U 735
Deutsches Unterseeboot im Zweiten Weltkrieg
From Wikipedia, the free encyclopedia
U 735 war ein Unterseeboot des Typs VII C, das durch die deutsche Kriegsmarine in den Jahren 1943 und 1944 in der Ostsee und bei Norwegen eingesetzt wurde.
U 735 (vorheriges/nächstes – alle U-Boote) | |
|---|---|
| Typ: | VII C |
| Feldpostnummer: | 49 502 |
| Werft: | F. Schichau Werft, Danzig |
| Bauauftrag: | 10. April 1941 |
| Baunummer: | 1532 |
| Kiellegung: | 29. November 1941 |
| Stapellauf: | 10. Oktober 1942 |
| Indienststellung: | 28. Dezember 1942 |
| Kommandanten: |
Hans-Joachim Börner |
| Flottillen: |
|
| Einsätze: | vier Übungsfahrten, keine Feindfahrten |
| Versenkungen: |
keine |
| Verbleib: | am 28.12.1944 um 23:59 Uhr auf Horten/Reede, bei einem Luftangriff der 5. Group des britischen RAF Bomber Command, vernichtet.[1] |
Technische Daten
Das Boot wurde im April 1941 bei den Danziger Schichau-Werken in Auftrag gegeben, die unmittelbar nach Eingliederung der Stadt in das Deutsche Reich in den U-Bootbau miteinbezogen worden waren. 735 gehört zum achten Bauauftrag, der an die Schichau GmbH erging und insgesamt sechs Boote des Typs VII C umfasste.[2] Ein solches Boot hatte bei Oberflächenfahrt eine Wasserverdrängung von 769 t und verdrängte getaucht 871 t. Es hatte eine Länge von 66,5 m und wurde angetrieben durch den 3000 PS starken Dieselantrieb, der eine Geschwindigkeit von bis zu 17 Knoten ermöglichte. Die maximale Reichweite betrug dabei 9500 Seemeilen. Bei Unterwasserfahrt wurde das Boot von zwei Elektromotoren mit einer Leistung von 550 kW angetrieben, wobei eine Geschwindigkeit von bis zu 7,6 Knoten erreicht werden konnte. U 732 hatte vier Bugtorpedorohre und ein Hecktorpedorohr und führte vollausgerüstet vierzehn Torpedos mit sich. Alternativ war es auch möglich, Seeminen zu laden, wobei die maximale Kapazität 39 Stück betrug.[3] Zudem verfügte das Boot über eine 8,8-cm-Kanone und eine FlaK. Wie die meisten Boote seiner Zeit, so führte auch U 735 ein bootsspezifisches Zeichen am Turm, das auch von der Mannschaft als Miniaturemblem an Mützen und Schiffchen getragen wurde. Es handelte sich um ein Hakenkreuz mit Doppelbalken auf goldenem Grund.[4]
Einsatzgeschichte
Am 28. Dezember 1942 wurde U 735 in Danzig von Oberleutnant zur See Hans-Joachim Börner in Dienst gestellt. Ein Teil der Mannschaft, sowie der Leitende Ingenieur Wolfgang Vorck, stammten von einem anderen Boot, das während der Erprobung in der Danziger Bucht auf eine Mine gelaufen und verlorengegangen war.[4] Kommandant Börner unternahm mit dem Boot mehrere Ausbildungsfahrten in der Ostsee zum Einfahren des Bootes und zum Training der Besatzung. Im Sommer 1944 verlegte U 735 von Kiel ins norwegische Larvik. Hier wurde es der 11. U-Flottille unterstellt, einer im Jahr 1942 aufgestellten Frontflottile, die im Marinestützpunkt Bergen angesiedelt war. Gleichzeitig erhielt U 735 den Status eines Frontbootes. Von Bergen und Larvik sowie von Kristiansand und Trondheim aus unternahm das Boot bis zum Spätsommer mehrere Übungsfahrten vor der norwegischen Küste.[5] Im Dezember des Jahres 1944 absolvierte U 735 Probefahrten bei Horten, um das neu eingebaute Schorchelsystem zu erproben. Am Morgen des 28. Dezembers war das Boot zu Übungen ausgelaufen und kehrte gegen 18 Uhr zurück, um sich einen Ankerplatz zu suchen.[6] Schließlich machte es neben U 682 vor dem Marinestützpunkt Horten auf Reede fest.
Versenkung
Bei einem Luftangriff am späten Abend des 28. Dezember wurden etwa 200 Bomben durch 57 Avro-Lancaster-Bombern auf die beiden Boote geworfen.[7] Es war U 735, das während seiner Tauchmanöver im Verlauf des Tages seine Pressluft verbraucht hatte, zunächst nicht möglich, sich dem Angriff zu entziehen, da nicht einmal genug Druckluft vorhanden war, um den Diesel zu starten. Dies gelang dem Leitenden Ingenieur Vorck erst, als er Druckluft aus den Torpedos ableitete.[6] Schließlich nahm das Boot Fahrt auf und steuerte das Ufer des Fjords an. Im Zick-Zack fahrend wurde U 735 schließlich schwer getroffen, Wasser drang auf Höhe des Maschinenraums ein, das Heck sackte rasch ab und U 735 sank schnell, während die Mannschaft in das eisige Wasser sprang. Innerhalb einer Minute war U 735 gesunken. Mit einer Ausnahme kamen alle zu diesem Zeitpunkt an Bord befindlichen Besatzungsmitglieder ums Leben. Zehn Männer waren am frühen Abend bereits von Bord gegangen und befanden sich zum Zeitpunkt der Versenkung in Horten. Ein Besatzungsmitglied wurde von einer Pinasse gerettet. Später konnten 27 Gefallene geborgen werden. Sie wurden auf dem Ehrenfriedhof Ekeberg in Oslo beigesetzt.[8]