Trinil
archäologische Stätte in Indonesien
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Trinil ist eine paläoanthropologische Ausgrabungsstätte an den Ufern des Flusses Bengawan Solo (kurz: Solo) im Regierungsbezirk Ngawi, Provinz Ost-Java (Jawa Timur), auf Java in Indonesien.

Bedeutung
Trinil war der Ort, an dem im Jahr 1891 ein Grabungshelfer des niederländischen Anatomen Eugène Dubois die ersten vorgeschichtlichen homininen Reste außerhalb von Europa fand, die später als Java-Mensch große Bekanntheit errangen.[1][2][3][4] Dubois’ Fund Trinil 2 wurde später zum Typusexemplar von Homo erectus erhoben. Die Zuordnung des Backenzahns Trinil 1 zur Gattung Homo gilt heute jedoch als unsicher, und der Oberschenkelknochen wird von einigen Forschern dem anatomisch modernen Menschen (Homo sapiens) zugeschrieben.[5]
Nach den Grabungsarbeiten unter direkter Aufsicht von Eugène Dubois (1891 bis 1894) setzten dessen Assistenten Kriele und De Winter die Grabungen bis 1900 fort. 1906 bis 1908 folgten ihnen Emil Selenka und Margarethe Lenore Selenka nach. Geborgen wurden bei diesen Grabungen hunderte Fossilien von Wirbeltieren, die zumeist im Rijksmuseum van Natuurlijke Historie in Leiden verwahrt werden. In jüngerer Zeit gab es in den 1970er-Jahren eine indonesisch-japanische Forschungskooperation in Trinil. Die Paläoumwelt, aus der die Fossilien stammen, wird heute als eine Mischung aus offener Savanne, dicht bewaldeten Flusstälern (Galeriewäldern) und Hochlandwäldern interpretiert.[6]
Literatur
- Eduard Pop et al.: Reconstructing the provenance of the hominin fossils from Trinil (Java, Indonesia) through an integrated analysis of the historical and recent excavations. In: Journal of Human Evolution. Band 176, März 2023, 103312, doi:10.1016/j.jhevol.2022.103312.
- Dirk A. Hooijer, Björn Kurtén: Trinil and Kedungbrubus: the Pithecanthropus-bearing fossil faunas of Java and their relative age. In: Annales Zoologici Fennici. Band 21, Nr. 2, 1984, S. 135–141, JSTOR:23734854.
- Teuku Jacob: Palaeoanthropological discoveries in Indonesia with special reference to the finds of the last two decades. In: Journal of Human Evolution. Band 2, Nr. 6, 1973, S. 473–478, IN5–IN11, 479–485, doi:10.1016/0047-2484(73)90125-5.