U 49 (U-Boot, 1916)
Deutsches U-Boot
From Wikipedia, the free encyclopedia
U 49 war ein U-Boot, das im Rahmen eines Kriegsauftrags als MS-(Mobilmachungs)-Typ für die deutsche Kaiserliche Marine gebaut wurde.[1][2]
| ||||||||||||||||||||||
| ||||||||||||||||||||||
| ||||||||||||||||||||||
| ||||||||||||||||||||||
| ||||||||||||||||||||||
Bau und Indienststellung
Das Boot war ein sogenanntes Zweihüllenboot, das als Hochseeboot für die ozeanische Verwendung in einem Amtsentwurf konzipiert wurde.[1] Der Auftrag zum Bau des Bootes wurde am 4. August 1914 an die Kaiserliche Werft in Danzig erteilt. Der Stapellauf erfolgte am 26. November 1915, die Indienststellung am 31. Mai 1916 unter dem Kommando von Kapitänleutnant Richard Hartmann.[3][4]
Technik
Das U-Boot war 65 m lang, 6,2 m breit und hatte einen Tiefgang von 3,74 m sowie eine Verdrängung von 725 Tonnen über und 940 Tonnen unter Wasser. Die Besatzung bestand aus 36 Mann, darunter vier Offiziere. Die Maschinen für die Überwasserfahrt waren zwei Sechs-Zylinder-Viertakt Dieselmotoren S 6 V 41/42 von MAN mit zusammen 1.471 kW (2.000 PS). Zur Unterwasserfahrt kamen zwei SSW-Doppel-Modyn-Elektromotoren mit 880 kW (1.200 PS) zum Einsatz. Damit waren Geschwindigkeiten von 15,2 kn (über Wasser) bzw. 9,7 kn (unter Wasser) möglich. Der Aktionsradius betrug bis zu 11400 NM bei 8 kn Überwasserfahrt. Bei getauchter Fahrt mit 5 kn wurden 51 NM erreicht, bei einer maximalen Tauchtiefe von 50 Meter. Die sechs mitgeführten Torpedos konnten über zwei Bug- und zwei Heckrohre verschossen werden.[1][2][5]
Einsätze und Verbleib
U 49 führte während des Ersten Weltkriegs acht[6], nach anderen Quellen sechs.[4] Feindfahrten im östlichen Nordatlantik durch. Dabei wurden insgesamt 38 Handelsschiffe der Entente und neutraler Staaten mit einer Gesamttonnage von 86.433 BRT versenkt.[3][7] Zwei Schiffe mit 2.609 BRT wurden beschädigt und ein Schiff mit 566 BRT wurde als Prise aufgebracht.[4]
Auf seinem letzten Einsatz sollte U 49 ein Seekabel westlich der Doggerbank zerstören. Es stellte sich jedoch heraus, dass die Trennvorrichtung zum Zerschneiden des Kabels defekt war. Kapitänleutnant Hartmann entschied sich daher für die Weiterfahrt zum Handelskrieg in den Atlantik. Dabei konnte am 11. September 1917 der britische Dampfer Vienna etwa 340 Meilen westlich von Ouessant (Frankreich) versenkt werden.[8]
Am Abend des 11. September 1917 traf U 49 im Nordostatlantik auf den bewaffneten Frachter British Transport. Es kam zu einem Artillerieduell, bis das deutsche U-Boot abtauchte. Bei Einbruch der Nacht sichtete das britische Schiff die Spuren zweier Torpedos, denen es jedoch ausweichen konnte. Auch das Fahrwasser des U-Bootes zeichnete sich als phosphoreszierender Streifen auf der Meeresoberfläche ab, an deren Ende das U-Boot wie ein Schatten erkennbar war. Gemäß einer Anweisung an britischen Handelskapitäne rammte die British Transport das U-Boot mit äußerster Kraft voraus. U 49 verlor an Fahrt und begann, über das Heck zu sinken. Als die U-Boot-Besatzung aussteigen wollte, gelang den Briten ein Granattreffer ins Innere des U-Bootes. Daraufhin sank U 49 rasch. Alle Besatzungsmitglieder kamen ums Leben. Der Untergang ereignete sich etwa auf folgender Position westlich der Biskaya: 46° 17′ N, 14° 42′ W.[9][8]
Versenkte Schiffe (Auswahl)
Die folgende Liste enthält Schiffe mit einer Tonnage von mehr als 1000 Bruttoregistertonnen.[10]
- Britischer Dampfer Seatonia (3.533 BRT) am 1. November 1916[11]
- US-amerikanischer Dampfer Columbian (8.580 BRT) am 13. November 1916[12]
- Norwegischer Dampfer Balto (3.538 BRT) am 9. November 1916[13]
- Norwegischer Dampfer Fordalen (2.896 BRT) am 9. November 1916[14]
- Griechischer Dampfer Barbara (2.831 BRT) am 11. November 1916[15]
- Dänischer Dampfer Ragnar (2.123 BRT) am 11. November 1916[16]
- Britischer Dampfer Lady Carrington (3.269 BRT) am 12. November 1916[17]
- Dänischer Dampfer Therese (1.333 BRT) am 12. November 1916[18]
- Britischer Dampfer Lorca (4.129 BRT) am 15. November 1916[19]
- Lettischer Dampfer Sigrid (2.094 BRT) am 19. Februar 1917[20]
- Britisches Segelschiff Galgorm Castle (1.596 BRT) am 27. Februar 1917[21]
- Italienischen Dampfer Luigino B. (1.998 BRT) am 27. Februar 1917[22]
- Britischer Dampfer Tritonia (4.445 BRT) am 27. Februar 1917[23]
- Britischer Dampfer Newstead (2.836 BRT) am 3. März 1917[24]
- Britischer Dampfer Sagamore (5.036 BRT) am 3. März 1917[25]
- Norwegisches Segelschiff Snig (2.115 BRT) am 5. Mai 1917[26]
- Britischer Dampfer Petunia (1.749 BRT) am 8. Mai 1917[27]
- Britischer Dampfer Barrister (3.679 BRT) am 11. Mai 1917[28]
- Britisches Segelschiff Carnmoney (1.299 BRT) am 14. Mai 1917[29]
- Britischer Dampfer George Pyman (3.859 BRT) am 17. Mai 1917[30]
- Britischer Dampfer Obuasi (4.416 BRT) am 8. Juli 1917[31]
- Britischer Dampfer King David (3.680 BRT) am 8. Juli 1917[32]
- Britischer Dampfer Muirfield (3.680 BRT) am 12. Juli 1917[33]
- Britisches Segelschiff Dudhope (1.930 BRT) am 15. Juli 1917[34]
- Britischer Dampfer Lamia L. (2.220 BRT) am 16. Juli 1917[35]
- Britischer Dampfer Vienna (4.170 BRT) am 11. September 1917[36]