Trisobbio

italienische Gemeinde From Wikipedia, the free encyclopedia

Trisobbio (piemontesisch Tërseubi) ist eine italienische Gemeinde (comune) in der Provinz Alessandria, Region Piemont, mit 636 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2024). Sie ist Trägerin des vom Touring Club Italiano verliehenen Tourismus- und Umweltsiegels Bandiera Arancione.[2]

Schnelle Fakten
Trisobbio
Trisobbio (Italien)
Trisobbio (Italien)
Staat Italien
Region Piemont
Provinz Alessandria (AL)
Koordinaten 44° 40′ N,  35′ O
Höhe 341 m s.l.m.
Fläche 9,22 km²
Einwohner 636 (31. Dez. 2024)[1]
Fraktionen Villa Botteri
Postleitzahl 15070
Vorwahl 0143
ISTAT-Nummer 006176
Bezeichnung der Bewohner Trisobbiesi
Schutzpatron Assunzione di Maria
Website www.comune.trisobbio.al.it
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Geographie

Lage der Gemeinde Trisobbio in der Provinz Alessandria

Die Gemeinde Trisobbio liegt 33 Kilometer südlich der Provinzhauptstadt Alessandria auf einer Höhe von 341 m s.l.m. im Montferrat. Das Gemeindegebiet umfasst mit der Fraktion Villa Botteri eine Fläche von 9,22 km².

Die Nachbargemeinden sind Carpeneto, Cremolino, Montaldo Bormida, Morsasco, Orsara Bormida, Ovada und Rocca Grimalda.

Etymologie

Dante Olivieri führte 1965 die erste urkundliche Erwähnung als Terzobio auf das Jahr 1251 zurück. Nach einem bereits 1789 veröffentlichten zweibändigen Werk von Giovanni Battista Morimondo über die Geschichte Piemonts, wurde der Ort bereits 1041 als Trisobius erstmals erwähnt, dem 1198 das Toponym Trexobius und 1228 Truxobius folgte. Nach Olivieri leitet sich der Ortsname aus dem laut dem CIL auch im Piemont weit verbreiteten römischen Praenomen Tertius ab, dem das diminutive Suffix -ūbulus angehängt wurde. Auch eine direkte Ableitung aus dem Praenomen *Tersubius erscheint nach Wilhelm Schulze möglich.[3]

Geschichte

Castello di Trisobbio

Die Siedlung ist vermutlich römischen Ursprungs und wird durch die Legende der zehn kolonisierenden Brüder mit der Siedlung im nahegelegenen Strevi in Verbindung gebracht. Der Legende nach gründeten sieben von ihnen im betrunkenen Zustand Strevi und die anderen drei schenkten Trisobbio das Leben.

Im Mittelalter unterstand es der Kirche von Acqui, die es zu gleichen Teilen an die Markgrafen von Occimiano und die von Bosco abtrat. Im Jahr 1198 ging der Landanteil der Familie Occimiano an die Gemeinde Alessandria über und die Familie del Bosco trat ihren Anteil an die Republik Genua ab. Im Jahr 1224 übergab Andalone von Bologna, der genuesische Podestà, es erneut an die Markgrafen von Bosco, die die Herrschaft bis zur Besetzung durch die Alexandriner behielten. Im Jahr 1227 erlangte die Familie del Bosco den Besitz des Lehens zurück und übertrug die Leitung an Ugo di Rossiglione. Etwa fünfzehn Jahre später beschloss Friedrich II., es an die Markgrafen von Occimiano abzutreten, doch Bonifatius von Monferrato, der in den Besitz des Schlosses gelangt war, zwang ihn, die Übertragung rückgängig zu machen.

Die Markgrafen von Montferrat regierte die Stadt mehrere Jahrhunderte lang, bis im Jahr 1535 die Familie Spinola aus Genua die Herrschaft übernahm, zunächst unter der Schirmherrschaft Mantuas und dann der Savoyer.

Bevölkerungsentwicklung

Verkehr

Der nächstgelegene Autobahnanschluss liegt im knapp 9 km entfernten Ovada. Mit der Autostrada A26 hat man Verbindung nach Genua, Mailand und Turin. Mit dem knapp 6 km entfernten Bahnhof Prasco-Cremolino hat die Gemeinde Anschluss an die Bahnstrecke Asti–Genua.

Sehenswürdigkeiten

  • Das auf den Fundamenten des alten Schlosses wiederaufgebaute Schloss[4], von dem nur noch der Turm erhalten ist. Im 20. Jahrhundert wurde es massiv ausgebaut und ist heute ein Hotel mit Restaurant.[5]
  • Die Pfarrkirche im Barockstil.

Gemeindepartnerschaft

Kulinarische Spezialitäten

In Trisobbio werden Reben des Dolcetto für den Dolcetto d’Ovada, einen Rotwein mit DOC Status angebaut. Die Beeren der Rebsorten Spätburgunder und/oder Chardonnay dürfen zum Schaumwein Alta Langa verarbeitet werden. Die Rebsorte Barbera wird zum Ausbau des Barbera del Monferrato angebaut.

Literatur

  • Dizionario di Toponomastica: Storia e significato dei nomi geografici italiani. Garzanti, Mailand 1996, ISBN 88-11-30500-4.
Commons: Trisobbio – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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