Transalpine Redemptoristen

katholische Ordensgemeinschaft für Männer From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Söhne des allerheiligsten Erlösers, lateinisch Filii Sanctissimi Redemptoris, früher Transalpine Redemptoristen,[1] Ordenskürzel F.SS.R., sind eine Ordensgemeinschaft, die die Liturgie in der außerordentlichen Form des römischen Ritus feiert.

Das Wappen des Instituts
Papa Stronsay und das Kloster Golgotha

Geschichte

Gründung und anfängliche Entwicklungen

Die Gemeinschaft wurde 1988 mit dem Segen des Erzbischofs Marcel Lefebvre gegründet. Bis 2008 blieb sie eng mit der Priesterbruderschaft St. Pius X. verbunden. Als ihre Berufung sehen die Transalpinen Redemptoristen an, nach der ursprünglichen Ordensregel und Lebensweise der Redemptoristen zu leben, wobei die Modernisierung der Redemptoristenregel von 1969 abgelehnt wird.

Zunächst hatte die Gemeinschaft bis 2001 mit dem Warden Manor ein Kloster auf der Insel Sheppey, zudem gab es einige Jahre in Joinville in Frankreich ein zweites Haus.[2]

Im Jahr 1999 erwarben die Transalpinen Redemptoristen die Insel Papa Stronsay, eine kleine Nebeninsel von Stronsay auf Orkney, renovierten die verfallenen Gebäude; das waren im Wesentlichen das Herrenhaus und die umliegenden Gebäude der ehemaligen Fischereistation aus der Zeit des letzten Heringbooms im 19. Jahrhundert. Dort errichteten sie das Kloster Golgota. In den Folgejahren entstand eine kleine Siedlung aus Zellenhäusern, die den etwa 20 Mönchen der Gemeinschaft als Unterkunft dienen. Zur Sicherung ihrer wirtschaftlichen Existenz betreiben sie eine Schafzucht mit eigener Käserei, Fischfang und kommerziellen Gartenbau. Die Transalpinen Redemptoristen beteiligen sich nach eigenen Angaben stark am kulturellen und sozialen Leben der Inselgemeinde und tragen durch ihre handwerklichen Leistungen bei, dass das Stronsay Fish Mart Interpretation Centre mit dem angeschlossenen Independent Hostel unterhalten werden.

Nach Erlass des Motu Propio Summorum Pontificum durch Papst Benedikt XVI. suchte die Gemeinschaft beim Heiligen Stuhl um die volle Gemeinschaft mit der katholischen Kirche nach. Im Namen der Gemeinschaft bat ihr Oberer, Fr. Michael Mary Sim, am 18. Juni 2008 vor der päpstlichen Kommission Ecclesia Dei um Aufhebung der über sie verhängten Kirchenstrafen und erhielt am 26. Juni 2008 zustimmende Antwort. Am 1. Juli 2008 teilten die Transalpinen Redemptoristen die Einigung mit Rom öffentlich mit. Eine kanonische Errichtung als Orden kam zunächst noch nicht zustande.[1] Am 15. August 2012 erhielten sie schließlich vom Bischof von Aberdeen, Hugh Gilbert OSB, die Anerkennung als Institut diözesanen Rechts.[3]

2020 wurde im Bistum Great Falls-Billings nahe der Stadt Jordan im Garfield County in Montana ein weiteres Domizil erworben und mit dem Bau eines Klosters im Rosebud County in Montana begonnen.[2]

Konflikte mit der römisch-katholischen Kirche

Im Jahr 2024 wurden Ordensleute der Transalpinen Redemptoristen aus der Diözese Christchurch in Neuseeland ausgewiesen und es wurde ihnen untersagt, ihre priesterlichen Dienste in dieser Diözese auszuführen. Dies geschah durch den Bischof von Christchurch, Michael Andrew Gielen, welcher damit, nach einer Apostolischen Visitation, auf ein Schreiben des Ordensdikasteriums reagierte. Die Visitation fand statt, nachdem Medienberichte verlautbaren ließen, dass Mitglieder der Transalpinen Redemptoristen unerlaubt Exorzismen durchgeführt hätten.[4]

Im Oktober 2025 erklärte die Gemeinschaft in einem offenen Brief, „dass der traditionelle katholische Glaube, der Glaube aller Zeiten und der Heiligen, mit der neuen, modernen Kirche, der Frucht des Zweiten Vatikanischen Konzils, unvereinbar ist. Sie können schlicht nicht in einem Leib gemeinsam bestehen“. Dabei hoben sie ablehnend die „Liberalisierung des Kommunionempfangs, die Einschränkungen der vorkonziliaren Liturgie durch ‚Traditionis custodes‘ und die Erlaubnis für Segnungen gleichgeschlechtlicher Paare ‚Fiducia supplicans‘“ hervor.[5][6] Zum Teil wird dieser offene Brief „als schismatischer Akt“ gewertet.[1] Bischof Hugh Gilbert OSB verurteilte das Verhalten des Ordens.[7]

Einzelnachweise

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