca unter Nutzung der Trasse der nach einer Streckenverlegung in diesem Bereich stillgelegten Bahnstrecke Tarragona–Valencia, die in iberischer Breitspur angelegt war. Für TramCamp wurde die Normalspur gewählt. Bereits in der ersten Phase werden drei Umsteigemöglichkeiten zu Regionalbahnen (Rodalies) eingerichtet.

In einer zweiten Phase ist eine Erweiterung nach Reus und Tarragona mit einem Abzweig zum Flughafen Reus vorgesehen.

Geschichte

Bereits zwischen 1883 und 1896 existierte in Tarragona eine Pferdestraßenbahn, elektrischen Straßenbahnbetrieb gab es jedoch nie. Von 1952 bis 1973 bestand ein Oberleitungsbus-Betrieb, der wegen technischer Probleme eingestellt wurde. Zudem existierte bis 1975 eine meterspurige Eisenbahnstrecke zwischen Reus und Salou, die zuletzt mit Dieseltriebwagen befahren wurde.

Bis Januar 2020 bestand die iberischspurige Küstenbahnstrecke zwischen Valencia und Tarragona. Mit deren Verlegung ins Landesinnere – nach Norden – entfiel die direkte Eisenbahnverbindung von Cambrils und Salou nach Tarragona und Reus. Nach Protesten wurden Studien für ein Tram-Train-System erstellt. Anfangs war eine Nutzung der bestehenden Breitspurstrecken vorgesehen, spätere Untersuchungen sahen jedoch Normalspur vor. Der öffentliche Verkehr der Region beschränkte sich zu dieser Zeit auf Stadtbuslinien und wenige, von Barcelona ausgehende Vorortbahnlinien; der motorisierte Individualverkehr dominierte.

Seit 2001 tauchte das Projekt eines Tram-Trains regelmäßig in regionalen Verkehrsplanungen auf. 2003 wurde der Verkehrsverbund ATM Camp de Tarragona gegründet. 2006 verschwand das Projekt vorübergehend aus den Infrastrukturplänen, was Kritik auslöste. Später wurden zwei Varianten untersucht: die Nutzung freigewordener Bahntrassen nach Fertigstellung des mediterranen Korridors oder vollständiger Neubau.

Im März 2020 beauftragte die katalanische Regierung Generalitat de Catalunya sein regionales Schienenverkehrsunternehmen Ferrocarrils de la Generalitat de Catalunya (FGC) mit Machbarkeits- und Umweltstudien für einen ersten Abschnitt mit 15 Haltestellen zwischen Cambrils und Tarragona. Die 2021 veröffentlichten Studien sahen zunächst ein Breitspursystem vor.

2021 wurde der Projektumfang geändert: Die erste Phase wurde auf Cambrils–Salou–Vila-seca begrenzt und auf Normalspur geändert. Da damit eine Verbindung mit der Vollbahn nicht mehr möglich war, entwickelte sich das Projekt von einem Tram-Train zu einer klassischen Straßenbahn mit Überlandabschnitten.

Die Umweltverträglichkeitsprüfung bestätigte die Nutzung der stillgelegten Bahntrasse zwischen Cambrils und Salou sowie einen Neubauabschnitt parallel zur Avinguda Pere Molas. Im Dezember 2023 übertrug Administrador de Infraestructuras Ferroviarias (ADIF) die benötigten Flächen an die Generalitat.

Am 4. September 2024 wurde die Phase 1 offiziell vorgestellt. Die Gemeinde Salou stimmte nach Zusagen für städtebauliche Begleitmaßnahmen, darunter einem ein Kilometer langen oberleitungsfreien Abschnitt, zu. Die Finanzierung wurde im Dezember 2024 genehmigt.

Am 19. Januar 2025 kündigte der Präsident der Generalitat den Baubeginn für Sommer 2025 und die Inbetriebnahme für 2028 an. Im Juli 2025 wurden die ersten Bauaufträge im Wert von 15,8 Millionen Euro vergeben.[1]

Kosten

Die Kosten der ersten Phase (Cambrils–Salou–Vila-seca) betragen:

  • 245 Millionen Euro Gesamtinvestition.[2]
  • 38,5 Millionen Euro für sieben Fahrzeuge.[2]
  • 26,6 Millionen Euro für Fuß- und Radverkehrsinfrastruktur.[2]

Die Europäische Union beteiligt sich an der Finanzierung.

Beschreibung

Die erste Phase verläuft überwiegend auf der Trasse der verlegten Eisenbahnstrecke. Die 14 km lange Strecke umfasst 14 Haltestellen, davon drei Umsteigeknoten zu den Rodalies de Catalunya. In Salou wird ein Abschnitt ohne Oberleitung realisiert. In Vila-seca entsteht eine 112 m lange Brücke über die Autovía A-7.

Die zweite Phase sieht Erweiterungen nach Reus und Tarragona sowie einen Abzweig zum Flughafen Reus vor. Bei vollständiger Umsetzung wird das Netz 46 km mit 47 Haltestellen umfassen. Die prognostizierte Fahrgastzahl beträgt 9,5 Millionen jährlich, langfristig werden über 12 Millionen erwartet.

Laut aktueller Planungen soll das Netz im Endausbau im Wesentlichen drei Hauptäste – nach Cambrils, Reus und Tarragona – aufweisen. Es sind auch einige Nebenäste und zwei Schleifenführungen vorgesehen.[2]

Fahrzeuge

Zum Einsatz kommen sieben fünfteilige Niederflurfahrzeuge vom Typ Stadler Tramlink V3 für Zweirichtungsbetrieb. Sie sind 33,62 m lang, fassen bis zu 210 Fahrgäste und erreichen 81 km/h. Lithiumbatterien ermöglichen bis zu 9,9 km im oberleitungsfreien Betrieb. Der Betriebshof entsteht in Vila-seca. Das Magazin Railway Gazette International erwähnte, dass die Fahrzeuge mit lokalem Design ausgestattet werden sollen.[3]

Einzelnachweise

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